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Elmshorner Nachrichten

10. Dezember 2016 | 09:59 Uhr

Buttermarkt-Geburtstag: Ein (fast) ganz normaler Markttag

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Im Sommer 1741 erteilte die damalige dänische Regierung die generelle Genehmigung zur Errichtung von Wochenmärkten in der Krückaustadt. Am Sonnabend feierte der Elmshorner Wochenmarkt, besser bekannt als Buttermarkt, mit einem originellen, reizvollen und zum Anlass passenden Programm sein 275-jähriges Bestehen.

So gaben sich auf der Sparkassen-Bühne neben der historischen Markthalle eine Reihe von Bands und Einzelinterpreten die Ehre und beschallten den Markt musikalisch. Die Markthändler verschenkten insgesamt 3000 bedruckte Taschen an die Kunden und hielten zudem die eine oder andere Überraschung für sie bereit. Mit dieser freundlichen Geste gewannen sie viel Sympathie.

Bürgervorsteher Karl Holbach ließ es sich nicht nehmen, zum offiziellen Auftakt des Festprogramms in der Geschichte des Wochenmarktes zu blättern und vor einer wachsenden Zuhörerschar die Entwicklung von der Gründung bis in unsere Tage hinein zu schildern, wobei er mit vielen Details aufwartete. So erwähnte er die unterschiedlichen Maße und Gewichte, die durch die Durchführung des Eichzwangs aufeinander abgestimmt wurden. Die erforderliche Marktordnung enthielt die bis heute gültige Bestimmung, dass die Wochenmärkte mittwochs und sonnabends stattfinden mussten.

„Die Einführung der Wochenmärkte brachte dem Flecken Elmshorn große ökonomische Vorteile“, erklärte Holbach. „Erst Jahre später, bedingt durch die wirtschaftspolitischen Verhältnisse, durften auch die Bewohner südlich der Krückau an diesen Vorteilen teilhaben.“

Heute stehen zwischen 65 und 70 Markthändler bei jedem Wind und Wetter mit ihren Ständen auf dem Buttermarkt, um ihre frischen Produkte zu verkaufen. Hinzu kommen noch einmal 15 Stände in der Markthalle.

Nach dem Wortbeitrag des Bürgervorstehers hatte Joachim Theege aus Kronsnest, besser bekannt als „Joki“, seinen Auftritt. Er unterhielt die Marktbesucher und -händler mit norddeutschen Liedern. Für seine musikalischen „Geburtstagsgrüße“ bekam er viel Beifall. Das galt später ebenso für den Bluessänger Dirk Theege und die Elmshorner Coverband „The Moneybrothers“.

Kai Krüger, seit 19 Jahren Marktmeister, findet das Programm, an dessen Erarbeitung er selbst mitgewirkt hat, als sehr angemessen. „Wichtig ist, dass es ausschließlich von Elmshorner Musikern gestaltet wird“, erklärt er. „Von Elmshornern für Elmshorner.“

Für Anke Rosenau, Inhaberin der „Kaffeeklappe“, ist der Buttermarkt zum Lebensinhalt geworden. „Ich bin nur noch Marktmensch – und zwar mit Leib und Seele“, bekennt sie. Willi Lüders vom Obsthof Lüders erinnert sich noch lebhaft an den 250-jährigen Geburtstag des Buttermarktes. Jetzt drückt er jedem Kunden eine bedruckte Tasche in die Hand und lädt ihn ein, sich aus der Apfelkiste zu bedienen – dazu sagt niemand „nein“. Während des Festprogramms verlief der Buttermarkt übrigens in den üblichen Bahnen: „Business as usual.“

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