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Eckernförder Zeitung

03. Dezember 2016 | 20:50 Uhr

HERBSTBLUES ? : Viel frische Luft und Bewegung hilft

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Herbst ist da: Saisonal bedingte depressive Reaktionen sind normal und keine Krankheit. Jeder sollte für sich etwas Gutes tun.

Eckernförde | Der Herbst ist da. Es wird kälter, nasser, grauer – es gibt Tage, da ist die Sonne nur ganz selten zu sehen. Durch die Umstellung der Sommer- auf die Winterzeit (heute Nacht wird die Uhr um eine Stunde von 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt) wird es abends früher dunkel. Die Folge: Viele Menschen verlassen morgens in der Dunkelheit das Haus und kehren abends in der Dunkelheit zurück. Die Menschen bekommen zu wenig Licht, halten sich zu selten draußen auf. Der Energiemodus fährt herunter, die Stimmung wird melancholisch. Bei einigen ist diese Melancholie besonders ausgeprägt – Experten sprechen dann von herbstbedingten depressiven Reaktionen oder auch Herbstblues.

„Wir haben haben das Wissen vergessen, dass wir Naturwesen sind“, erklärt Psychologin und Psychotherapeutin Birgit Wengler aus Eckernförde. „Wir sind keine Maschinen, die an 365 Tagen gleich funktionieren.“ Die Natur bereite sich auf den nahen Winter vor, der moderne Mensch nicht. „Jahreszeitlich bedingte Stimmungsschwankungen stellen aber keine manifesten Depressionen dar“, sagt Wengler. Normalerweise sei der Mensch in der Lage, sich auch in solchen Situationen selbst zu begleiten. Die Psychologin rät besonders denjenigen, die zu Stimmungsschwankungen neigen, viel an die frische Luft zu gehen. Ihr Tipp: „Man sollte sich selbst fragen, was habe ich heute an guten und schönen Dingen schon gesehen oder erlebt? Das kann ein nettes Gespräch mit dem Nachbarn sein oder die Freude über ein schönes Bild.“

Es sei eine Tatsache, dass die depressiven Erkrankungen im Herbst zunehmen, macht der Allgemeinmediziner und Psychotherapeut Wolfgang Müller-Wellensiek deutlich. „Man vermutet, dass es mit der Dunkelheit zu tun hat“, so Müller-Wellensiek. Wissenschaftlich bewiesen sei diese Feststellung aber nicht. Auch er stellt klar: „Jede depressive Reaktion ist noch keine Depression.“

Sein Tipp für die dunkle Jahreszeit: „Jeder sollte sich seine eigene Tagesstruktur schaffen.“ Viele Aufenthalte im Freien, egal bei welchem Wetter, seien immer ratsam. Wichtig sei vor allen Dingen, dass diejenigen, die zu depressiven Reaktionen neigen, sich nicht zurückziehen. „Jeder sollte gucken, was tut mir gut“, so der Psychotherapeut, „ das kann manchmal auch ein einfaches Wannenbad sein.“

Sollten zu den Stimmungsschwankungen Begleiterscheinungen, wie Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit, Antriebslosigkeit und Rückzug, auftreten, die länger als zehn Tage anhalten, rät der Experte zu einem Besuch des Hausarztes. Auch, wenn der November kalt, nass und grau wird – auf eines können sich alle freuen: Mit dem Dezember bricht die gemütliche Adventszeit an.

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erstellt am 29.Okt.2016 | 05:10 Uhr

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