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Eckernförder Zeitung

11. Dezember 2016 | 09:13 Uhr

Haustürgeschäfte : Vorsicht bei Haustürverträgen – Ehepaar hatte Glück

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Ehepaar unterschrieb Auftrag an der Haustür. Töchter konnten Vertrag vor Zahlung von Geld aufheben. Polizei wanrt vor Haustürgeschäften

Eckernförde | Sie hätten eigentlich direkt 500 Euro Anzahlung leisten sollen, nachdem sie an der Haustüre leichtgläubig einen „Auftrag“ für „Dachreinigung“ unterzeichneten. Das ältere Ehepaar in Nordschwansen hatte Glück. Nachdem sich seine Töchter eingeschaltet hatten, konnte es von dem Auftrag zurücktreten und mussten nichts bezahlen, berichtet eine der Töchter unserer Zeitung. „Alles in allem sind meine Eltern wohl noch mit einem blauen Auge davon gekommen“, sagt sie erleichtert. Für sie höre sich das nach einer üblen Masche an, um gerade Ältere über den Tisch zu ziehen.

Beim Haus der Senioren sei in der Vorwoche eine Firma vorstellig geworden, die kostengünstig „Dachreinigung“ anbot. Die Senioren unterschrieben einen „Auftrag“ und konnten die vereinbarte Anzahlung von 500 Euro nicht leisten, weil sie das Geld nicht bar zu Hause hatten, so die Tochter. Der Herr von der Firma hätte sich aber wohl auch mit weniger zufrieden gegeben, was aber auch nicht möglich war. „Es wurde keine Widerrufsbelehrung gegeben, weder schriftlich noch mündlich, die Firma ist online nicht auffindbar, es existiert keine Handelsregistereintragung, die Adresse ist falsch geschrieben“, berichtet die Tochter und hielt alles für sehr dubios.

Daraufhin schalteten sich die beiden Töchter ein. Sie versuchten die Firma zu kontaktieren und erhielten unter einer Mobilfunktelefonnummer Anschluss. „Der Herr am anderen Ende wurde sehr unfreundlich, als wir ihm mitteilten, dass der Auftrag widerrufen wird“, so die Tochter. Zudem habe er Geld für seine bisher schon getätigten Auslagen für Farbe verlangt, die ihre Eltern seiner Meinung nach zu zahlen hätten. Nachdem die Tochter dies ablehnte und drohte, die Polizei einzuschalten, legte sie auf.

Nach dem Telefongespräch setzte die zweite Tochter ein Schreiben auf, auf dem die Firma bei ihrem erneuten Besuch am Montag per Unterschrift bestätigen sollte, dass ihre Eltern von dem Vertrag, ohne bestehende Ansprüche, zurück getreten seien. Das habe er unterzeichnet, so die Tochter weiter. Ihren Vorfall meldete das Ehepaar auch der Polizei in Damp. Frank Palentin, Leiter der Polizeistation Damp, bestätigte auf Nachfrage der EZ, dass immer wieder derartige Fälle von Haustürgeschäften bekannt würden. Hier gelte es wachsam zu sein, warnt er. Eine Häufung der Fälle sei ihnen nicht bekannt, so Palentin. Außerdem sind bei der Kripo in Eckernförde zwei Fälle aktenkundig – der jüngste vom 3. August, wie Sönke Hinrichs von der Pressestelle der Polizei in Neumünster mitteilt. Eine 71-jährige Dame aus dem Bereich Waabs hatte sich Hilfe suchend an die Polizei gewandt, nachdem sie Ende Juli angesprochen wurde und man ihr eine Dachreinigung und Sanierungsarbeiten anbot. Als sie den Auftrag stornieren wollte, wurde der angebliche Handwerker am Telefon laut und beleidigend, so Hinrichs. Im Ergebnis kam der Auftrag nicht zustande, Geld floss nicht. Die Beamten äußerten den Verdacht auf ein Betrugsdelikt. Hinrichs. „Die Polizei rät zu erhöhter Vorsicht bei Haustürgeschäften.“ Hausbesitzer sollten jegliche Form von Wanderarbeiten ablehnen, die ihnen spontane Bauarbeiten auf ihrem Grundstück (insbesondere Dach- und Pflasterarbeiten ) anbieten. Und man solle niemals Geld im Voraus zahlen, so der Pressesprecher.

Sicherheitstipps unter www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/ betrug/haustuerbetrug.html

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erstellt am 09.Aug.2016 | 06:57 Uhr

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