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Eckernförder Zeitung

07. Dezember 2016 | 17:26 Uhr

Brunnen-Sanierung : Wo das Wasser aus der Erde kommt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Stadtwerke Eckernförde sanieren ihre Brunnen für 40- bis 50 000 Euro pro Anlage. Pro Jahr fördern sie 1,6 Millionen Liter Wasser für die Eckernförder.

Eckernförde | Ein gemauerter Schacht, ein Holzeimer und eine Kurbel – mit der romantischen Vorstellung eines Brunnens haben die Trinkwasseranlagen der Stadtwerke außer dem Namen nicht mehr viel gemeinsam. Fünf der acht Brunnen am Wasserwerk Bornbrook sind in den vergangenen fünf Jahren erneuert worden. Der sechste wird derzeit neu erstellt.

Sie sehen zwar nicht mehr so aus wie früher, aber dennoch ist so ein Trinkwasserbrunnen noch immer eine relativ einfache Sache: Ein Rohr wird 35 Meter tief in die Erde gebohrt und vom Grundwasser geflutet. Eine Pumpe in 28 Meter Tiefe pumpt das etwas trübe und muffige Wasser nach oben, wo es über die sogenannte Rohwasserleitung ins Wasserwerk gelangt. Mangan und Eisen rufen eine leichte Braunfärbung hervor, die das Wasser verliert, wenn es einen Sandfilter durchläuft und über Kaskaden mit Sauerstoff angereichert wird. Chemikalien werden dem Eckernförder Wasser nicht zugesetzt.

Das Wasser muss über eine schlanke, etwa einen Meter lange Pumpe, die in das Brunnenrohr gehängt wird, hochgepumpt werden. „Von oben kann man es nicht heraufpumpen“, erklärt Stadtwerke-Chef Dietmar Steffens. „Das geht nur bis zu einer Tiefe von 9,80 Meter. Ab dieser Tiefe wirkt die Erdanziehungskraft zu sehr dagegen, so dass die Wassersäule abreißt.“

Regelmäßig werden die Brunnen gewartet, Wasserproben entnommen und untersucht. Immerhin gilt es, pro Jahr 1,6 Millionen Liter Wasser zu fördern und mit 5,6 bar ins Leitungsnetz zu pressen. Doch irgendwann hilft keine Reinigung und keine Wartung mehr: Die Leitungen „verokern“ durch Ablagerungen. Dann ist der Neubau eines Brunnens nur wenige Meter neben dem alten Schacht für 40- bis 50  000 Euro die kostengünstigste Alternative. Zusätzlich haben die Stadtwerke jetzt für 40  000 Euro die 420 Meter lange Rohwasserleitung von den Brunnen zum Wasserwerk erneuert.

Acht Brunnen sind es insgesamt am Standort Bornbrook, die auf dem 18  000 Quadratmeter großen Gelände hinter dem Hauptgebäude betrieben werden. Das Grundwasser dort kommt unterirdisch aus den Hüttener Bergern geflossen. „Es ist nicht das Regenwasser, das hier vor Ort versickert“, versichert Rohrnetzmeister Michael Scheinpflug. Nicht alle Brunnen arbeiten gleichzeitig. Immer wird einer gerade gesäubert, andere werden zu Stoßzeiten zugeschaltet.

15 Prozent des Trinkwassers werden über das Rohrnetz an das nördliche Netzwerk in Borby geliefert, wo im Feldweg das zweite Wasserwerk der Stadtwerke mit zwei Brunnen arbeitet. Die Qualität des Eckernförder Wassers bezeichnet Scheinpflug als hervorragend. Die Messwerte sind teilweise besser als die von Mineralwassern.

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erstellt am 20.Aug.2016 | 06:07 Uhr

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