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Eckernförder Zeitung

11. Dezember 2016 | 01:27 Uhr

Kläranlage : Vom Klärteich aufs Feld

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Klärschlamm dient in Winnemark als Dünger für die Landwirtschaft / Langfristig will die Gemeinde die Anlage abschaffen

Winnemark/Damp | Soll ein System optimal funktionieren, muss es – ganz wie die Natur – einen Kreislauf bilden, der möglichst wenig unverwertbaren Abfall ausstößt. Das gilt auch für den Weg unserer Nahrungsmittel, der auf dem Acker beginnt und zunächst beim Verbraucher endet. Beim Klärwerk Revkuhl in Damp wird dafür gesorgt, diesen Kreis zwischen seinem unappetitlichsten Ende und dem Neubeginn auf den Feldern Schwansens zu schließen: Zuletzt in Winnemark.

„Um die 550 Einwohner sind an die Teichkläranlage in Winnemark angeschlossen“, so Jan Andresen, im Amt zuständig für Bauen und Umwelt. „2004 wurde sie zuletzt geleert.“ Im August diesen Jahres war es deshalb einmal wieder an der Zeit. Etwa 25 Hektar Ackerfläche wurden in Winnemark ausgewählt und vom Landwirt erworben, um 1200 Quadratmeter des Schlamm-Wassergemisches darauf zu verteilen. Bodenproben wurden gemacht, um herauszufinden, ob die Erde hier aufnahmebereit ist für den Dünger aus dem Klärwerk. Dieser wurde bereits im Frühjahr auf seine landwirtschaftliche Verwertbarkeit hin getestet. Nachdem nun noch die Untere Wasserbehörde und die Bodenschutzbehörde des Kreises sowie die Landwirtschaftskammer ihre Genehmigung erteilt hatten, konnte die streng riechende Arbeit beginnen.

Diese verrichtete Klärwärter Rainer Lange zusammen mit den Landwirtschaftsbetrieben Joost aus Schuby und Henningsen aus Klappholz. Sie entnahmen den Schlamm dem Klärteich, transportierten ihn zum Feld und brachten ihn darauf aus. Ein spezielles Gerät arbeitete die Masse in den Boden ein. „Der Klärschlamm hat einen mittleren TS-Gehalt von drei bis vier Prozent“, sagte Andresen und meinte damit die Trockenmasse im Schlamm. „Feuchttücher, Verhütungsmittel, Ohrreiniger und Damenhygieneartikel“, zählte Lange einige der Bestandteile auf – immerhin vier Tonnen machten diese aus und mussten vor der Ausbringung auf dem Feld herausgefiltert und anderweitig entsorgt werden. Lange: „Wenn alle Bürger beherzigen würden, dass die Entsorgung dieser Artikel über die Toilette nicht zulässig ist, ließe sich der Aufwand für die Schlammverwertung wesentlich reduzieren.“ 20000 Euro kostete der gesamte Prozess, vom Klärteich bis aufs Feld. Würde weniger Haushaltsmüll in den Toiletten landen, würden diese Kosten sinken – und der Kreislauf sich weiter schließen.

Langfristig möchte die Gemeinde Winnemark die eigene Kläranlage schließen. Eine Konzeptplanung für den Bau einer Leitung von Winnemark nach Karlberg wurde bereits im vergangenen Jahr erstellt. Von dort soll das Abwasser künftig nach Revkuhl weitergeleitet werden. Nach einem Beschluss im April will man innerhalb der nächsten fünf Jahre der Ortsentwässerung Nordschwansen beitreten. Damit ginge das Schmutzwassernetz an die Ortsentwässerung Nordschwansen über. Mit der Organisation der Verwertung des Klärschlamms wurde Bürgermeister Wilhelm Fülling beauftragt.




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erstellt am 02.Sep.2016 | 06:00 Uhr

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