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Eckernförder Zeitung

08. Dezember 2016 | 05:17 Uhr

Windkraft : Verein Seeadlerschutz befürchtet mehr Windkraftanlagen in Schwansen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Interesse an möglichen Potentialflächen für Windkraft sorgt den Verein Seeadlerschutz. Verein kündigt detaillierte Stellungnahmen nach Vorstellung des Entwurfs des Regionalplans zur Windkraft durch das Land vor.

Barkelsby | Den Bau weiterer Windkraftanlagen in Schwansen befürchtet der Verein Seeadlerschutz. In einer Pressemitteilung stellt der Verein fest, dass sich Firmen für die „als Potenzialflächen in der sogenannten Goldkarte für Schleswig-Holstein“ aufgeführten möglichen Windkrafteignungsflächen in Schwansen interessierten und sich bei Landeigentümern meldeten.

Auf der Halbinsel Schwansen sah der letzte Planungsstand (Ende April) zum Entwurf des Regionalplans zum Thema Windkraft zahlreiche Flächen mit rund 1000 Hektar vor. Schwansener Gemeinden beauftragten das Gutachterbüro OLAF, das in seiner Arbeit die zum damaligen Abwägungsstand bekannten Kriterien der Landesregierung für die Ansiedlung von Windkrafträdern untersuchte (wir berichteten). Nach Anwendung der Kriterien blieben dem Gutachten zufolge große Eignungsflächen südlich von Dörphof, östlich und nördlich von Vogelsang-Grünholz, im Bereich nordöstlich des Guts Saxtorf/Rieseby und in einem Streifen nordöstlich von Loose und westlich von Waabs von etwa 255 Hektar für theoretisch 26 Anlagen übring. Nach derzeitigem Stand plant die Landesregierung den Entwurf des Regionalplans erst Ende des Jahres zu beschließen und vorzustellen. Im Anschluss daran beginnt die Öffentlichkeitsbeteiligung mit der Möglichkeit zu Stellungnahmen, bevor der Plan vom Land beschlossen wird.

Sollte es in den für den Seeadler sensiblen Bereichen zum Bau von Windkraftanlagen kommen, hätte das aus Sicht des Vereins „starke negative Folgen für die Seeadlerpopulation“. Er fordert, dass beispielsweise Flächen in der Nähe zum Karlsburger Gehölz und weiteren Waldstücken, die als Schlafplätze von Seeadlern dienen, sowie Flächen in der Nähe zu Seeadlerhorsten im Entwurf des Regionalplans keine Beachtung mehr finden dürften.

Der Verein, dessen Mitglieder in der Vorwoche täglich rund 15 Seeadler in den möglichen Windkrafteignungsflächen zählten, appelliert an die Landbesitzer, ihre Flächen zum Schutz von Landschaft und Tieren nicht für Windkraftanlagen zur Verfügung zu stellen.

Neben den vorhandenen Seeadlern erwartet der Verein in den kommenden zwei Wochen wieder bis zu 2000 Singschwäne in den sensiblen Bereichen, die aus Skandinavien und Russland anfliegen und teils hier überwintern.

Der Verein kritisiert in seiner Mitteilung Gemeinderatsbeschlüsse Schwansener Gemeinden, die seiner Meinung nach verfrüht „eine von einem Gutachterbüro erarbeitete Stellungnahme an die Staatskanzlei“ abgaben. Darin sei inhaltlich und indirekt die Errichtung von 26 Großwindanlagen in Damp, Dörphof, Thumby, Loose, Waabs und Rieseby für theoretisch zulässig erwogen worden, weist Vereinsvorsitzender Frank Dreves auf das falsche Signal hin. Nur Rieseby hatte sich im Mai entschlossen, auf diese verfrühte Stellungnahme zu verzichten. Dort soll nach Veröffentlichung des Regionalplanentwurfs ausführlich zu jeder Potenzialfläche Stellung genommen werden, teilt der Verein mit. Zugleich kündigt der Verein an, sich selber mit einer Fülle an Dokumenten mit einer Stellungnahme am Verfahren zu beteiligen.

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erstellt am 31.Okt.2016 | 06:10 Uhr

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