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Eckernförder Zeitung

23. März 2017 | 15:31 Uhr

Stadtgärtnerei : Wo jetzt schon Frühling ist

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Es herrscht Hochbetrieb in den Gewächshäusern der Stadtgärtnerei. Sie sind Kinderstube für jährlich 100 000 Pflanzen.

Eckernförde | Es ist Anfang März, doch Rudolf Hänel braucht keine dicke Jacke. Seine Arbeitstemperatur liegt bei 20 Grad, manchmal auch höher. So warm ist es nämlich in den Gewächshäusern der Stadtgärtnerei – und hier arbeitet der Mann mit dem grünen Daumen, der die Stadt zum Blühen bringt.

Bis zur vollen Blüte in den städtischen Beeten ist es zwar noch weit, aber im Gewächshaus ist jetzt schon Frühling. Hier wachsen Begonien, Löwenmaul und Geranien, die Primeln stehen schon in voller Blüte. „Wenn das Wetter es zulässt, werden wir die Stiefmütterchen Mitte März rauspflanzen“, sagt Gärtnerei-Leiterin Sylvia Bent. Es folgen Goldlack, Primel und Mohn.

Die Pflanzen sind Eigengewächse: Sie werden nicht von der Stadtgärtnerei im blühenden Zustand gekauft, sondern einzeln aus Saatgut großgezogen. Ein Großteil der Saat stammt vom Großhändler, den anderen Teil sammeln die Gärtner von den eigenen Pflanzen. „Manchmal bringt jemand auch Saat aus dem eigenen Garten oder aus dem Urlaub mit“, so Sylvia Bent.

Gerade das macht die viel gepriesene Individualität der Eckernförder Beete aus: „Den Fuchsschwanz Amaranthis oder die Spinnenblume Cleome spinosa Rosalita gibt es nicht in der Gärtnerei oder im Baumarkt zu kaufen“, so Sylvia Bent. „Doch gerade mit ihnen können wir diese Vielfalt aufrecht erhalten.“ Hinzu kommen außergewöhnliche Ideen, wie das Pflanzen von Mangold oder Grünkohl inmitten eines Blumenmeeres.

Rund 100  000 Pflanzen wachsen jedes Jahr in den drei Gewächshäusern der Stadt im Lützowweg heran, darunter 50  000 Sommerblumen in 60 verschiedenen Sorten. Jede einzelne von ihnen muss von der Aussaat über das Umtopfen bis zum Auspflanzen viermal angefasst werden. Und da macht Rudolf Hänel die meisten Handgriffe. Er sorgt seit 30 Jahren für den Nachschub an bunter Blütenpracht und weiß, welche Pflanze wie behandelt werden will. „Jede Sorte hat zum Beispiel ihren eigenen Wasserbedarf“, sagt er. Halte man sich beim Gießen nicht daran, können die Pflanzen eingehen. Seine Arbeit beginnt schon im August mit dem Aussähen der Stiefmütterchen, die durch den Winter zur Blüte gebracht werden. Im Januar erfolgt die Aussaat an Sommerblumen, die am längsten bis zur Blüte benötigen, bis April folgen weitere, ganz zum Schluss kommen die Blumen, die am schnellsten wachsen. Die Gewächshäuser sind also immer voll – außer im Mai und Juni bei der jährlichen Reinigung.

Die städtischen Beete sind für viele Bürger Vorbild für den eigenen Garten. Oft erhält die Stadtgärtnerei Anfragen, ob man bei ihr nicht auch Pflanzen kaufen kann. Doch das ist personell gar nicht machbar. Besonders viel Aufmerksamkeit erntet die Blütenpracht im Kurpark, doch in diesem Jahr ist Sylvia Bent skeptisch: „Die Kaninchenpopulation ist sehr hoch. Und die fressen mit Vorliebe Stiefmütterchen und Primeln.“ Gegen ihren Hunger sei kein Kraut gewachsen. Ganz anders bei Nacktschnecken: Sie können mit Nematoden bekämpft werden: Winzige Würmer werden über das Gießwasser auf die Beete gebracht. Sie bekämpfen die Schnecken auf biologischem Wege.

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erstellt am 03.Mär.2017 | 05:54 Uhr

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