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Eckernförder Zeitung

03. Dezember 2016 | 20:49 Uhr

Windkraft : Windrad wächst trotz Baustopp

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Ungeachtet der wiederholten Aufforderung zum Baustopp durch das zuständige Landesamt setzen die Betreiber die Arbeiten an Anlage 5 fort

Die Arbeiten an der Windkraftanlage Nummer 5 auf dem Gelände des Windparks bei Loose schreiten voran, trotz des verhängten Baustopps durch das Landesamts für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR, wir berichteten). Am gestrigen Mittag saß die Gondel auf dem Turm, gegen 19 Uhr waren die Rotorblätter angebracht.

Beim LLUR bestätigte man, dass der Baustopp für die Anlage 5 nach wie vor gilt. Man sei nicht erfreut über den Verstoß und werde nun alle verfügbaren rechtlichen Mittel einsetzen, erklärte Martin Schmidt, Pressesprecher des Amtes. „Unser Rechtsdezernent ist unter Hochdruck mit dem Fall beschäftigt. Er hatte sich gestern gegen Mittag mit den Windparkbetreibern getroffen und ein Zwangsgeld in Höhe von 10  000 Euro angedroht, falls weitergebaut würde.“ Da dies keine Wirkung gezeigt hatte, werde das Zwangsgeld nun festgesetzt. Zusätzlich werde ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.

Hier wie bereits beim Zwangsgeld werde sich die Höhe der Strafe nach der Größe des Projektes richten. Eine voraussichtliche Summe konnte Schmidt nicht nennen. „Wir müssen bei der Höhe der Strafen einen Weg finden zwischen Spürbarkeit für die Betreiber und wirtschaftlicher Verhältnismäßigkeit.“ Ein Abbau der Anlage komme demnach voraussichtlich nicht in Frage. Schmidt: „Die Betreiber stehen vermutlich unter wirtschaftlichem Druck und nehmen das Risiko der Abstrafung offenbar in Kauf.“

Parallel werde mit dem zuständigen Bauamt weiterhin die Tatsache besprochen, dass das Fundament um gut einen Meter vom genehmigten Standort abweiche. Hier werde man wohl bald eine Lösung finden, so Schmidt.

Die Bürger von Loose, die sich gestern dazu äußerten, sind wenig angetan vom Verhalten der Windpark-Betreiber. Brigitte Lott (68), die gerade von Loose nach Gammelby zieht, meint: „Das Wichtigste, was ich aus all dem gelernt habe: Der Bürger kann praktisch nicht mitbestimmen. Die Betreiber nehmen die Strafe in Kauf und bauen einfach weiter. Ein normaler Bürger dürfte sich das nicht erlauben.“ Andre Struck (43) ist zurzeit als Bauarbeiter in Loose beschäftigt. „Wer das bauen lässt“, sagt er, „muss einen guten Anwalt haben. Man hätte mit dem Bau auf das Okay vom Amt warten müssen. Dass man trotz Baustopps weiterbaut, ist nicht in Ordnung. Ich finde, die Anlage sollte wieder abgebaut werden müssen.“

Weder von den Betreibern noch von der Baufirma war gestern eine Stellungnahme zu erhalten.

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erstellt am 18.Aug.2016 | 05:56 Uhr

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