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Elmshorner Nachrichten

08. Dezember 2016 | 03:13 Uhr

Appell an die Vermieter

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Frauenhaus Die Bewohnerinnen leben mit ihren Kindern auf engstem Raum und finden keine Wohnungen

Ein Frauenhaus bietet Frauen, die körperlich oder seelisch von Gewalt bedroht sind, Zuflucht, Beratung und Unterstützung. Als dauerhaftes Zuhause sind diese Häuser nicht ausgelegt – wenn es den Frauen nach einigen Tagen, Wochen oder Monaten wieder besser geht, suchen sie sich ein neues Zuhause. Sie bauen sich wieder ein normales Leben auf und versuchen, die schlimmen Erlebnisse hinter sich zu lassen.

Aber was, wenn es von potenziellen Vermietern immer wieder Absagen hagelt, wenn die Frauen teilweise sogar wegen ihrem Leben im Frauenhaus abgelehnt werden? „Viele macht das fertig, weil sie sich immer wieder Hoffnungen machen, die enttäuscht werden“, sagt eine Bewohnerin des Elmshorner Frauenhauses. „Sie sind gestresst und genervt. Eine Frau ist sogar zusammengebrochen.“ Sie selbst ist auch wegen ihrer dunklen Hautfarbe und ihres Akzents auf Ablehnung gestoßen.

Das Hauptproblem ist aber, dass viele Vermieter die Frauen deshalb nicht als Mieter wollen, weil sie Ärger mit gewalttätigen Männern befürchten. „Selbst hier im Frauenhaus kommt es aber nur selten vor, dass ein wütender Mann vor der Tür steht“, sagt Frauenhaus-Mitarbeiterin Maj-Birte Gernand. Zum einen lebten die Frauen anonym, bei den Ämtern sei eine Auskunftssperre verhängt. Zum anderen hätten sich die Konfliktsituationen während der Zeit im Frauenhaus bereits beruhigt.

Speziell im Elmshorner Frauenhaus ist der unfreiwillig längere Aufenthalt besonders schwierig, weil es an Platz fehlt. Die insgesamt 28 Frauen und Kinder sind in acht Schlafzimmern mit 9 bis 13 Quadratmetern untergebracht. Oft müssen Frauen mit Fremden in den kleinen, mit Stockbetten ausgestatteten Zimmern, leben.

Bereits vor drei Jahren hat der Trägerverein „Frauen helfen Frauen in Not“ einen Antrag auf Um- oder Neubau gestellt. Aber das Land, das die Miete an den Eigentümer des Hauses, die Stadt Elmshorn, zahlt, ist nicht bereit mehr Geld zur Verfügung zu stellen. Die Verhandlungen laufen – aber eine schnelle Lösung ist derzeit nicht in Sicht. Deshalb versuchen die Bewohnerinnen, so schnell wie möglich Wohnungen zu finden.

Sie plädieren an die Vermieter in Elmshorn, aber auch im ganzen Kreis Pinneberg: Wer eine Wohnung zu vermieten hat und den Frauen eine Chance geben will, kann sich werktags von 9 bis 17 Uhr unter der Nummer (0  41  21) 66  28 an das Büro des Frauenhauses wenden.

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erstellt am 20.Okt.2016 | 16:00 Uhr

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