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Eckernförder Zeitung

26. Februar 2017 | 15:47 Uhr

UMBRUCH ALS AUFBRUCH : Zukunftsvision: Eine Kirche und ein Gemeindehaus

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Kirchengemeinde St. Nicolai steht vor Veränderungen. Vor dem neuen Gemeindehaus erfolgt komplette Sanierung der Kirche.

Eckernförde | Die Kirchengemeinde St. Nicolai ist im Umbruch. Die umfangreichen Sanierungsarbeiten an der 800 Jahre alten Stadtkirche stellen nur ein Stück des Weges dar, den die Verantwortlichen der Kirchengemeinde gehen wollen. Aufgrund der angespannten Haushaltslage steht die Institution Kirche auf dem Prüfstand, genauer gesagt ihre Gemeindehäuser. Die Zukunft der Gemeindehäuser war neben der Kirchensanierung das beherrschende Thema auf der Gemeindeversammlung am Montagabend in St. Nicolai.

Aus drei mach eins – so lautet die Marschrichtung des Kirchengemeinderats. Nach dem Verkauf des Hauses im Wulfsteert unterhält die Kirchengemeinde noch das Langlo-Haus und das Haus im Brookhörn.Und trotzdem stehen angesichts des knappen Haushaltes zu viele Ausgaben an, die doppelt gezahlt werden müssen, wie zweimal Reinigung oder zweimal Hausmeister. „Wir haben einen Haushalt von 1,3 Millionen Euro, davon sind 250  000 Euro Kirchensteuer“, skizziert Pastor Dirk Homrighausen als Vorsitzender des Kirchengemeinderates die Situation. Über die Jahre sei die Ausgleichsrücklage der Kirchengemeinde von über 250  000 Euro auf 60  000 Euro geschmolzen – der Kirchengemeinderat müsse reagieren. Um Kosten zu sparen, soll es in Zukunft nur noch ein einziges Gemeindehaus geben. Vier Alternativen wurde am Montagabend vorgestellt:

> Das Langlo-Haus: die Pastorenwohnung müsste wegfallen, ein Anbau im Garten könnte Platz schaffen, der Brandschutz müsste erneuert werden.

> Anmietung oder Kauf eines Objektes in der Innenstadt.

> Neubau eines Gemeindehauses an der Reeperbahn/Nooröffnung.

> Ein Gemeindehaus auf dem Kirchplatz an der Nordseite der Kirche.

Ein Gedanke, der reizvoll sei und der Kirche viele neue Möglichkeiten eröffne, erklärte Homrighausen. „Die Kirche und ihr Gemeindehaus mitten in der Stadt könnten Impulse fürs städtische Leben geben“, so der 49-Jährige.

Auf der Gemeindeversammlung war bereits ein erster kleiner Entwurf des Architekten Prof. Peter Busmann zu sehen, der das zukünftige Gemeindehaus in einer Skulptur sieht: eine Pyramide mit einer großen Glasfassade schaffe Licht, auch nach unten, denn ein wesentlicher Teil des Gebäudes könnte sich im Erdreich befinden. „Wir sind noch in der Findungsphase“, sagt der Pastor.

Ihm und dem Kirchengemeinderat sei Transparenz oberstes Gebot. „Wir wollen alle Gemeindeglieder in den Prozess einbeziehen.“ 6142 Gemeindeglieder zählt die Kirchengemeinde St. Nicolai. Schautafeln während der Gottesdienste und bei der Wahl des neuen Kirchengemeinderates am 1. Advent sollen die Gemeindeglieder informieren. Um für den Bau oder den Kauf eines neuen Gemeindehauses Förderung vom Kirchenkreis zu erhalten, verlangt dieser, sich vorab um die Zustand der Kirche zu kümmern. Zwei Millionen Euro sind für die Sanierung veranschlagt, 900  000 Euro kommen vom Kirchenkreis. Für die Restsumme sollen Förderprogramme von Land, Bund und Stiftungen angeschrieben werden. Für die Sanierung der Holzschäden, des Mörtelverstrichs und des Mauerwerks sowie der 1800 Quadratmeter großen Dachfläche sind knapp zwei Jahre angesetzt.

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erstellt am 02.Nov.2016 | 09:48 Uhr

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