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Eckernförder Zeitung

08. Dezember 2016 | 08:55 Uhr

Tourismus : Von den 70ern in die Moderne

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Reinhard Meyer zu Besuch in Damp: Wirtschaftsminister sieht Ostseebad trotz Modernisierungsbedarf auf gutem Weg

Damp | „Was uns besonders an Damp interessiert: Wie man mit einem Projekt aus den 70ern behutsam in die Moderne kommt.“ So lautete die Kernaussage von Reinhard Meyer bei seinem gestrigen Besuch in Damp. Hier schaute sich der Wirtschaftsminister auf seiner Besichtigungstour ausgewählter Tourismusprojekte im Land die Ferienhäuser und das Erlebnisbad der Gemeinde an. Durch eine Neuausrichtung des Ostsee Resorts zu Beginn des Jahres auf die Thematik der Wikinger will die Gemeinde besonders Familien für den Urlaubsort begeistern. Das Urteil des Ministers: „Ich denke, Damp ist auf einem guten Weg.“

Beim Gang durch die Ferienhaussiedlung des Resortbetreibers Helios wurde der Kontrast zwischen Vergangenheit und Moderne besonders deutlich. Katja Hardt aus der Geschäftsleitung des Ostsee Resorts Damp führte den Minister durch den 2013 neu entstandenen Teil: Für die bunt bemalten Ferienhäuser in skandinavischer Bauweise wurden viele der alten Reihenbungalows abgerissen. Diese prägen aber noch immer einen großen Teil der Anlage. „Das ist der Charme der 70er – und nicht das, was sich die Kunden heute wünschen“, kommentierte Meyer.

Von den in den 70er Jahren gebauten Zeltdachhäusern solle jedoch zumindest ein Teil dauerhaft erhalten bleiben, erklärte Horst Böttcher, Bürgermeister von Damp. „Die sind in den Köpfen der Menschen drin und haben deshalb einen hohen Erkennungswert.“ Allerdings würden diese nach und nach renoviert werden.

Eines der 71 neuen Häuser schaute sich der Minister genauer an: 80 modern eingerichtete Quadratmeter auf zwei Etagen für vier Personen, zu einem Tagespreis zwischen 90 und 235 Euro, je nach Saisonstand. „Stattlich“, fand der Minister, worauf Unterkunftsmanager Thorben Mangold entgegnete, man wolle mit dem Preis „hanseatisch ehrlich“ sein. In diesem sei vieles bereits enthalten, so auch der Eintritt in das 2014 eröffnete Erlebnisbad.

Hier erklärte Katja Hardt aus der Geschäftsleitung des Ostsee Resorts dem Minister: „Wir haben uns unsere Marketingstrategie noch einmal angeschaut und entschieden, die Wikingerzeit in den Mittelpunkt zu stellen.“ Entsprechend durchzieht das Wikinger-Thema die Bade-Anlage mit seiner knapp 100 Meter langen Außenrutsche. Die Treppen zum Bad erinnern an ein Wikingerschiff. Eine Felsenlandschaft ist den Schären Skandinaviens nachempfunden. Fischernetze schmücken die Fenster, und an den Wänden im Bad erstreckt sich ein gemaltes, altertümliches Dorf. Dem ähneln die drei mit Reetdach gedeckten Saunen im Außenbereich. „Die Balken in den Häusern stammen von einer 150 Jahre alten Kate“, führte der Bürgermeister dem Minister aus. Vom im Winter beheizten Außenbecken können die Badenden Ostseeblick und am Abend den Sternenhimmel genießen. „Und wer hat schon einmal ein Kino in einem Erlebnisbad gesehen?“, schwärmte Böttcher, als er den Vorführraum präsentierte, bei dem passend zu den Filmszenen Nebel und spritzendes Wasser für Atmosphäre sorgen sollen. Besonders stolz war der Bürgermeister auf das Gästeinformationssystem: Im Eingangsbereich der Bades steht ein großer Touchscreen-Monitor, über den die Gäste Auskünfte über Restaurants, Unterkünfte, Veranstaltungen, Freizeitangebote, Wetter und anderes in und rund um Damp abrufen können.

Minister Meyer gefiel das Erlebnisbad ausgesprochen gut. Und das nicht nur, weil er selbst häufiger Saunagänger ist. Der Investitions- und Modernisierungsdruck sei zwar wie im ganzen Land hoch. „Doch man muss aus der Not eine Tugend machen. Ich finde, das ist hier teilweise gut gelungen. Nicht nur im Erlebnisbad.“

 

Ostsee Resort Damp:

Zum Resort, das von der Firma Helios betrieben wird, gehören 435 Hotelzimmer, 207 Ferienhäuser und ein Tageszentrum mit 17 Tagesräumen. Das 2014 eröffnete und von Helios gepachtete Entdeckerbad wurde von der Gemeinde erbaut und wird vom Resort betrieben. 13,5 Millionen Euro wurden hierfür von der Gemeinde investiert, davon übernahm das Land 7,8 Millionen Euro. Besucherzahlen für das Resort liegen lediglich für das Jahr 2012 vor:

Ostsee Resort: 171000

Reha Damp: 267000

Campingplätze: 110000

Private Ferienhäuser und Ostseeresidenz: 170000

 

 

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erstellt am 19.Aug.2016 | 05:56 Uhr

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