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Eckernförder Zeitung

08. Dezember 2016 | 03:13 Uhr

Interview : Zu Hause zwischen Berlin und Barcelona

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Chartstürmer Alvaro Soler begeistert das Kieler Publikum

Mit seinem diesjährigem Sommerhit „Sofia“ stürmte der 25-jährige Alvaro Soler die Charts. Seine zweite Single greift das Lebensgefühl seiner ersten Single „El Mismo Sol“ auf und verleitet eine zum Mitsingen. Dies stellte der sympathische Popsänger auch bei dem diesjährigen R.SH-Kindertag in Kiel unter Beweis. Ihm stand ein begeistertes, gut gelauntes Publikum gegenüber.


Du bist in Barcelona geboren und aufgewachsen, warst dann für sieben Jahre in Tokio, dann wieder in Barcelona und jetzt seit eineinhalb Jahren in Berlin. Was hast du aus der Zeit in Tokio für dich persönlich an Traditionen und Kultur mitgenommen?
In Tokio gibt es einen unheimlichen Respekt gegenüber den Mitmenschen, es wird nichts gestohlen. Es ist echt interessant zu sehen, wie unterschiedlich die Kulturen sind. Wenn die Japaner nach Barcelona kommen, dann werden sie als erstes ausgeraubt, weil sie einfach jedem vertrauen. Ich bin dort immer auf eine deutsche Schule gegangen, deshalb kann ich auch Deutsch sprechen. In der Schule gab es viele Aktivitäten, die mit sehr viel Spaß verbunden waren, wie zum Beispiel der Schulchor, an dem die ganze Klasse teilnahm. Ich habe auf jeden Fall sehr viele Musikqualitäten aus Tokio mitgenommen und die Freude an der Musik hat sich bei mir noch weiter verstärkt.


Wie viele Sprachen kannst du eigentlich sprechen? Kannst du auch Japanisch?
Ich kann noch ein bisschen Japanisch, jedoch nicht mehr so gut. Aber ich verstehe noch einiges, es kommt halt darauf an, worüber man redet. Insgesamt habe ich schon viele Sprachen gelernt, neben Deutsch in Japan hatte ich in Barcelona Französisch und auf der Straße kam noch Katalan dazu. Allerdings, wenn man so viele Sprachen kann, hat man manchmal das Gefühl, dass man keine von denen so ganz perfekt beherrscht. Das finde ich schade. Deshalb habe ich mich nach der Schule auf etwas weniger Sprachen konzentriert, damit ich diese überhaupt richtig sprechen kann. Da habe ich Deutsch, Englisch und Spanisch gewählt.


Welchen beruflichen Weg hättest du eingeschlagen, wenn es mit der Musik nicht geklappt hätte?
Ich habe eigentlich Industriedesign studiert und wäre dann wahrscheinlich Autodesigner geworden, das war damals mein Plan. Ich liebe Autos und so etwas war immer in mir drin. Das coole ist aber, das beide Sachen, also Musik und Industriedesign, Berufe sind, in denen man kreativ sein muss. Wenn man ein Auto designt, zeichnet man zunächst Entwürfe, danach geht es auf den Markt und dann sieht man es auf der Straße und denkt, das habe ich gemacht, das ist mein Design. Genau dasselbe haben wir auch in der Musik. Erst ist man im Studio, komponiert das Lied mit der Gitarre oder womit auch immer, nimmt es dann auf und schließlich läuft es im besten Fall im Radio, die Leute hören es und singen es mit. Und eben dieses Gefühl, welches man in beiden Berufen hat, genau das habe ich gesucht. Ich wollte nicht wegen des Geldes Designer werden, sondern weil mich das Gefühl so fasziniert.


Wenn du dich mit drei Adjektiven beschreiben würdest, welche wären es?
Ruhig, respektvoll und positiv.


Du wohnst zurzeit in Berlin. Fühlst du dich denn eher dort oder in Barcelona zu Hause?
Es ist ein bisschen beides, denn Barcelona ist natürlich meine Heimat. Jedes Mal, wenn ich dort bin, gehe ich mit einem Grinsen im Gesicht durch die Straßen. Außerdem leben meine Familie und Freunde dort. In Berlin habe ich mein kleines Appartement in dem ich mich auch sehr wohl fühle und entspannen kann. Das ist auch ein wichtiger Teil von mir. Natürlich ist Barcelona mehr meine Heimat, aber Berlin ist jetzt auch schon seit fast zwei Jahren mein zu Hause.


Deine Songs sind ja eher fröhlich und positiv. Was brauchst du denn persönlich, um glücklich zu sein?
Um glücklich zu sein, brauche ich eigentlich nicht viel. Ich bin sehr einfach in solchen Dingen und liebe z.B. Essen. Wenn ich gutes Essen habe bin ich sehr froh, ansonsten verbringe ich meine Zeit gerne mit meinen Freunden oder der Familie, vor allem jetzt, wenn ich nicht so viel Zeit habe. Außerdem macht mich Reisen auch sehr glücklich, aber ich bin auch gerne zu Hause und habe dort meine Routine. Natürlich macht mich auch die Musik total glücklich. Ich bin nämlich eine Person, die Musik braucht, um sich entspannen zu können.


Willst du noch etwas ganz Bestimmtes in deinem Leben erreichen?
Also mein Ziel ist es, einfach immer von der Musik leben zu können oder zumindest das zu machen, was mir gefällt, auch wenn ich irgendwann vielleicht nicht mehr von der Musik leben kann. Für mich persönlich hoffe ich, dass ich einfach glücklich bin, bei dem was ich mache und auch eine richtige Umgebung um mich habe.
 





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erstellt am 09.Sep.2016 | 06:55 Uhr

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