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Eckernförder Zeitung

02. Dezember 2016 | 19:11 Uhr

Zeit für klare Worte und kluge Entscheidungen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Dreieinhalb Jahre nach der frohen Botschaft aus dem Kreistag, nicht nur die Geburtsstation, sondern auch die Kinderabteilung an der Imland-Klinik Eckernförde erhalten zu wollen, ploppt das offensichtlich unerledigte Thema jetzt wieder auf. Wie nicht anders zu erwarten mit mächtig Getöse. Die Eckernförder Beleg-Kinderärzte haben den Dienst eingestellt, das Krankenhaus sucht unter argwöhnischer Beobachtung vieler betroffener Eltern händeringend nach einer Lösung. Wie die aussehen kann und zu welchem Preis sie zu haben ist, ist noch Verschlusssache. Die Geschäftsführung wird sie zunächst am 6. Dezember dem Aufsichtsrat vorstellen, der dem Kreistag dann eine Empfehlung unterbreitet.

So ist die Verabredung. Es wird Zeit für klare Worte, verlässliche Entscheidungen und tragfähige Konzepte. Das haben die Mitarbeiter und die Eltern verdient.

Wie sieht’s aus mit der Fassadengestaltung und den Anbauten in der Käthe-Kollwitz-Siedlung, was passiert bei der Marine, welche Entwicklungsmöglichkeiten gibt es im Museum? So gewichtige Themen sind Anlass für Ortstermine mit den Entscheidungsträgern aus der Kommunalpolitik. Sie erfahren aus erster Hand, wie es vor Ort aussieht. Das ist klug. Zwar sind die daraus folgenden Entscheidungen kein Garant für eine ebensolche Politik, aber zumindest ist der Wille erkennbar, Dinge zum Wohle der Stadt zu bewegen. Und die frische Luft belebt in der Regel auch den Geist und senkt die im Ratssaal oft bedenklich hohen Werte der politischen Schwafel-Quote erheblich.

Den Grünen ist jetzt im Hauptausschuss klar signalisiert worden, dass ein solcher Ortstermin in der künftigen zentralen Grundschule im südlichen Eckernförde nicht gewünscht wird. Fraktionschef Edgar Meyn hatte eine öffentliche Begehung und Begutachtung am Wulfsteert unter der Federführung des Bauausschusses beantragt, weil nach seiner Auffassung nicht nur der Schulausschuss, sondern auch das Bauressort für das 3,4 Millionen schwere Sanierungs- und Bauprojekt zuständig ist und sich die Sache mal anschauen sollte. Kein allzu abwegiger Gedanke. Dennoch zeigte die Mehrheit ihm die kalte Schulter.

Sicher, es gibt kein Zurück mehr, kein Verbleib der Gorch-Fock-Schule im Schulzentrum Süd, die Messe ist gelesen und hätte – wenn überhaupt – viel früher politisch angepackt werden müssen. Dennoch ergibt es Sinn, wenn Politik auf Realität trifft und sich von Praktikern vor Ort erzählen lässt, warum und wofür eben jene 3,4 Millionen Euro eingesetzt werden sollen und warum das auch noch sinnvoll ist.

Im Grunde ist jede Schule einen Ortstermin wert. Nur dann lassen sich Vergleiche ziehen, Unwuchten erkennen und verantwortbare Entscheidungen treffen, die in nicht allzu ferner Zukunft auch im nördlichen Stadtteil anstehen dürften.

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erstellt am 26.Nov.2016 | 06:56 Uhr

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