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Eckernförder Zeitung

25. Mai 2016 | 05:18 Uhr

Fußball : Völkerverständigung durch U-Boot-Handel

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Seit 25 Jahren finden Fußballturniere am Marinestützpunkt mit ausländischen Mannschaften statt. Diesmal waren ägyptische und kolumbianische Ingenieure und U-Boot-Fahrer dabei.

Eckernförde | Gelb-blau-roter Siegestaumel am Marinestützpunkt: Dutzende Kolumbianer waren gestern außer sich vor Freude, liefen jubelnd über den Sportplatz, stimmten Schlachtengesänge an. Der Grund: Als erste ausländische Mannschaft haben sie den Sub-Cup (Submarine Cup), ein von Thyssen Krupp Marine Systems (TKMS) in Kiel und dem 1. U-Boot-Geschwader in Eckernförde organisiertes Fußballturnier, gewonnen.

Das Turnier wird seit dem Jahr 1990 ausgetragen, um Gemeinschaft zu erzeugen. „Wir haben jedes Jahr Bauaufsichten auf der Werft aus Ländern, die bei uns U-Boote kaufen“, erklärt eine TKMS-Mitarbeiterin. Die Ingenieure und die zukünftigen U-Boot-Mannschaften, die schon auf der Werft für die Bedienung der U-Boote geschult werden, sind zwischen drei Monate und eineinhalb Jahre im Land. Da kam vor 25 Jahren die Idee auf, ein Fußballturnier unter der Teilnahme von deutschen Marinesoldaten und Werftmannschaften zu veranstalten, um sich besser kennenzulernen.

25 Mal hintereinander gewann eine deutsche Mannschaft, weder die Kollegen aus Brasilien, Indien, Spanien, Portugal, Venezuela oder der Türkei konnten den Pokal holen. Bis die Kolumbianer kamen.

Zwei ausgemusterte U-Boote der Klasse 206A werden zurzeit auf der Thyssen-Krupp-Werft in Kiel für den Betrieb in der Karibik aufgearbeitet. „Dazu gehört eine leistungsstarke Klimaanlage“, erklärte gestern Projektleiter Bodo Bohrmann von TKMS. Schon als die heute 40 Jahre alten U-Boote noch von der deutschen Marine betrieben wurden, klagten die Besatzungen über hohe Temperaturen beim Einsatz im Mittelmeer, waren die Boote in den 70er-Jahren doch für den Einsatz in der kalten Ostsee konzipiert. Die 2010 außer Dienst gestellten U-Boote gehen zum Schrottpreis nach Kolumbien.

Während die ersten Turniere noch in Kiel stattfanden, wird der „Sub-Cup“ seit 1998 in Eckernförde ausgetragen. In diesem Jahr waren neben drei kolumbianischen Mannschaften auch eine Mannschaft aus Ägypten sowie mehrere deutsche Marine- und Werksmannschaften dabei.

Die Kolumbianer bewiesen, dass Fußball ihr Nationalsport ist. „Wir hatten eine großartige Zeit hier“, sagte der U-Boot-Offizier Commander Diego Bautista. „Ein Hoch auf die Freundschaft über Grenzen hinweg.“ Erst an diesem Tag habe er die Menschen aus den deutschen und der ägyptischen Mannschaft kennengelernt. „Aber als U-Boot-Fahrer muss man sich nicht erst kennenlernen, wir sind gleich wie Brüder.“ Und manchmal muss man seinen Brüdern auch wehtun, in diesem Falle der Mannschaft des Marinearsenals, die im Endspiel den Kolumbianern mit 1:2 unterlag.

 

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erstellt am 05.Jun.2015 | 06:28 Uhr

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