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Eckernförder Zeitung

08. Dezember 2016 | 15:33 Uhr

Satire : Wulff und Würdemann: Für die Freunde des derber Humors

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

„Poetry-Queen“ Liefka Würdemann und der ehemalige NDR-Moderator und Stadionsprecher Rainer Wulff unterhielten 50 Gäste im Alexys in Strande

Strande | Zu einem literarischen Abend, „von dem wir hoffen, dass er lustig wird. Es wird schlimm“, begrüßte Hamburgs „Poetry-Queen“ Liefka Würdemann die über 50 Zuhörer im Alexys, wo sie am Mittwochabend zusammen mit Rainer Wulff Satire, Ironie und Sarkasmus pur zum Besten gab. Lustig wurde es.

Journalist Rainer Wulff, vielen sicherlich noch bekannt als Moderator beim NDR, für den er 37 Jahre lang tätig war, und Liefka Würdemann, die neben ihrer freien Tätigkeit als Autorin noch eine halbe Stelle in der Verwaltung des Instituts für Romanistik an der Uni Hamburg inne hat, lernten sich vor drei Jahren über eine Lesung der von Würdemann mit initiierten Lesebühne kennen. „Es war eine Lesung zum Thema Sport und da haben wir Rainer Wulff dazu geholt und festgestellt, dass die Zusammenarbeit auf der Bühne hervorragend klappt“, so die 37-Jährige. Und auch wenn Wulff beim NDR mehr für die Kultur denn für den Sport zuständig war, besteht eine Verbindung zum Fußball – weniger zum Ball als zum Mikrofon: Seit über 30 Jahren ist er ehrenamtlicher Stadionsprecher beim FC St. Pauli und damit der dienstälteste Stadionsprecher im deutschen Profi-Fußball. So war es auch nicht weiter verwunderlich, dass es bei seinen Geschichten zum Teil auch um das „Runde, das ins Eckige“ muss, ging. Darum, dass seine Fußballkarriere nie richtig begann, auch, weil in der Schule eher Geräteturnen angesagt war, was die Muskeln, inklusive des Schließmuskels, arg strapazierte. Beim Fußball war für den mittlerweile 73-Jährigen der Ball das größte Problem. Fußball ist eben ein merkwürdiger, unberechenbarer Sport, bei dem sich durch die gegnerische Mannschaft alles noch verkompliziert und, wie Wulff preisgab, „für mich aus eigener Erfahrung auch durch den Ball“.

Liefka Würdemann, die sich in ihren Texten ausschließlich selbst verarbeitet, sagte zu ihrer ersten Geschichte, dass sie Streit hasst, dass sie es vorzieht, dass sich „alle lieb haben“. Was die Geschichte, in der „Arschloch“ noch zu den harmlosen Begriffen zählte, bestätigte – oder auch nicht. Es ging in den Geschichten um Fußball, Alltägliches und um allzu Menschliches – von Streit bis Sex. Wobei Letzteres in „entsafteter Version“, wie Wulff betonte, vorgetragen wurde. Es wurde festgestellt, dass „wer schläft, sündigt nicht, wer vorher sündigt, schläft besser“ oder auch, dass „Männer zwei Minuten für den Sex brauchen, aber danach sieben Minuten um einzuschlafen, was gefährlich sein kann, da man dann schon wieder auf dem Heimweg ist“. Auch wurde die Frage aufgeworfen, ob der „gute alte Nachttopf ausgedient hat oder ob er nur noch benötigt wird, um im Frühjahr die Maibowle darin anzusetzen“.

Ein „romantischer“ Text von Liefka Würdemann beschäftigte sich schließlich mit Amor, der durch die Partnerbörsen im Internet arbeitslos zu werden droht und schließlich ins Fach der Auftragskiller wechselt. Geschichten eben, die das Leben schrieb und die mit Mitteln der Satire plus einer gehörigen Portion Sarkasmus und Ironie daherkamen.

Auf die im Gespräch gestellte Frage, wie zwei Hamburger Künstler ausgerechnet nach Strande kommen, kam von Liefka Würdemann die ebenso einfache Antwort: „Mit dem Auto“. Ach was! Zu Alexys kamen sie über Rainer Wulffs Partner, Torsten Statz, dessen Bruder im Wohld lebt und den Kontakt hergestellt hatte. Und wer weiß – vielleicht war das erste Mal ja nicht das letzte Mal, dass Würdemann und Wulff in Strande aufschlagen. Zu wünschen wäre es. Liebhaber eines teilweise derb daherkommenden Humors kamen jedenfalls auf ihre Kosten.

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erstellt am 14.Mai.2016 | 06:50 Uhr

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