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Eckernförder Zeitung

08. Dezember 2016 | 09:03 Uhr

Klärwerkbau : Viel Geld für sauberes Wasser

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Ortsentwässerung Nordschwansen plant Großinvestition von rund 1,6 Millionen Euro zur Modernisierung der Kläranlage Revkuhl

Damp | Investitionen in Höhe von grob geschätzt 1,6 Millionen Euro stehen im Klärwerk Revkuhl an. Wie hoch die Kosten im Detail werden, das soll die weitere Entwurfsplanung ergeben. Mit dieser Aufgabe wurde das Ingenieurbüro „enwacon“ am Dienstagabend einstimmig vom Entwässerungsausschuss Nordschwansen beauftragt. Die Beauftragung war zugleich die erste Amtshandlung von Christian Schlömer, Bürgermeister aus Brodersby, der als Nachfolger von Günther Wöhlk zum Vorsitzenden gewählt wurde. Dieser hatte sein Amt als Bürgermeister in Dörphof niedergelegt, so dass im Entwässerungsausschuss der Gemeinden Brodersby, Dörphof und Karby ein neuer Vorsitzender nötig wurde.


SBR-Anlage für Klärwerk Revkuhl


Der Ausschuss beschloss einstimmig, dass die Kläranlage der Ortsentwässerung Nordschwansen in Revkuhl um eine „zweistraßige SBR-Anlage“ (sequenziell beschickter Reaktor) samt Klärschlammspeicher erweitert wird. Dazu werden zwei Reaktoren errichtet, in denen eine biologische Reinigung und Nachklärung des Wassers zusammengefasst werden. Aufgrund der neuen Technik werde die Reinigungsleistung gegenüber der bisherigen rund 30 Jahre alten Teichklärung mit Belüfter nachhaltig verbessert, hieß es im Ausschuss. Die Ingenieure Alexander Schulz-Pflugbeil und Helge Tepperies vom Ingenieurbüro „enwacon“ stellten das Vorhaben vor.

Die Anlage wird auf 4900 Einwohnerwerte ausgelegt. Damit wird dem Wunsch und dem Beschluss der Gemeinde Winnemark, innerhalb von fünf Jahren Mitglied der Ortsentwässerung zu werden, entsprochen und die Anlage entsprechend in der Reinigungsleistung bemessen. Neben den zwei Reaktoren mit 18 Meter Durchmesser und sechs Meter Höhe sowie dem Schlammspeicher von 24 Meter Durchmesser bei sechs Meter Höhe wird im Betriebsgebäude neu eine „Schwarz-weiß-Umkleide“ (zum Hygieneschutz) eingerichtet. Sie wird inzwischen vorgeschrieben. Dazu wird der bisherige Werkstattraum benötigt. Die Werkstatt soll in einem neuen Leichtbau auf dem Gelände untergebracht werden, in dem auch die Steuerung der neuen Klärreaktoren samt Gebläse Platz finden sollen. Optional wurde über den Bau einer solarbetriebenen Schlammtrocknung nachgedacht. Auch der Betrieb eines BHKW zur Strom- und Wärmeerzeugung wurde erörtert. Beides könnte zu einer Verkleinerung des benötigten Schlammspeichers führen und Kosten sparen. Eine Lösung wurde nicht gefunden. Am Ende war man sich einig, dass nun zunächst der Bau der Kläranlage während des laufenden Betriebs erforderlich sei. Weitere Optimierungen, zu deren wirtschaftlichen Erfolg auch weitere Partner zwingend nötig seien, wurden hinten angestellt.

Über die Finanzierung will der Ausschuss beschließen, wenn das Ingenieurbüro bis zur nächsten Sitzung am 27. Oktober eine Entwurfsplanung samt Kostenschätzung vorlegt. Laufe alles nach Plan, dann könnte im April der Bau beginnen, stellte Schulze-Pflugbeil den Zeitplan vor.

Unabhängig von der genauen Kostenschätzung sollten nach Ansicht des Ausschusses zusätzlich ein größerer Silo für Fällmittel, ein automatisch schließendes Tor sowie eine neue Heizung im Betriebsgebäude installiert werden. Angesichts der zu erwartenden Investitionen müssen die angeschlossenen Haushalte mit einer Gebührenanhebung rechnen. Details würden aber noch beraten, machte Schlömer deutlich. Auch die genauen Modalitäten für die beabsichtigte Aufnahme von Winnemark in den Verband müssen noch vertraglich festgelegt werden.

Neu anschaffen will der Verband einen Dienstwagen für das Klärwerk. Das vorhandene Fahrzeug, ein Ford Transit mit Pritsche, muss ersetzt werden, befand der Ausschuss. Eine Reparatur, ohne die es keine weitere TÜV-Zulassung gibt, soll rund 6000 Euro kosten, , wie Klärwerker Rainer Lange dem Ausschuss berichtete. Der Ausschuss beschloss, die Ausschreibung für ein Fahrzeug mit Allradantrieb zu veranlassen.

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erstellt am 22.Sep.2016 | 06:19 Uhr

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