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Eckernförder Zeitung

03. Dezember 2016 | 14:47 Uhr

Ärger am Knick : Zank um wuchernde Zweige

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Nachbarschaftsstreit im Mühlenweg: Hans-Jürgen Bartelsen wird Sachbeschädigung vorgeworfen / Anzeigenerstatter sehen Privateigentum beschädigt

Fleckeby | Hans-Jürgen Bartelsen sieht sein ehrenamtliches Engagement mit Füßen getreten. Nach der umfangreichen Sanierung des Mühlenweges im Jahr 2014 haben die Anwohner der Straße das einst unscheinbare Plätzchen an der Einmündung zur Kreisstraße mithilfe der Gemeindearbeiter neu gestaltet. Tisch und Bänke sowie eine Infotafel wurden aufgestellt, Rasen eingesät und Beete angelegt. Findlinge und eine aus Hufeisen konstruierte Skulptur machen den rund 200 Quadratmeter großen Platz zu einem Kleinod im Dorf. Damit das auch so bleibt, haben sich die „Mühlenweger“ bereit erklärt – in Rücksprache mit der Gemeinde – die Fläche zu pflegen, allen voran Hans-Jürgen Bartelsen. Die rund 20 Anwohner zahlen jährlich in eine Gemeinschaftskasse, um Ausgaben – außer der Pflege – zu decken. Der Überschuss soll beizeiten für ein Mühlenweg-Fest genutzt werden. Doch jetzt liegt ein dunkler Schatten über der Straßengemeinschaft.

Denn Hans-Jürgen Bartelsen hat im Zuge dieser Arbeiten eine Strafanzeige wegen Sachbeschädigung erhalten (§303 Strafgesetzbuch). Der Rentner wird von einem Ehepaar beschuldigt, den Knick ihres Grundstückes beschnitten und die entstandenen Abfälle dort abgelegt zu haben. Und Bartelsen ist durchaus geständig. Er gibt in der schriftlichen Anhörung zu, einige herausragende Zweige aus dem Knick abgeschnitten zu haben, um den gemeindeigenen Seitenstreifen zwischen Knickfuß und Straße mähen zu können. Bartelsen gibt ebenfalls zu, Wiederholungstäter zu sein. „2015 haben ich schon einmal wildwuchernde Zweige entfernt, das wurde mir vom Eigentümer untersagt. Ich sollte das nächste Mal fragen“, so Bartelsen. In diesem Jahr waren dem Ehrenamtler wieder Zweige im Weg und er bat die Eigentümer darum, diese zu entfernen. „Mehrere Wochen lang ist aber nichts passiert“, so Bartelsen. Und dann habe er halt erneut zur Heckenschere gegriffen. Die Zweige habe er zunächst liegen lassen. Als er nach einer Besorgung kurze Zeit später wiederkam, waren diese verschwunden. Er ging davon aus, dass die Eigentümer sie selbst entsorgt haben. Dass sie aber im Knick lagen , sei Bartelsen nicht aufgefallen. Wie sie dahin gekommen sind, ist bislang unklar.

Drei Wochen später landete die Strafanzeige in seinem Briefkasten. Auf Nachfrage der Eckernförder Zeitung betonen die Erstatter der Anzeige , dass Bartelsen wiederholt unrechtmäßig ihren Knick zurückgeschnitten hätte. Bei dem Knick handele es sich um Privatbesitz. Diese eigenwilligen und ohne rechtliche Handhabe vorgenommenen Rückschnitte ihres Eigentums habe schließlich dazu geführt, dass sie Rechtsmittel eingelegt haben. Das Ehepaar betont: „Diese Eigenmächtigkeit des Handelns ist weder durch die Gemeindevertretung, noch durch uns autorisiert worden.“ Als Eigentümer eines Grundstückes wolle man sich mit einem Knickbewuchs schützen.

Gegenüber der Polizei hat sich Hans-Jürgen Bartelsen bereits geäußert und auch seine Empörung über die Anzeige kundgetan. Er hofft sogar, dass die Sache vor Gericht kommt. „Zu einer Schiedsperson will ich nicht“, betont er. Vor Gericht, so hoffe er, komme deutlich heraus, wie unfair mit dem Ehrenamt in diesem Fall umgegangen wird.

 

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erstellt am 01.Okt.2016 | 06:44 Uhr

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