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Elmshorner Nachrichten

19. Dezember 2014 | 13:10 Uhr

Ausschuss tagt im verwilderten Park

vom

Ringen zwischen Politikern und Investoren um einen Kompromiss zwischen Naturschutz und Wirtschaftlichkeit geht weiter

Elmshorn | Ein außergewöhnliches Projekt erfordert außergewöhnliche Vorgehensweisen: Damit sich die Mitglieder des städtischen Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt ein klares Bild machen können, zogen sie in den verwilderten Park des alten Elmshorner Krankenhauses. Hier, im Schatten der heutigen Seniorenresidenz "Lindenpark", wollen nämlich der Elmshorner Bauunternehmer Claus Grandt und sein Partner, der Hamburger Projektentwickler Arne Netzband, neue Wohnungen bauen. Erste Pläne der Investoren haben die Politiker verworfen, jetzt wurde gemeinsam an Ort und Stelle ein neuer Plan diskutiert.

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Die Situation ist kompliziert: Einerseits gehört den Investoren, die auch das alte Schwesternheim am Lindenpark gekauft und saniert haben, das Grundstück mit dem verwilderten Park und seinen zum Teil mehr als 100 Jahre alten Bäumen. Die Unternehmer wollen hier gern wirtschaftlich gewinnbringend Wohnungen bauen.

Zum anderen möchten die Politiker, dass die grüne Oase in Privathand nicht nur erhalten, sondern auch für die Anlieger, die Bewohner und Gäste der Seniorenresidenz und die Kinder des benachbarten Hortes frei zugänglich bleibt. Im Gegenzug wird eine "maßvolle bauliche Verdichtung" geprüft.

Bereits seit Wochen sind Politik, Verwaltung und Investoren auf der Suche nach einen Kompromiss, mit dem alle leben können (EN berichteten). Bislang vergebens. Mehr Klarheit sollte der Ortstermin, an dem auch Vertreter des Grünen Runden Tisches und die staatlich bestellten Baumgutachter anwesend waren, bringen. Auf wenig Kritik stieß ein geplanter viergeschossiger Baukörper westlich des Schwesternwohnheimes.

Der zweite Baukörper östlich des Heimes fand dagegen eher weniger Zustimmung, weil er den Park stark durchtrenne und zu dicht an der ungefähr 120 bis 130 Jahre alten Hängebuche stehe. Sie soll nach dem Willen aller Beteiligten unbedingt unangetastet bleiben.

Die Baumgutachter bescheinigten dem Park aufgrund jahrzehntelanger mangelnder Pflege einen teilweise sehr desolaten Zustand. Etwa die Hälfte der Bäume müsste auch ohne Bebauung fallen, allein wenn der Park wieder eine verkehrssichere, öffentliche Fläche werden sollte. Die Investoren versprachen, die Anlage auch mit Neuanpflanzungen zu altem Glanz bringen zu wollen, den Park zu pflegen und für die Allgemeinheit nutzbar zu belassen.

Letztlich beauftragte der Ausschuss einvernehmlich die Verwaltung, mit den Investoren weitere Gespräche zu führen. Das Ziel: Die Belange des Umweltschutzes und die wirtschaftlichen Interessen noch besser in Einklang zu bringen. Über einen dann sicherlich nochmals geänderten Plan wollen die Kommunalpolitiker noch vor der Sommerpause während ihrer Sitzung am 14. Juni beraten.

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erstellt am 28.Apr.2012 | 08:13 Uhr

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