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Eckernförder Zeitung

09. Dezember 2016 | 06:57 Uhr

Geflügelpest : Vogelgrippe: Die Folgen für Vierbeiner

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Ausweitung der Geflügelpest. In den Restriktionszonen gilt Hausarrest für Katzen und Leinenzwang für Hunde.

Eckernförde | Das Telefon von Dr. Manuela Freitag klingelt momentan fast pausenlos. Die Vogelgrippe hält die Veterinäraufsicht des Kreises auf Trab. Täglich gehen neue Todesmeldungen ein, die Lage ändert sich fast stündlich. „Wir kommen kaum hinterher“, sagt die Fachdienstleiterin. Daher konnte sie gestern auch keine konkreten Angaben zu neuen Sperr- oder Beobachtungsbezirken machen. Doch in den meisten Fällen sind die Anwohner aufmerksam – so wie in Sehestedt, wo seit Kurzem an prägnanten Punkten die amtlichen Hinweise auf den Sperrbezirk hängen.

Auch in Eckernförde sind Schilder an sämtlichen Ortstafeln angebracht. Allerdings ist dieser Bereich ein Beobachtungsbezirk (Unterschied siehe Infokasten). Die Konsequenzen für Geflügelhalter sind fast dieselben – es gilt eine Stallpflicht. Das leuchtet den meisten Menschen ein. Was aber vielfach zu beobachten ist, sind Hunde, die frei neben ihrem Herrchen herumlaufen. Das dürfen sie nicht, betont Manuela Freitag. Der Grund: „Sie könnten krankes Wildgeflügel aufschrecken, das dann auffliegt, sich woanders niederlässt und auf diese Weise das Virus verbreitet.“

Hunde und Katzen erkranken im Regelfall zwar nicht, aber sie können das Virus nach Kontakt weiter verbreiten. Katzen sind vierbeinige Vogeljäger. Darum dürfen diese Haustiere in den Restriktionsgebieten ebenfalls nicht frei herumlaufen. Es würde schon ausreichen, wenn die Vierbeiner die kranken Vögel beschnüffeln. Oder sie ins Maul nehmen. „Die Erreger würden an Fell und Pfoten haften und von den Tieren verbreitet werden“, beschreibt Veterinärin Freitag die mögliche Verbreitung. Und genau dies soll ja unter allen Umständen verhindert werden. Manuela Freitag ist es ein Anliegen, dass sich die Hundebesitzer an die Anweisungen halten. Im Bereich Eckernförde beobachtet sie, dass dies an den Stränden nicht der Fall ist. Auch am Nord-Ostsee-Kanal lassen viele Herrchen den Hund gerne einmal frei laufen. Und die obersten Jagdbehörde empfiehlt, keine Jagd auf Wassergeflügel zu machen – denn dies würde auch bedeuten, dass kranke Tiere aufgescheucht werden könnten.

In Sehestedt selbst wurden keine toten Tiere gefunden, erklärt Bürgermeister Rita Koop. Genau wie Bünsdorf und Haby sei Sehestedt aufgrund der Funde am Wittensee am 21. November zum Sperrbezirk erklärt worden. Wie das Landwirtschafts-Ministerium mitteilt, breitet sich die Geflügelpest aus. Es wurden mittlerweile in fast allen Kreisen und kreisfreien Städten des Landes Restriktionszonen eingerichtet.

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erstellt am 26.Nov.2016 | 06:27 Uhr

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