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Eckernförder Zeitung

05. Dezember 2016 | 15:31 Uhr

Eckernförde : Video: U-Boot „U 36“ in den Dienst gestellt

vom

Die Marine-Flotte ist mit dem hochmodernen U-Boot vorerst komplett. Bis 2030 sollen zwei weitere Boote folgen.

Eckernförde | Mit dem Befehl „Heiß Flagge und Wimpel“ ist das neue hochmoderne U-Boot „U36“ am Montag in Eckernförde in den Dienst gestellt worden. Mit der Übernahme des letzten Bootes der Baureihe „U212 A“ komplettierte die Marine vorerst ihre U-Boot-Flotte. Das Bundesverteidigungsministerium teilte jedoch mit, bis 2030 zwei weitere U-Boote beschaffen zu wollen. Sie sollen sich nach Fähigkeit und Größe an den sechs vorhandenen U-Booten der Klasse 212 A orientieren.

„Diese U-Boote sind State-of-the-Art, hightech pur“, sagte der stellvertretende Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Rainer Brinkmann, beim Festakt im Marinestützpunkt in Eckernförde. Wie seine fünf Schwesterboote ist die 57 Meter lange „U36“ im 1. U-Boot-Geschwader in Eckernförde beheimatet. Das Kommando über die Marineeinheit übernimmt Korvettenkapitän Christoph Ploß (34).

Auch wenn die Modernisierung der Flotte mit der Indienststellung von „U36“ zunächst komplett ist, gibt es Bedarf für weitere Boote. Bisher sei die Finanzierung von sechs Booten gesichert gewesen, sagte Vizeadmiral Brinkmann am Rande des Festaktes. Konzeptionell würden aber acht U-Boote gebraucht. In dem Zusammenhang würde geprüft, ob Kooperationen etwa mit Norwegen möglich seien.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin sagte, „mit sechs U-Booten der Deutschen Marine liegt die Anzahl unter dem Bedarf der Bundeswehr“. Auch aus Gründen der operationellen Verfügbarkeit seien mehr U-Boote erforderlich. Daher sei geplant, Ende der nächsten Dekade zwei weitere U-Boote zu beschaffen.

Das erste neue U-Boot in Eckernförde war 2005 in Dienst gestellt worden. „U36 hat rund 500 Millionen Euro gekostet“, sagte der Ministeriumssprecher. Die sechs Boote hätten zusammen etwa 2,59 Milliarden Euro gekostet. Das 1. U-Boot-Geschwader in Eckernförde ist das einzige, das die Bundeswehr noch hat.

Die Unterseeboote der Klasse 212 A gelten als modernste nicht-nukleare U-Boote der Welt. Sie besitzen nach Angaben der Marine einen einmaligen Hybridantrieb. Das System ermöglicht Einsätze über mehrere Wochen hindurch weitgehend unabhängig von Außenluftzufuhr.

Schleswig-Holsteins Innenminister Stefan Studt (SPD) lobte „U36“ als eines der technisch raffiniertesten Unterseeboote der Welt. Die fast geräuschlos arbeitenden und schwer zu ortenden Boote stünden an der Spitze eines fast dreißigjährigen Planungsprozesses. „U36“ werde in der internationalen Gemeinschaft eine wichtige Rolle spielen, sagte Brinkmann. Immer weniger Partner seien in der Lage, solche hochtechnologisierten Waffensysteme zu erhalten.

Der Befehlshaber der Flotte und Unterstützungskräfte sprach auch die schwierige Personalsituation an, die auf das Gemüt drücke. Gerade bei den technischen Fachkräften mangle es. Die Marine hat daher zur Nachwuchsgewinnung unter anderem diverse Werbekampagnen aufgelegt.

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erstellt am 10.Okt.2016 | 19:04 Uhr

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