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Elmshorner Nachrichten

03. Dezember 2016 | 14:47 Uhr

Friedrich-Ebert-Schule : Das Chaos vor der Schule bleibt

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Der Ausschuss beriet über Parksituation vor Friedrich-Ebert-Schule. Lösungen wurden nicht gefunden.

Elmshorn | Worum geht es: Viel Geld in die Hand nehmen wegen einiger Rüpel? Oder die Angst von Grundschuleltern, dass ihre Kinder im morgendlichen Verkehrschaos vor der Schultür unter die Räder kommen? Zwischen beiden Positionen gab es im Elmshorner Ausschuss für kommunale Dienstleister keine Brücke. Also wird die Stadt nichts ändern daran, dass sich jeden Morgen 6- bis 10-jährige Kinder auf dem Schulweg zwischen geparkten und fahrenden Autos durchquetschen müssen.

Es ging um die Friedrich-Ebert-Schule. „Morgens ist da Chaos von Viertel nach sieben bis acht“, das weiß auch Bürgermeister Volker Hatje. Die Klagen sind bekannt: Obwohl die Turnstraße für Fahrzeuge gesperrt ist, fahren Eltern dort rein, um ihre Kinder zur Schule zu bringen. Andere parken zwar ein paar Meter weiter weg, aber dabei stellen sie auch den Zebrastreifen zu, den die Kinder benutzen, die zu Fuß oder per Rad in die Schule kommen. „Die Eltern wollen ihre Kinder bis in die Klassenräume fahren“, schimpfte Hatje bei der Ausschusssitzung. Eine Mutter im Publikum erklärte Hatje gleich, warum sie ihre Tochter mit dem Auto zur Schule bringt: Per Bus würde sie dort viel zu früh ankommen. „Ich lasse meine Tochter nicht 40 Minuten lang warten“, stellte sie klar.

Die Grünen wollten mit drei Ideen Abhilfe schaffen. Idee Nummer 1: Der benachbarte Hedwig-Kreutzfeldt-Weg soll ausgebaut werden, dabei könnten dort gleich Parkplätze für Eltern entstehen. „Nützt nichts“, urteilte Volker Hatje: So weit würden die Eltern nicht laufen. Außerdem würde der direkte Weg über den Schützenhof führen, und der ist Privatgelände, gehört dem Schützenverein.

Grüne Idee Nummer 2: Die Turnstraße mit einem Poller dicht machen. Problem: Für Lehrer und Elterninitiativen gibt es 59 Ausnahmegenehmigungen, die Turnstraße zu befahren. Gerade zur Stoßzeit morgens klingt das nach einem noch größeren Problem: Poller auf und wieder zu machen, dadurch Rückstau provozieren und die ohnehin gefährliche Kurve noch enger machen. Oder der Poller bleibt morgens gleich unten, und dann fahren natürlich auch wieder Eltern rein.

Vorschlag: Fahrradstraße

Grüne Idee Nummer 3: Aus der Jahnstraße eine Fahrradstraße machen und damit die Autos verbannen. Antwort der Verwaltung: geht rechtlich nicht. Und weil eine Ausnahme für Anlieger – sprich: Lehrer – nötig wäre, würde die auch für Eltern gelten und es wäre nichts gewonnen.

Grünen-Vertreter Sven Herrmann wollte dann wenigstens einfache bauliche Maßnahmen neben dem Zebrastreifen vor der Schule, damit der nicht zugeparkt wird. Da waren sich der Ausschussvorsitzende Immo Neufeldt (CDU) und sein Stellvertreter Hans-Joachim Seiffert (SPD) einig: Die Stadt sollte kein Geld ausgeben, weil sich einige „Rüpel“ (Neufeldt) nicht an die Regeln halten, die das Halten am Zebrastreifen verbieten. „Da muss man mal 8030 wählen“, riet Neufeldt zum Anruf bei der Polizei. „Ich telefoniere regelmäßig mit der Polizei“, hielt ihm eine Besucherin der Sitzung vor: Die Beamten hätten lediglich auf mangelnde Kapazitäten verwiesen.

Könne man dann nicht den benachbarten Schützenhof zur Entlastung nutzen, eventuell dort als Stadt eine Fläche pachten, wie es Jürgen Heesch (SPD) vorschlug? Dann müsste der Rasen gepflastert und zu einer Verkehrsfläche mit vorgeschriebenem Radius werden. „Dann ist der halbe Schützenhof weg“, kommentierte Bürgermeister Hatje. Und der Schützenverein tue gut daran, sich den Verkehr möglichst vom Hals zu halten, befand Hatje: „Der Pächter der Gastronomie hat jetzt schon mittags Probleme, wenn seine Kunden mit ihren Autos kommen.“

Fazit: Das Verkehrschaos an der Friedrich-Ebert-Schule wird vorerst wohl bestehen bleiben. Daran wird auch Volker Hatjes frommer Wunsch nichts ändern: „Wir müssen die Eltern erziehen, dass sie ihre Kinder nicht zur Schule fahren.“Immerhin, die Busfahrzeiten wollen sich die Experten der Stadt angucken.

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erstellt am 30.Apr.2016 | 14:00 Uhr

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