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Elmshorner Nachrichten

07. Dezember 2016 | 23:22 Uhr

Sorge über Antisemitismus : Christdemokraten aus Elmshorn treffen sich mit Vertretern der jüdischen Gemeinde

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Auf großes Interesse der Christdemokraten stießen neben den vielen Traditionen des jüdischen Lebens vor allem die aktuellen Herausforderungen für die Gemeinde.

Elmshorn | Vertreter der Elmshorner CDU haben sich zu einem Meinungs- und Informationsaustausch mit Vertretern der jüdischen Gemeinde Elmshorn getroffen. Bei Matzen, einem ungesäuerten Brot, das traditionell während des Pessach gegessen wird, erläuterte die Vorsitzende Alisa Fuhlbrügge den Christdemokraten die lange und bewegte Geschichte der Gemeinde, die sich im Jahr 2003 wiedergegründet hatte. Auf großes Interesse der Christdemokraten stießen neben den vielen Traditionen des jüdischen Lebens vor allem die aktuellen Herausforderungen für die Gemeinde.

Dazu zählt das ambitionierte Vorhaben, die Grabreihe der Cohen auf dem historischen jüdischen Friedhof an der Feldstraße wieder herzurichten. Der Ursprung des alten jüdischen Friedhofs geht auf das Jahr 1685 zurück, in dem Graf Detlef von Rantzau dem Juden Bernd Levi einen Schutzbrief ausstellte. Dieser beinhaltete neben der Ansiedlung von Juden und der Ausübung ihrer Religion auch die Bestattung der Toten. „Die Cohen waren die Priester im alten Israel. Die Nachfolger werden traditionell auf jüdischen Friedhöfen auf einer besonderen Fläche begraben. Auf unserem Friedhof ist die Grabreihe der Cohen wie auf wenigen anderen erhalten; die Namen und Plätze sind aus Archiven identifizierbar. Die Steine, wenn auch an anderen Plätzen abgelegt, sind erhalten“, erklärte Alisa Fuhlbrügge. „Eine Rekonstruktion der Grabreihe, die noch dazu unmittelbar am Zaun zur Feldstraße stünde, wäre ein Schmuckstück im Stadtbild und ein Zeichen der Erinnerung an das jüdische Leben in Elmshorn, das immerhin bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht“, meinte der Vorsitzende der CDU Elmshorn, Nicolas Sölter. Wer für das Projekt spenden möchte, kann dies durch eine Überweisung auf das Konto der Jüdischen Gemeinde Elmshorn e. V. bei der Sparkasse Elmshorn tun (BIC: NOLADE21ELH; IBAN: DE41 2215 0000 0000 1235 60).

Mit Sorge hörten die Christdemokraten von der Bedrängnis jüdischer Gemeinden durch antisemitische Anfeindungen und Schmierereien: „Wenn Juden öffentliche Veranstaltungen heute nur mit großen Sicherheitsbedenken abhalten können, dann ist das kein Zustand, mit dem wir uns abfinden dürfen“, so Sölter. Seit langem fände an Elmshorner Schulen eine intensive Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Nationalsozialismus statt. „Mittlerweile scheint es mir aber ebenso wichtig, dem Antisemitismus der islamistischen Szene entgegenzuwirken“, sagte der CDU-Politiker. Angesichts einer großen Anzahl von Zuwanderern im nicht mehr schulpflichtigen Alter sei dabei die Rolle der Imame entscheidend. „Sie sind es, die klarstellen müssten, dass Religionsfreiheit auch die Freiheit der Andersgläubigen ist“, so Sölter abschließend.

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erstellt am 03.Mai.2016 | 16:15 Uhr

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