zur Navigation springen

Eckernförder Zeitung

06. Dezember 2016 | 09:16 Uhr

Max Giesinger im Interview : „Von mir aus kann’s so weitergehen“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Premiere für Max Giesinger auf der Kieler Woche / „80 Millionen“-Sänger traf sich vorab mit der EZ-Jugendredaktion für ein Interview

Kürzlich war der Sänger Max Giesinger zum ersten Mal zu Gast auf der Kieler Woche. Der ehrgeizige Newcomer ist 2012 durch die Castingshow „The Voice of Germany“ bekannt geworden und ist seit dem viel unterwegs. Der Viertplatzierte findet nur noch wenig Zeit für Privates, aber er stört sich nicht daran, da es für den Sänger nichts Besseres gibt, als live auf einer Bühne zu spielen. In einem Interview sprach der sympathische Max ganz offen und ehrlich über seine Zeit in Australien, seine Liebe zum Fußball und was es mit der Beziehung zu dem Topmodel und Namensvetterin Stefanie Giesinger auf sich hat.


Bist du das erste Mal auf der Kieler Woche?

Ja, das ist mein erstes Mal. Vor zwei Jahren bin ich schon einmal in Kiel aufgetreten im Zuge meiner ersten Platte und da wurde mir gesagt, dass ich unbedingt einmal auf der Kieler Woche spielen müsse, weil es einfach das geilste Festival ist. Also freuen wir uns schon sehr lange darauf, hier sein zu dürfen. Allgemein trete ich auch sehr gerne im Norden auf, denn hier haben die Leute einfach Bock auf Konzerte und sind ein sehr begeisterungsfähiges Publikum.


Nach dem Abi hast du ein Jahr Work and Travel in Australien gemacht und als Straßenmusiker gearbeitet. Hast du noch etwas anderes gemacht und was war das für eine Erfahrung für dich?

Es war eine tolle Erfahrung für mich. Damals saß ich mit meinem Kumpel in meiner Heimatstadt Karlsruhe und wir hatten vor, nach dem Abi l wegzufahren, und dann haben wir das einfach gemacht. Wir haben uns vorgestellt in der Sonne unter Palmen zu sitzen mit der Gitarre in der Hand und hübschen Mädels neben uns. Wir hatten zwar nicht immer Erfolg, eine Zeit lang haben wir unter Bahnunterführungen gespielt, wo auch nicht immer jemand stehen geblieben ist. Doch in Nordaustralien lief es sehr gut und ich habe auch sehr viel dazugelernt. Da schwierigste war, die ersten zwei drei Leute zu bekommen, die auch wirklich stehen bleiben und zuhören. Denen ist es natürlich unangenehm, allein da stehenzubleiben. Aber wenn dann erstmal diese Barriere gebrochen ist, hören auch die anderen zu. Manchmal haben dann auch so um die 60 Leute zugehört, da konnte ich echt ein bisschen von leben. Ohne diese Erfahrungen hätte ich jetzt niemals halbwegs selbstbewusst auf einer großen Bühne stehen können. Deswegen war dieser Weg für mich, erst einmal als Straßenmusiker zu arbeiten und in kleinen Clubs zu spielen, wichtig, um bereit für dieses große Ding zu sein.


Kieler Woche ist cool, weil…
das Panorama am geilsten ist, wenn man auf der Bühne steht und dann die riesigen Kutter vorbeifahren. Für mich als Süddeutscher, der so etwas nicht kennt, ist das ein bisschen wie Urlaub auf der Bühne.


Eine Teilnahme an The Voice kann ich empfehlen, weil…
es vom Stand her die beste Castingshow mit dem besten Ruf ist, mit der man sich, glaube ich, auch nichts kaputt machen kann. Am Ende hängt es denn von einem selbst ab, was man daraus macht. Denn es ist wichtig zu wissen, dass man danach noch kein gemachter Star ist, sondern ein Newcomer, der sich erst Jahre lang beweisen muss.


Dein Song 80 Millionen gibt es jetzt auch als EM-Version. Wie ist es so, seinen eigenen Song zu nehmen und zu verändern und wie kam es dazu?

