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Elmshorner Nachrichten

23. März 2017 | 17:38 Uhr

Anlieger mit eindeutigem Votum

vom

Treffen der Bewohner der Ansgarstraße mit Abstimmung über die Formen des geplanten Straßenausbaus / Einstimmigkeit für die Variante 4

Elmshorn | Während eines Treffens haben sich Anlieger der Ansgarstraße nochmals gegen den Umbau ihrer Straße mit sogenannten Schutzstreifen für Radfahrer auf der Fahrbahn ausgesprochen. Die Männer und Frauen in der vollbesetzten "Margarethenklause" stimmten über alle drei von der Politik diskutierten Ausbauvarianten ab. Das Ergebnis: Ein einstimmiges Votum für eine Ausführung der Arbeiten nach der Variante 4. Sie sieht auf beiden Seiten der Straße neben einem 1,60 Meter breiten Gehweg einen 1,30 Meter breiten Fahrradweg vor, der allerdings - wie bisher auch - nicht von Radfahrern genutzt werden muss.

Wie mehrfach berichtet, hatte sich eine Mehrheit der Elmshorner Politiker im Mai 2011 für die Variante 3b mit beidseitig einem zwei Meter breiten Gehweg und einem 1,50 Meter breiten Radfahrerstreifen auf der Fahrbahn ausgesprochen. Die Sanierung der Ansgarstraße nebst Erneuerung der Kanalisation ist dann aber von 2012 auf das Jahr 2013 verschoben worden. Zuvor hatten die Anwohner gegen den Ausbau mit den sogenannten Schutzstreifen protestiert, ihn als "Todesstreifen" tituliert, 1141 Unterschriften gegen den Plan gesammelt und dem Vorsitzenden des zuständigen Ausschusses überreicht.

Über ihre Versammlung und das eindeutige Abstimmungsergebnis wollen die Anlieger jetzt alle Vorsitzenden der im Rathaus vertretenen Fraktionen schriftlich informieren und nochmals ihre Position darstellen. "Die Gefahren sind zu groß für die Radfahrer", begründet Anliegerin Katrin Timm nochmals die Ablehnung der von den Politikern eigentlich schon beschlossenen Ausbauvariante. Timm will wie ihre Nachbarn mit der Variante 4 die Straßenstruktur möglichst unverändert wissen. "Es ist seit den 60er-Jahren so, was ist daran schlecht? Die Unfallstatistik ist im Vergleich zu anderen Straßen gering - warum soll das geändert werden?", so die Anliegerin der Ansgarstraße.

Anders als die Anlieger sehen Fachleute Schutzstreifen auf der Fahrbahn für Radfahrer als sicher an. Auch der deutsche Städte- und Gemeindebund empfiehlt dieses Vorgehen. Elmshorns CDU-Fraktionschef Andreas Hahn hatte sich in der Debatte im Ausschuss deshalb auch für die Variante 3b ausgesprochen und angemerkt, dass man mit einem Fahrradstreifen auf der Fahrbahn in anderen Städten sehr gute Erfahrungen gesammelt hätte. Auch wenn sie subjektiv gefährlich erschienen, seien sie objektiv die sicherste Variante, und man solle sich dem nicht verschließen.

Den Anliegern geht es aber gerade um die Sicherheit der Radfahrer, besonders der Schulkinder. Sie wissen in diesem Punkt zum Beispiel auch Bürgermeisterin Brigitte Fronzek auf ihrer Seite, die sich ebenfalls - zumindest in der Ansgarstraße - gegen eine erstmalige Einführung eines Schutzstreifens in Elmshorn aussprach.

Doch die Anwohner sehen noch weitere Nachteile der Variante 3b: Der Fußgängerweg sei mit nur zwei Metern zu schmal. Bei der Variante 4 sei er zwar nur 1,60 Meter breit, aber der Radweg mit 1,30 Meter Breite und ein 0,50 bis 0,75 Meter Sicherheitsabstand zur Fahrbahn würden eine Breite von insgesamt rund 3,60 Metern ab Bordstein ergeben. Dann könne zum Beispiel Mülltonnen oder Sperrmüll besser ausgewichen werden. Außerdem sei die Fahrbahn mit dem Schwerlastverkehr nicht so dicht an den Häusern, was die Bausubstanz schone und die Lärmbelästigung verringere.

So oder so geht die Diskussion um den Ausbau der Ansgarstraße weiter. Verwaltung und Politik werden das Thema vor Planungsbeginn auch noch zum Tagesordnungspunkt einer Einwohnerversammlung machen.

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erstellt am 22.Mär.2012 | 07:42 Uhr

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