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Platzpflege in Elmshorn : Damit Kinder sicher spielen können

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Herbert Lööck und Manuel Dunkelmann fahren die Spielplatzroute. Ihre Arbeit wird oft nicht wahrgenommen.

Elmshorn | Bis 130 Kilogramm Körpergewicht müssen mindestens 40 Zentimeter Abstand zum Boden bleiben – so lauten die Vorschriften für eine Seilbahn auf öffentlichen Spielplätzen. Und weil sich das Seil bei wärmeren Temperaturen ausdehnt, muss im Frühjahr geprüft werden, ob die 40 Zentimeter noch erreicht werden. Vielleicht ist dies der spaßigste Teil am Beruf von Manuel Dunkelmann. Denn um zu Prüfen, muss er selbst Seilbahn fahren.

Zusammen mit seinem Kollegen Herbert Lööck fährt Dunkelmann die „Spielplatztour“. Die beiden sind angestellt beim Betriebshof der Stadt und fahren die Route seit vier Jahren gemeinsam. Über 60 Spielplätze gibt es in Elmshorn. Dazu kommen etwa zehn Schulhöfe, die nach Schulschluss öffentlich sind. Jeder Platz wird mindestens einmal in der Woche von Dunkelmann und Lööck angefahren. Dabei werden alle Spielgeräte in Augenschein genommen, die Plätze werden gesäubert und Kleinigkeiten vor Ort repariert. Oberstes Ziel dabei: Die Kinder sollen sicher spielen können.

Drei bis dreieinhalb Tage sind sie damit beschäftigt. Den Rest der Woche reparieren sie Spielgeräte. Die Männer leisten eine mühevolle Arbeit, die von vielen Bürgern gar nicht wahrgenommen wird. So tauchen auf Facebook regelmäßig Fotos von Müllhaufen auf Spielplätzen auf. Fotos von sauberen Plätzen werden aber nicht geteilt. Die Spielplatzpfleger geraten leichter in den Fokus, wenn es was zu meckern gibt.

„Was liegt dann da auf dem Dach?“, fragt sich Dunkelmann noch während er den Spielplatz am Krückaupark anfährt. Auf dem Dach eines Unterstands liegt Müll, den die Männer schon von weitem entdecken. Man entwickelt einen Blick für alles, was auf Spielplätzen nicht hingehört, erklärt Lööck. Plasikflaschen, Verpackungsmüll und Zigarettenstummel finden sie häufig, weitaus unangenehmer seien aber andere Funde. „Das schlimmste sind Spritzen“, sagt Lööck. Drogenabhängige würden sie manchmal hinterlassen.

„Vor zwei Jahren haben wir hier den Picknicktisch aufgebaut. Und wie man sieht, wird der rege genutzt. Der brennt auch mal“, sagt Lööck auf dem Spielplatz Holunderstraße. Mit mutwilliger Zerstörung müssen sich die Stadtmitarbeiter oft auseinandersetzen. Meist bleibt es bei kleineren Schäden, etwa wenn jemand Kerben in Tische und Spielgeräte schneidet. Diese werden sofort glattgefeilt. Insgesamt sei aber der Vandalismus zurückgegangen. Eine Ausnahme bilden die Tage um Silvester, an denen auch schon mal ein Mülleimer in die Luft fliegt. So wie auf dem Spielplatz am Krückaupark. „Die Halterung ist sehr stabil, aber den Korb haben wir gar nicht wiedergefunden. Der ist einfach weg“, berichtet Lööck.

Zusätzliche Arbeit wird den Männern nicht immer absichtlich aufgehalst. So fällt Dunkelmann am Spielplatz Holunderstraße ein Loch im Spielsand auf: „Jetzt haben wir richtig Arbeit. Die haben die Rollschuhbahn untergraben. Da ist eine richtige Höhle drin“, sagt Dunkelmann. Kinder haben es beim Spielen übertrieben mit dem Graben, so dass Lööck und Dunkelmann das Loch wieder zuschütten müssen. Schnell bildet sich eine kleine Gruppe Kinder um die eifrig arbeitenden Männer. Dass zu tiefe Löcher gefährlich werden können, erklären die Männer von der Stadt den Kindern. „Ich war das nicht, das war mein Vater“, weist ein Junge vorsichtshalber alle Schuld von sich.

Manuel Dunkelmann prüft die Seilbahn mit einem Selbstversuch. Der Müllkorb ist immer dabei.
Manuel Dunkelmann prüft die Seilbahn mit einem Selbstversuch. Der Müllkorb ist immer dabei. Foto: Daniela Lottmann
 

Ein weiterer wichtiger Punkt auf der Spielplatztour ist die Instandhaltung von Spielgeräten. Jede Woche wird nachgeschaut, ob die Geräte noch halten, ob irgendwo Muttern fehlen oder Schrauben locker sind. Alle drei Monate werden die Geräte zudem intensiver auf Schäden kontrolliert; einmal im Jahr gibt es eine Vollkontrolle durch externe Prüfstellen. Dabei werden zum Teil sogar die Fundamente freigelegt, um sie nach Schäden abzusuchen. Damit Dunkelmann und Lööck diese Kontrollen überhaupt durchführen dürfen, mussten sie einen Spielplatzprüfer-Schein erwerben. Richtwerte, Maße und Wartungsrichtlinien haben sie im Kopf. Handeln müssen die Männer manchmal schnell. „Wir hatten einmal den Fall an einer Schule, wo ein Reck nicht mehr in Ordnung war. Das haben wir sofort abgebaut. Nicht, dass da noch etwas passiert“, sagt Dunkelmann.

Besonders ärgern tun sich die Männer von der Stadt aber über andere Verschmutzungen. „Für einige Anwohner, die an Spielplätzen wohnen, ist es ja selbstverständlich, ihren Heckenschnitt auf den Spielplatz zu werfen. Die Stadt kommt ja eh und macht das weg“, sagt Dunkelmann. Auch wünschen sich die Männer mehr Einsehen bei den Hundebesitzern, die ihre Tiere frei auf Spielplätzen laufen lassen. „Die Stöcker landen immer in der Sandkiste. Ganz zu schweigen von anderen Hinterlassenschaften“, berichtet Dunkelmann.

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erstellt am 13.Apr.2017 | 16:00 Uhr

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