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Elmshorner Nachrichten

03. Dezember 2016 | 12:47 Uhr

Gemeinsam für den Klimaschutz : 20 Jahre Umweltprojekte

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Festakt: Elmshorn und die Umlandgemeinden finanzieren seit 20 Jahren über den Klimaschutzfonds Umweltprojekte.

Elmshorn | In Schleswig-Holstein einzigartig, unbürokratisch, regional – und durchaus beliebt: Der Elmshorner Klimaschutzfonds hat in 20 Jahren mehr als 462 Projekte mit insgesamt 500.000 Euro gefördert. Pro Jahr können somit rund 1000 Tonnen des Klimagases Kohlendioxid eingespart werden. Ein Erfolgsmodell – doch, das wurde bei der Jubiläumsfeier deutlich: Noch lange kein Grund zu feiern. Der Klimawandel ist längst Realität, sind sich die Veranstalter sicher. Weitere Maßnahmen müssen folgen.

Die gute Nachricht zuerst: Mit der Einrichtung des Klimaschutzfonds im Jahre 1996 hat Elmshorn in Sachen Klimaschutz eine Vorreiterrolle eingenommen. Dennoch falle es oft schwer, die richtigen Konsequenzen zu ziehen, mahnte Stadtrat Dirk Moritz während der Feierstunde im Rathaus. Umso bemerkenswerter sei „die hohe Bereitschaft der Bürger, Anlagen für erneuerbare Energien aufzubauen“. Dazu habe der Klimaschutzfonds maßgeblich beigetragen.

Denn: Jeder Bürger der Stadt Elmshorn und der Gemeinden Altenmoor, Horst, Kiebitzreihe, Klein Nordende, Klein Offenseth-Sparrieshoop, Kölln-Reisiek, Raa-Besenbek, Seester, Seestermühe und Seeth-Ekholt kann einen Antrag auf Förderung stellen. Jährlich stehen dafür 35.000 Euro zur Verfügung. Das Geld stammt aus der Stadt Elmshorn und den angehörigen Gemeinden: Pro Einwohner wird jährlich eine freiwillige Abgabe in Höhe von 50 Cent gezahlt.

Begeistert von diesem Modell zeigte sich auch Staatssekretärin Dr. Ingrid Nestle vom schleswig-holsteinischen Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume: „Der Klimaschutzfonds ist ein bürokratiearmes Instrument, mit dem Investitionen mit einem Gesamtwert von rund neun Millionen Euro realisiert werden konnten.“ Und das Geld hilft nicht nur der Umwelt: 98 Prozent der Aufträge sei von Unternehmen aus Schleswig-Holstein realisiert worden, wovon 70 Prozent sogar aus der Elmshorner Region stammen.

500 000 Euro wurden in Elmshorn und den beteiligten Umlandgemeinden bisher investiert.
500 000 Euro wurden in Elmshorn und den beteiligten Umlandgemeinden bisher investiert. Foto: en

Dem Klimawandel zu begegnen sei eine „Herkulesaufgabe“, machte Nestle deutlich. Schleswig-Holstein sei vom steigenden Meeresspiegel, stärkeren Sturmfluten und extremen Regenereignissen künftig stärker bedroht und müsse Schutzmaßnahmen ergreifen. „Selbst das bestmögliche Szenario, ein Temperaturanstieg von zwei Gard Celsius ist hochgefährlich“, so Nestle. Und doch sei es nur mit „größtmöglichen Anstrengungen“ zu erreichen, den Temperaturanstieg auf zwei Grad zu begrenzen. Der Fonds sei ein wichtiges Instrument, um den Klimawandel einzudämmen.

 

Heinz Rose, Siegfried Golz und Thorsten Mann-Raudies, allesamt Gründungsmitglieder des Klimaschutzfonds, gaben einen Rückblick auf die ersten Jahre des Fonds. „Wir hatten Tschernobyl erlebt, den Bau von Brokdorf – und wir wollten einfach weg von diesem Dreckszeug, neue Wege gehen und sinnvolle Maßnahmen ergreifen“, erinnerte sich Rose an die damalige Motivation. „Der Wunsch ist, dass die Stadt Elmshorn einmal sagen kann: Wir sind unabhängig von jeglichen Energielieferanten, wir sind autark“, gab Mann-Raudies den Ausblick vor. „Wir stehen an einem Scheidepunkt“, sagte Elmshorns Klimaschutzmanager Markus Pietrucha. „Erneuerbare Energien sind längst Teil des Alltags“, der Fonds werde daher künftig noch stärker auf einen hohen Wirkungsgrad der geförderten Anlagen Wert legen. „Wir wollen die Region Elmshorn als attraktive Klimaschutz-Region weiter festigen“, sagt Pietrucha. Dank neuer technischer Möglichkeiten sei die Bandbreite der Projekte hoch: „Vorwiegend wurden Photovoltaik- und Solarthermie-Anlagen gefördert, zuletzt aber auch Blockheizkraftwerke und, ganz frisch, eine Brennstoffzelle in Horst.“ Der Klimaschutzfonds sei ein starkes Mittel, um den Klimaschutz zu fördern – und profitabel für die ganze Region.

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erstellt am 29.Nov.2016 | 12:15 Uhr

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