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Elmshorner Nachrichten

03. Dezember 2016 | 07:53 Uhr

Optimierung des Busverkehrs : Alles besser – aber erst in einem Jahr

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

ÖPNV: Sechs Punkte zur Optimierung des Busverkehrs haben die Fraktionen beschlossen, alles andere soll eine Arbeitsgruppe klären.

Elmshorn | Im Sitzungsraum der Weißen Villa waren die Stühle im Zuschauerbereich am Donnerstagabend bis auf den letzten Platz besetzt. Gekommen waren fast alle Besucher des Ausschusses für Stadtentwicklung nur wegen einem Tagesordnungspunkt: der Weiterentwicklung des Elmshorner Stadtbus-Verkehrs.

In den vergangenen Monaten war das Interesse aus der Bevölkerung an diesem Thema ungewöhnlich groß. Es bildete sich eine Fahrgast-Initiative, die über 2100 Unterschriften sammelte und mit SPD, CDU und den Grünen legten gleich drei Fraktionen ihre Vorstellungen für einen verbesserten Busfahrplan vor. Oder wie es Claudius Mozer, Nahverkehrsbeauftragter des Kreises Pinneberg, ausdrückte: „Alles was diskutiert worden ist, wurde gemeinsam mit den Erfahrungen aus den letzten zehn Jahren in die Waagschale geworfen.“

Entsprechend gut passten die Vorschläge der Verwaltung zu den Ergebnissen der vorhergegangenen öffentlichen und politischen Diskussion – und entsprechend einstimmig fiel das anschließende Votum der Fraktionsvertreter aus. Allen sechs Vorschlägen für die Attraktivitätssteigerung des Elmshorner Bus-Verkehrs stimmten sie einstimmig zu.

Konkret geht es um folgende Punkte:

  1. Der Betriebsbeginn der Linien 6500 bis 6504 wird von sechs Uhr auf fünf Uhr um eine Stunde vorverlegt. Das kommt vor allem Pendlern entgegen, die früh ihren Zug nach Hamburg erreichen müssen.
  2. Auf den Linien 6500 bis 6503 wird der Betriebsschluss gleichzeitig bis etwa 24 Uhr nach hinten verlegt. Pendler, die erst spät von ihrer Arbeit etwa in der Gastronomie nach Elmshorn zurückkehren, können so noch mit dem Bus nach Hause fahren. Außerdem ist das Kino auf diese Weise besser angebunden. Bislang sind die letzten Busse im Gewerbegebiet „Grauer Esel“ sonnabends gegen 20 Uhr gefahren.
  3. Im Industriegebiet Süd wird der 30- beziehungsweise 60-Minuten-Takt auf den Linien 6501 und 6502 ausgedehnt. Die Lücken in der Taktung werden geschlossen.
  4. Die Anzahl der dreitürigen Standardbusse wird von vier auf sechs angehoben. So sind die Busse besser ausgelastet. Außerdem wird die Mehrzweckfläche für Kinderwagen und Fahrgäste mit Rollstühlen und Rollatoren erweitert, in dem weniger feste Sitze und dafür mehr Klappsitze installiert werden. Immer wieder waren Beschwerden laut geworden, weil in den Stoßzeiten Frauen mit Kinderwagen oder Senioren mit Rollatoren von den Bussen nicht mehr mitgenommen werden konnten.
  5. Ab 2018 sollen mindestens 75 Prozent der Busse über die strengste Abgasnorm EURO 6 verfügen, ab 2023 sollen es 100 Prozent sein.
  6. 2018 sollen außerdem alle Haltestellenmasten erneuert oder modernisiert werden. Die 2005 aufgestellten Masten sind veraltet, unter anderem sollen die Haltestellenschilder besser lesbar gemacht werden.

All diese Veränderungen wollen die Elmshorner Politiker zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2017 umsetzen. Der früheren Umsetzung der Vorverlegung des Betriebsbeginns zum Dezember 2016, die zwischenzeitlich im Gespräch war, erteilten die Fraktionen eine Absage – für eine so aufwendige Umstellung sei nicht mehr ausreichend Zeit.

Einer der Hauptwünsche der Fahrgastinitiative ist in diesem Katalog noch nicht aufgeführt: Die Verdichtung des Fahrplanangebots in den Hauptverkehrszeiten auf den Linien 6501 und 6502. „Das haben wir nicht vergessen“, sagte Mozer. „Eine solche Verdichtung ist aber so komplex, dass die sorgfältige Bearbeitung einiger Zeit bedarf.“

Sein Vorschlag, im ersten Halbjahr 2017 eine Arbeitsgruppe einzurichten, die sich mit allen Fahrplanänderungswünschen der Fahrgastinitiative, der Fraktionen und des Fahrgastverbands Pro Bahn auseinandersetzt, fand große Zustimmung. Darin sollen voraussichtlich die Vertreter der Fraktionen, der Fahrgastinitiative, des Fahrgastverbands und des Seniorenrates mitarbeiten. „Bis Ende des ersten Halbjahres könnten wir dann einen Konsens erarbeiten, den wir den Fraktionen vorschlagen können“, sagte Mozer.

Ein weiteres Thema sprach Hans-Joachim Seiffert (SPD) an: Es müsse dringend eine bessere Vernetzung zwischen Bussen und Zügen her, damit Pendler nicht ständig ihren Bus verpassen, nur weil der Zug wenige Minuten Verspätung hat. Dieses Problem löst sich laut Mozer voraussichtlich bis Ende 2017 von selbst. Dann soll es nämlich im gesamten HVV eine Echtzeit-Information für Busse und Züge geben, die auch die Busfahrer einsehen und daran ihre Abfahrzeiten anpassen können.

Im Dezember 2017 ist nicht nur der Fahrplanwechsel, sondern auch die Neuvergabe des Busverkehrs in Elmshorn geplant. Die SPD hat bereits öffentlich für eine Direktvergabe an die Kreisverkehrsgesellschaft in Pinneberg (KViP) plädiert. Über das Thema haben die Politiker im nichtöffentlichen Teil diskutiert. Öffentlich gemacht wird das Ergebnis, wenn sich auch die Kreisgremien damit befasst haben.

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erstellt am 15.Okt.2016 | 09:06 Uhr

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