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Eckernförder Zeitung

03. Dezember 2016 | 01:26 Uhr

INTEGRATIONSPROJEKT BEIM THW : Vorteile für Flüchtlinge und THW

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Deutsche Angestellten Akademie besuchte am Sonnabend mit 13 Asylbewerbern die Ortsgruppe Eckernförde. Das THW bietet Integration, die Flüchtlinge Sprache und Ortskenntnisse eines anderen Landes.

Eckernförde | Fuß zu fassen in Deutschland und sich in die deutsche Gesellschaft zu integrieren lautet das vorrangige Ziel für diejenigen, die vor Krieg, Verfolgung und Terror ihre Heimat verließen und sich in Deutschland eine neue Zukunft erhoffen. Einen möglichen Weg bietet dabei das Technische Hilfswerk (THW), das im Rahmen eines bundesweiten Projektes schon seit vergangenem Jahr mit mehr als 100 Ortsverbänden Flüchtlingen und Asylsuchenden Integrationsmöglichkeiten bietet und dabei selbst wesentliche Vorteile für sich selbst verbuchen kann. Das ist auch bei der Ortsgruppe Eckernförde der Fall, die am Sonnabend eine Informationsveranstaltung in Zusammenarbeit mit der Deutschen Angestellten Akademie (DAA) für 13 interessierte Flüchtlinge angeboten hat.

„Die Flüchtlinge bringen viele Fähigkeiten mit, die beim THW von Nutzen sein können“, weiß Anne Tetering von der DAA. Technisch vorgebildet, haben die Betroffen kaum Möglichkeiten, ihre Fähigkeiten neben den laufenden Maßnahmen von Jobcenter und Sprachenausbildung zur Anwendung zu bringen, Langeweile und Trostlosigkeit im Alltag sind vorprogrammiert. Andererseits stellt aber genau diese Zielgruppe eine ideale Ergänzung zur Kernmannschaft dar: „Wir sind weltweit bei Katastrophenfällen unterwegs, und die Sprachbarriere sowie die Kenntnis landesüblicher Gepflogenheiten sind vor Ort wichtig, um optimal zu helfen“, erläutert der Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit, Stephan Suhr, ein Kernproblem. Dessen Lösung könnte für beide Seiten zur Win-win-Situation führen, denn die Teilnahme beim THW bietet im Gegenzug Kommunikation und Integration auf direktem Weg.

Die Möglichkeiten für sich gleich erkannt hat der syrisch-kurdische Hamed Mohammed (18), der auf jedenfall beim THW mitmachen möchte. Vor neun Monaten ohne Sprachkenntnisse nach Deutschland gekommen, hat er ein festes Ziel vor Augen und ist von den Möglichkeiten beim THW fasziniert. Schon in seiner Heimat ist er Bagger gefahren und war im Tiefbau tätig.

Mittels Video in arabischer und englischer Sprache wurde den Teilnehmern die Bandbreite des Aufgabenfeldes beim THW erläutert und anschließend die technische Ausstattung auf dem Gerätekraftwagen vorgestellt. Bringt Ahmed Hafez (26) aus dem syrischen Aleppo schon ein in Deutschland anerkanntes Ingenieur-Zertifikat mit, muss Al Sheikh, der früher als Goldschmied gearbeitet hat, noch das richtige Ziel im Rahmen der Möglichkeiten finden. Gerne würde er im Bereich Zahntechnik arbeiten, um langfristig seiner Familie mit drei Kindern eine Zukunft zu bieten. Unter den Besuchern waren auch einige wenige Frauen, so zum Beispiel Shahad al Scheikh aus Syrien, die sich nicht scheute, sich in einem THW-Wagen hinters Lenkrad zu setzen. „Wir freuen uns über jeden, der bei uns anfängt“, so Suhr. Bei einigen dürfte der erste Schritt dafür gemacht sein.

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erstellt am 24.Okt.2016 | 05:48 Uhr

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