Die letzten Monate haben mich einige Leute angeschrieben und gemeint, dass sich mein Song, also die Originalversion, anhört wie ein Fußballsong. Dann dachte ich mir, wieso nicht, und habe den Text ein wenig verändert. Mir war es auch wichtig, dass der Song gut bleibt. Es geht nun mehr um den Zusammenhalt, dass die ganze Nation dahinter steht und für eine gewisse Zeit alle Differenzen vergessen werden. Das ist schon cool, jedoch sollte man sich für Fußball interessieren. Würde man das nicht, dann kann man es auch nicht authentisch rüberbringen. Ich bin ein großer Fußballfan von Dortmund und unterstütze auch meinen Heimatverein Karlsruher SC, deshalb bin ich auf jeden Fall damit mit mir selbst vereint.


War es schon immer so, dass die Musik so das richtige für dich war oder gab es da noch einen Alternativplan?

Nein, den hätte es nicht gegeben. Hätte es nicht geklappt, dann hätte ich kurz ins Exil gemusst und darüber nachdenken, was für andere Talente ich habe. Doch leider habe ich nicht so viele. Ich kann zwar ziemlich schnell rennen, jedoch ist es schwer, damit Geld zu verdienen. Auf jeden Fall wäre ich sehr unglücklich gewesen. Ich denke, wenn man weiß, was man will, dann muss man dran bleiben. Man muss daran glauben und braucht viel Ehrgeiz und Ausdauer, dann klappt es auch irgendwann.

Wie sehen jetzt deine Pläne für die Zukunft aus?
Ich würde noch gerne ein halbes Jahr um die Welt reisen, nochmal nach Neuseeland, Südamerika, Asien, Afrika und so, allerdings glaube ich, dass es jetzt immer schwieriger wird, so lange weg zu bleiben. Aber etwas Ruhe für zwei Monate, um Kreativität zu schöpfen, fände ich schön. Und irgendwann mal in riesigen Arenen zu spielen, wäre schon geil.
Dein erstes Album hieß „Laufen lernen“ und dein zweites jetzt „Der Junge, der rennt“.

Welche Bedeutung haben diese Titel in Bezug auf dein eigenes Leben?
Es zieht sich wirklich durch mein Leben, dieses Bewegungsding, da ich auch so ein Typ bin, der immer weiterziehen und in Bewegung bleiben muss. Von mir aus kann das auch noch zehn Jahre so weitergehen. Ich bin einfach noch nicht ankommen und dies fühlt sich gerade gut an. Ich möchte noch ganz viele verschiedene Erfahrungen machen, mich besser als Mensch kennenlernen. Außerdem bin ich schon immer gerne und viel gelaufen. Es ist schon mein Lebenskonzept geworden, viel zu machen und unterwegs zu sein zu neuen Herausforderungen.


Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Stefanie Giesinger? Lag es an demselben Namen?
Mich haben ganz viele Leute darauf angesprochen, ob sie meine Cousine oder sonst irgendwie verwandt mit mir wäre. Da habe ich sie einfach mal auf Instagram gestalkt. Damals gab es schon die Single „80 Millionen“ und wir brauchten noch einen Cast für die weibliche Rolle und da sie ja auch gut aussieht, habe ich mir gedacht, es wäre echt witzig, wenn das Mädel auch Giesinger hieße, es gibt nämlich extrem wenige Leute mit diesem Namen. Natürlich freut man sich als Newcomer auch auf die Aufmerksamkeit, die man dann bekommt, ein bisschen kalkuliert war das Ganze schon, das kann ich ja auch so sagen. Es hat ja auch funktioniert und war in allen Klatschzeitungen zu lesen.


Lieblingsfarbe? Lieblingsessen? Lieblingsfilm?
Meine Lieblingsfarbe ist Grün, ich liebe Pizza Salami mit Peperoni und Pilzen und „Forrest Gump“ ist mein absoluter Lieblingsfilm.
 

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 08.Jul.2016 | 07:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen