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Eckernförder Zeitung

27. März 2017 | 12:59 Uhr

Spannender Vortrag : Von Einhandseglern und Weltenbummlern

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

„Landrover Segeln Live“ im Jaguar House Kuntz / Egmont M. Friedl sowie Cati und Johannes Erdmann zu Gast

Gettorf | Wer segelt, hat auch immer etwas zu berichten. So auch vergangene im Jaguar House Kuntz, als im Zusammenhang mit der Vortragsreihe „Segeln Landrover Live“ Yacht-Autor und Bootsbauer Egmont M. Friedl aus seiner seglerischen Anfangszeit, aber auch einer Atlantiküberquerung von New York nach Lissabon und Einhand-Abenteuern im Europäischen Mittelmeer berichtete.

Ein Kajakschlauchboot, dazu eine aus Holz zusammengezimmerte Takelage und Schwert, der Einstieg in die Welt des Segelns erfolgte für den rund 20-jährigen Friedl mit der Unbekümmertheit der Jugend, nicht zuletzt auch daran zu messen, dass die Segel aus Bettlaken selbst genäht waren. Nicht auf heimischen Revier, sondern gleich in den Gewässern um Sardinien erfolgte der Start des Segelnewcomers, dem es in erster Linie um das Seesegeln zu fernen Küsten ging. Ließ die Seetauglichkeit des ersten Bootes zu Wünschen übrig, entstand ein Bootsnachfolger als Eigenkonstruktion und Bau in der heimischen Wohnung in München, wo kurzerhand ein Zimmer als Werft umfunktioniert wurde. Nach dem Motto „Für alles gibt es eine Lösung“ und „Wer baut schon ein seetaugliches Boot mit Kiel im dritten Stock eines Mehrfamilienhauses?“ – bestand der Stapellauf darin, das Boot über das Fenster mit einer Behelfskonstruktion auf die Straße zu bringen. Allerdings nur, wenn zuvor – in Abwesenheit des Hausbesitzers – aus dem Mauerwerk der Fensterbrüstung die Kielabmaße entfernt wurden. „Konstruktionsbedingt war es leider nicht seetauglich“, bedauerte Friedl, der danach mit seiner 3,70m langen, offenen Jolle die von Fallwinden beheimatete Ägäis und auch von Genua nach Barcelona segelte. Was es heißt, auf einem knapp über fünf Meter langen Kajütboot mittels Sextant die Sonne für die Position zu schießen, führte der Vortragende im Bericht über seine Tour von Korsika über Gibraltar zu den Kanaren aus.

Moderne Kommunikation und Navigation erleichtern vieles, die seemännische Herausforderung bleibt. So auch für Cati und Johannes Erdmann, die eine zweijährige Auszeit vom täglichen Einerlei nahmen und den Atlantik umrundeten. Zuvor zwei Jahren in den Aus- und Umbau einer 40 Jahre alten 10-Meter-Yacht investiert, drängelte der Auslauftermin und manches fand erst auf hoher See seine Fertigstellung. War es der durchgebrannte Wassersammler, durchgescheuerte Leinen der Selbststeueranlage oder später der Motortausch in den USA – dass Hochseesegeln ein beständiger Kampf gegen Verschleiß bedeutet, davon konnten die beiden berichten.

Tiefblauer Atlantik, türkisfarbenes Wasser an einsamen Stränden, die Bilder aus der Karibik lösten Fernweh aus. Indian Summer an der Ostküste, schmale Kanäle im Innercoastal Waterway und Brücken, die nicht aufklappen, sondern angehoben werden. Wie man eine solche Brücke unbekannter Durchfahrtshöhe passiert, erlebten die Zuschauer aus luftiger Höhe, als der Skipper im Masttop die Höhe mit Augenmaß nahm und seine Partnerin das Boot langsam darauf zusteuerte. Mitten auf dem Atlantik acht Meter hohe Wellen, hinter denen ganze Frachter verschwanden, als Ergebnis eines unausweichbaren Sturmausläufers, verlangten Respekt. „Es waren zwei Jahre Erfahrung die uns geprägt haben“, sagten am Ende Beide. Ihr bisheriges Leben zunächst aufgebend, werden sie in der Karibik mit einem Katamaran Chartergäste durchs türkise Wasser schippern.

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erstellt am 12.Sep.2016 | 06:43 Uhr

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