zur Navigation springen

Elmshorner Nachrichten

07. Dezember 2016 | 17:30 Uhr

Comboband: Ein „cooles“ Stück Schule

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Serie Unter Leitung von André Brendemühl haben die Mitglieder der Schulband der Bismarckschule in der Musik ihre Heimat gefunden

Freitagabends. Die Bismarckschule liegt versteckt im Dunkeln, die breiten Schulflure sind verlassen, ein bisschen gruselig wirkt die Szenerie. Doch der Schein trügt. Denn durch die leeren Flure und Treppenhäuser klingt laute Musik, hier eine Trompete, da ein Saxophon – alles unterlegt mit eindringlichen Rhythmen und Stimmen, die in feinster Manier Lady Gaga nacheifern.

Der Ausgangspunkt der Musik ist schnell gefunden. Im dritten Stock probt die Comboband der Bismarckschule im Herzstück des Gebäudes: der alten Aula. André Brendemühl, Musiklehrer und Leiter der Comboband, wechselt immer wieder den Ort, klettert auf die Bühne, unterbricht, gibt neue Anweisungen und die jungen Musiker lassen sich höchstens von sinnfreien Texten Lady Gagas ablenken. Die Stimmung? Konzentriert und motiviert, lustig und gut. Der Sound? Eine wunderbare Mischung aus verschiedenen Instrumentengruppen, die sich gegenseitig die Klänge hin- und herschieben.

Die Comboband existiert seit 2012 und ist aus dem Generationensystem der Bläserbetreuung an der Schule entwachsen. Zunächst besuchen die Schüler die Junior-Big Band, dann die richtige Big Band, und wenn sie dann richtig gut sind, treten sie der Comboband bei. Viele der musikbegeisterten Schüler sind schon fast ihre gesamte Gymnasialzeit dabei, in ebendieser chronologischen Musikentwicklung. Aber dennoch ist die Comboband etwas Besonderes, denn obwohl sie eng an die Schule gebunden ist, ist sie alles andere als eine „klassische“ Schulband- oder Orchester, die meistens unter einer hohen Fluktuationsrate leiden.

Für die jungen Musiker scheint die Comboband weit mehr als eine Schulaktivität zu sein, denn ist man doch mal ehrlich: Proben am Freitagabend würden doch die meisten Schüler abschrecken. Den Mitgliedern der Comboband hingegen sieht man ihre Begeisterung für die Band, für die Musik, aber auch für die Gemeinschaft einfach an. Sowohl beim Musizieren, als auch im Gespräch. Als ein „musikalisches Feeling“ bezeichnen sie ihre Zusammenarbeit, Lara Binckebanck (Trompete) wird nächstes Jahr ihr Abitur absolvieren und sagt: „Die Schule werde ich nicht vermissen, aber die Comboband auf jeden Fall.“

Dass auch die Comboband von einer höheren Fluktuationsrate betroffen ist, liegt in der Natur der Schule. Irgendwann haben die Musiker ihren Abschluss und verlassen nicht nur die Schule, sondern auch die Band. Das war für alle immer sehr schade, menschlich als auch musikalisch. Deshalb hat sich André Brendemühl überlegt, dass die Comboband nicht nur für Schüler offen sein soll, sondern auch für Ehemalige und Studenten, denn das Niveau geht durch das G8-System oft verloren.

Das Niveau der Comboband hat sich bis jetzt glücklicherweise immer auf einem sehr hohen Niveau gehalten. Die unterschiedlichsten Musikstile und Arrangements, mal scharf auskomponiert, mal nach musikalischer Intuition ausgeklügelt, verbinden die Musiker. Eines mögen sie aber alle richtig gerne, wie sie unisono antworten: Filmmusik. Aber sie können sich auch für richtig guten Big Band-Swing begeistern und schwelgen immer noch in Erinnerung an das Schulmusical „James Bond“, das sie musikalisch begleiteten, zu guter, stimmungsgeladener Musik kommen humoristische Bühneneinlagen.

Die Ziele und Herausforderungen ändern sich permanent, abhängig von Musikstilen, Besetzungen oder dem Auftrittskontext. Eine Herausforderung war dabei die Teilnahme an „Schulen musizieren“, bei der die Schüler mit geistig Behinderten zusammen musizierten und eine musikalische Gemeinschaft, über den Tellerrand hinaus, bildeten.

Die Comboband – eine musikalische Gruppe zwischen Arbeits- und Bildungsprozess und einfach nur cooler Bandatmosphäre.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen