zur Navigation springen

Eckernförder Zeitung

07. Dezember 2016 | 21:17 Uhr

Kandidaten : Wahlkreis Eckernförde: Midyatli fordert Günther raus

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

SPD will dem CDU-Fraktionschef das Landtags-Direktmandat Eckernförde abnehmen.

Gettorf | Serpil Midyatli (41) aus Gettorf ist am Donnerstag bei nur einer Enthaltung einstimmig zur SPD-Direktkandidatin für den Wahlkreis Eckernförde nominiert worden. Sie hatte keinen Gegenkandidaten. Zu den Gratulanten gehörten Ministerpräsident Torsten Albig, SPD-Fraktionschef Dr. Ralf Stegner und der SPD-Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Sönke Rix.

Im Wahlkreis Eckernförde beanspruchen damit jetzt gleich zwei prominente Landtagsabgeordnete am 7. Mai 2017 das Direktmandat: Daniel Günther, CDU-Fraktionsvorsitzender, und Serpil Midyatli, stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende.

Bei der letzten Landtagswahl 2012 gewann Günther mit 35,7 Prozent knapp vor Midyatli mit 33,3 Prozent. Damals waren beide allerdings noch „einfache“ Abgeordnete. Dr. Ralf Stegner, SPD-Fraktionschef im Kieler Landtag, zeigte sich kämpferisch und schwor seine Partei auf den Kampf um Platz 1 ein. „Wenn wir stärkste Partei werden, erleichtert das Vieles.“ Stegner setzt für das Erreichen dieses Zieles vor allem auf eine höhere Wahlbeteiligung. Bei Umfragen liegen SPD und CDU gleichauf. Bei der letzten Landtagswahl hatte die CDU sehr knapp vor der SPD gewonnen. Allerdings nur in Stimmen – beide Parteien erhielten 22 Mandate. Zusätzlich machen der wahrscheinliche Einzug der AfD in den Landtag und das erwartete Ausscheiden der Piraten Prognosen schwierig. Von der SPD Mecklenburg-Vorpommern könne man lernen, dass sich das Kämpfen bis zum Schluss lohne, so der Fraktionsvorsitzende. Den Wahlkämpfern an der Basis gab er mit auf den Weg, keine Diskussionen darüber zu führen, ob die Landesförderung für die Kinderbetreuung besser bei den Eltern oder bei den Kommunen aufgehoben sei. Und überhaupt: „Ich rate die Selbstkritik während des Wahlkampfes etwas abzudimmen.“ In der Sache gab sich Stegner überzeugt. Die Landesregierung habe gute Arbeit geleistet und das, ohne die Schuldenbremse zu reißen. Die Finanzsituation des Landes habe sich sogar verbessert. „Wir sind von den Kellerkindern zu den Normalos, wie Rheinland-Pfalz und Niedersachsen aufgestiegen.“

Serpil Midyatli legte den Schwerpunkt in ihrer Bewerbungsrede auf die Bildungspolitik. „Nirgends kann eine Gesellschaft so gut Zukunft gestalten, wie in der Bildungspolitik.“ Derzeit sei man in Schleswig-Holstein bei 95 Prozent Unterrichtsversorgung angekommen. In den nächsten Jahren sollen daraus 100 Prozent werden. Sie lobte das längere gemeinsame Lernen und die Abschaffung der „Schulartenaussortierung“. „Auch ich sollte aussortiert werden. Das machte man damals so mit Gastarbeiterkindern.“ Dem Engagement ihres Vaters verdanke sie, dass sie nicht in der Hauptschule gelandet sei. Weiteren Handlungsbedarf sieht sie bei den Krippengebühren. „Schleswig-Holstein hat die höchsten Krippengebühren in ganz Deutschland.“ Die 100 Euro, die das Land ab 1. Januar 2017 Eltern zahlen werde, die ihre Kinder in einer Krippe betreuen lassen, sei ein Einstieg in eine beitragsfreie Kinderbetreuung, die die SPD schrittweise erreichen möchte. Positiv bewertete sie die Flüchtlingspolitik. In der Landesregierung sei nie über das Ob, sondern nur über das Wie diskutiert worden. Sie lobte die gute Stimmung im Land gegenüber Flüchtlingen und das hohe Maß an ehrenamtlichem Engagement. Darauf sei sie stolz.

Gute Stimmung gab es auch bei der Wahlkreiskonferenz. Die Parteibasis ist zufrieden mit ihrer Abgeordneten und will sie weiter im Landtag sehen. Ministerpräsident Torsten Albig zog eine positive Bilanz seiner Regierung und benannte einige Ziele. So sollen bis zum Jahr 2030 alle Landes- und Kreisstraßen saniert sein. Mit Blick auf die Ängste vieler Menschen sieht er die SPD als „Mutmacher gegen die, die Angst säen. Wir sind berufen in diesen Tagen wieder von Hoffnung zu erzählen.“

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen