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Elmshorner Nachrichten

10. Dezember 2016 | 21:28 Uhr

Aufräumen in Elmshorns Unterwelt

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Stadtentwässerung Neues Fahrzeug für 440 000 Euro erleichtert die Arbeit bei der Reinigung der Kanäle

„Praktisch“ ist das neue Arbeitsgerät für Wolfgang Bergmann. „Spülfahrzeug“ heißt es bei der Stadtentwässerung, es handelt sich um einen 430-PS-Lastwagen in orange mit großem Behälter und Schläuchen: Damit reinigen Bergmann und sein Kollege Torben Conrad die Elmshorner Kanäle. Aus ihrer Sicht der Clou: Sie können den Aufbau auf dem Dach, der die Schläuche trägt, um 180 Grad drehen und die Schläuche zum Beispiel über ein parkendes Auto hinweg im Kanal versenken.

Rund zehn Tage haben die beiden gebraucht, um sich in die 440 000 Euro teure Anschaffung einzuarbeiten. Das Handling ist anspruchsvoll, Bergmann deutet auf eine Tafel voller Knöpfe in verschiedenfarbigen Spalten am Heck. Zusätzlich trägt er eine Fernbedienung vor dem Bauch. Damit steuert er die Düse, die sich mit einem Druck von bis zu 175 Bar und 410 Litern Wasser pro Minute bis zu 200 Meter weit durch die Ablagerungen in den Rohren wühlt. Hinten fängt ein Saugschlauch das Gemisch aus Dreck, Sand und Wasser auf und transportiert es in den bordeigenen Tank. Sechs Kubikmeter Schlamm und fünf Kubikmeter Wasser fasst der Behälter.

Martin Röseke, bei der Stadtentwässerung für die Kanalüberwachung und -reinigung zuständig, lobt noch einen anderen Aspekt der Neuanschaffung: Im Lkw wird das Spülwasser gereinigt, aufbereitet und wieder benutzt. „Wir verschwenden kein Trinkwasser mehr, und wir können länger arbeiten“, hebt Röseke hervor. Die beiden älteren Modelle, die bei der Stadtentwässerung im Einsatz sind, spülen mit Trinkwasser aus dem Hydranten; nach ein bis zwei Stunden müssen sie zum Nachtanken fahren.

Gleichzeitig schafft das neue Fahrzeug größere Rohre, mit dem Spülfahrzeug können Kanäle bis zu einem Durchmesser von 1,20 Metern gereinigt werden. So dick sind in Elmshorn die Regenwasserkanäle, um die werden sich Bergmann und Conrad mit ihrem neuen Lkw jetzt vorrangig kümmern. „Da hat sich in den vergangenen Jahren viel Sand abgelagert“, schwant Röseke. Insgesamt unterhält die Stadtentwässerung in Elmshorn mehr als 400 Kilometer Schmutz- und Regenwasserkanäle, die regelmäßig inspiziert und gereinigt werden müssen. Das alte Fahrzeug, das jetzt nach 16 Jahren ausgemustert wurde, hofft Röseke noch gut zu verkaufen: „Halstenbek hat schon Interesse angemeldet.“

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erstellt am 29.Jul.2016 | 14:10 Uhr

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