zur Navigation springen

Elmshorner Nachrichten

04. Dezember 2016 | 19:27 Uhr

Cappuccino mit Carillon-Musik

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Innenstadt-Umbau Neu gegründeter Förderverein will ein spielbares Glockenspiel in der sanierten Markthalle unterbringen

„Was gibt es Schöneres, als bei einem Cappuccino zu sitzen und Musik von einem Carillon zu hören?“ Paul Raab schwelgt in Träumen von einer umgestalteten Elmshorner Innenstadt. Für den musikalischen Part in seiner Vision will die Initiative Elmshorn sorgen: Aus ihren Reihen stammt die Idee für ein Carillon, ein spielbares Glockenspiel. Das wird wohl eine „durchaus sechsstellige Summe kosten“, kalkuliert Paul Raab. Dieses Geld soll ein Verein zusammentragen, der sich jetzt eigens für diesen Zweck gründete: der Förderverein Carillon Elmshorn.

In sechs bis sieben Jahren soll das außergewöhnliche Instrument erstmals erklingen. Aufbauen wollen es die Initiatoren in der Markthalle: „Da ist genügend Platz unterm Dach“, findet Paul Raab, als „Sekretär“ Vorstandsmitglied im neuen Förderverein. Die Markthalle soll im Zuge der großen Sanierung Krückauufer/Vormstegen saniert werden. Thomas Becken, Wirtschaftsförderer der Stadt und Zweiter Vorsitzender im Förderverein, gibt sich optimistisch: Er gehe davon aus, dass die Statik des Gebäudes hinterher für das Carillon ausreiche.

51 Glocken, die einen Klangumfang von vier Oktaven bieten, wollen die Förderer anschaffen – eine mehr als beim bisher landesweit einzigen Carillon in Kiel. Das wären genauso viele, wie in Hamburg im Mahnmal St. Nikolai. Das Elmshorner Glockenspiel würde unter die zehn größten der laut Wikipedia 43 deutschen Carillons kommen. Wirtschaftsförderer Becken freut sich auf die „Außenwirkung über die Stadt hinaus“, die das Instrument entfalten soll.

Christian Scheinert, der Vorsitzende des Fördervereins, beschreibt die Pläne zum Geldsammeln: „Patenschaften für die Glocken“ sollen Firmen und Privatleute zum Spenden bringen. „Wir wollen auch Bürgerglocken haben“, sagt Paul Raab: Wer zehn Euro dazugebe, werde auf einer Stifterplakette eingetragen.

Paten sollen auch bei der Planung dabei sein: Im kommenden Jahr wollen Vereinsvertreter Glockengießereien besuchen, um das Projekt vorzubereiten. Die Paten sollen mitkommen. Parallel dazu soll mit Experten der Stadt über die technischen Voraussetzungen in der Markthalle beraten werden.
Elmshorner sollen auch nach dem Aufbau möglichst nah an das Carillon herankommen. Sie sollen dem Spieler – dem Carilloneur – über die Schulter gucken, wenn er an seinem Spieltisch – dem „Stokken-Klavier – sitzt und die Glocken mit Tasten und Pedalen über Seilzüge anspielt. Vielleicht können sie sogar auf dem Glockenboden selbst stehen oder sitzen können.

Für das Elmshorner Instrument plant Paul Raab eine elektronische Zusatzsteuerung, mit der vorher eingespielte Stücke wiedergegeben werden können. Zum Buttermarkt könnte dann regelmäßig ein Lied erklingen, gespielt von Schülern einer Musikschule. Oder zu festen Stunden wird eine Melodie wiedergegeben.

Laut wird das Instrument sein, Christian Scheinert will damit schließlich „beitragen zur akustischen Gestaltung der Innenstadt“. Aber vor allem werde es auf dem Buttermarkt zu hören sein, prophezeit Paul Raab. Und weil am Rand des Marktplatzes, am Südufer der Krückau, Gastronomie geplant ist, rückt seine Vision vom Cappuccino mit Musikuntermalung näher.

>www.initiative-elmshorn.de


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen