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Eckernförder Zeitung

30. September 2016 | 22:18 Uhr

AUSSTELLUNG GALERIE CARLSHÖHE : Worte werden Wirklichkeit

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Verein Natur und Kultur Carlshöhe präsentiert auf seiner neuen Ausstellung ein soziales Kunstprojekt. Das Geheimnis wird auf der Vernissage am Sonntag, 25. September, gelüftet.

Eckernförde | Kunst ist vielfältig, Kunst ist unendlich, die Grenzen zwischen den einzelnen Genres, Wort, Bild und Musik sind fließend – Künstler finden Inspiration im jeweils anderen Bereich und schaffen sich neue kreative Potenziale. Diese Erkenntnis nutzen die Mitglieder des Vereins Natur und Kultur Carlshöhe (Naku) auf eine spannende Weise. „Schick’ mir dein Lieblingsgedicht und dann machen wir vielleicht einen Gedichtband daraus.“ Aus diesem einfachen Vorschlag entwickelte sich erst eine Idee und dann das Thema der aktuellen Vereinsausstellung „EinBlick – Worteanwænden“. 56 Mitglieder reichten anonym Vorschläge ein, auch Gedichte aus eigener Hand. Unter dem Siegel der Verschwiegenheit suchte sich jeder Künstler ein Gedicht aus und fertigte dazu ein Werk an. Spannung liegt in diesem sozialen Kunstprojekt in der Galerie Carlshöhe, denn keiner der Kreativen kennt den Namen desjenigen, der die Lyrik, die ihn inspiriert hat, vorgeschlagen hat. Auf der Vernissage am Sonntag, 25. September, wird das Geheimnis gelüftet.

„Teambildende Maßnahmen“ nennt Galeristin Marlies Greifenberg das Projekt. Sie dankt den teilnehmenden Künstlern für ihre Bereitschaft, den Betrachter an ihren Innenwelten teilhaben zu lassen. So sind es teils sehr persönliche Werke, die in dieser Konzeptausstellung der Öffentlichkeit präsentiert werden. Eines stammt von Ritha Elmholt. 13 Jahre hat die Eckernförderin, die bereits an Ausstellungen in den USA, Island, Dänemark und Deutschland teilgenommen hat, pausiert. In ihrem Bild verarbeitet sie alles: Acryl, Öl, Lackfarbe, Eddingstift, kleine Plastikflaschen. Es zeige „Chaos“: „Es ist ein sehr persönliches Bild“, so Elmholt, die seit Ende 2015 Mitglied im Naku ist und erstmals an einer Vereinsausstellung teilnimmt.

25 Jahre hat Gaby Wilken in Nordrhein-Westfalen gelebt, seit einem Jahr wohnt sie in Sieseby. Die Künstlerin hat eine grün-blaue mit Pigmenten versetzte Acrylmasse auf die Leiwand gegossen. „Dann haben sich die Konturen ergeben“. Herausgekommen sind Fische, die in der Dünung schwimmen. Wie Wilken nimmt auch Ute Lapp erstmals an einer Vereinsausstellung teil. Die Bildhauerin lebt in Köln und Waabs und ist seit sechs Monaten Mitglied im Naku. Ihr Beitrag: 30 weiße Tonwürfel, gebrannt bei 1100 Grad, entweder mit einem, zwei oder drei Schlitzen versehen, sind in zehn Reihen an einer Wand angebracht. „Ziel meiner Arbeit ist es, dass ich immer wieder die geschichtliche und gesellschaftliche Entwicklung der Architektur verfolge und der Frage nachgehe, welche Auswirkungen diese auf den Menschen haben, sei es beispielsweise die Psyche oder die Wohnsituation“, erklärt Lapp. Ihr Beitrag ist durchkalkulierte Konzeptkunst. Durch seine gewisse Unüberschaubarkeit lädt er den Betrachter ein, genauer hinzuschauen. „Er wird einbezogen“, so die Künstlerin. Neues Mitglied im Verein ist auch Fatemeh Alizadeh. Die studierte Künstlerin ist aus dem Iran geflüchtet und ist mit Bild und einem Gedicht vertreten.

>„EinBlick – Worteanwænden“, Vernissage am Sonntag, 25. September, 15 Uhr, Galerie Carlshöhe. Die Company „Windsbräute“ präsentiert zeitgenössische Tanzperformance.

Mittwoch, 5. Oktober, 20 Uhr, Galerie: „Wort-Bild-Ton“, Klangreise zur Ausstellung mit Kay Kankowski (Gitarre), Markus Zell (Schlagzeug) und Sven Zimmermann (Bass), Improvisation zu ausgewählten Gedichten

.

Die Ausstellung ist bis zum 27. November zu den gewohnten Öffnungszeiten zu sehen: Mittwoch, 15-18 Uhr, Sonnabend und Sonntag, 14-17 Uhr.

>www.galerie-carlshoehe.de

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erstellt am 21.Sep.2016 | 05:42 Uhr

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