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Himmelskörper : Venus am Himmel: Der helle Stern am Abend ist kein Ufo

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Viele beobachten seit Weihnachten ein sich bewegendes Licht am Himmel. Experten bestätigen: Es ist Planet Venus.

Altenhof | Immer wenn es dunkel wird ist es plötzlich da und für alle sichtbar: ein auffallend großes, helles Licht am Himmel. Es ist viel zu hell und scheint viel zu tief für einen Stern. Manchmal bewegt es sich langsam und fast unmerklich ein wenig nach rechts – gen Westen.

„Es ist ein Ufo – eben ein Unbekanntes Flug-Objekt“, sagt Ingrid Koßmann und lacht. Sie wohnt am alten Bahnhof in Altenhof (Kreis Rendsburg-Eckernförde) und hat vom Küchenfenster aus einen perfekten Blick auf das Licht. Etwa seit Weihnachten beobachtet die 68-Jährige das Phänomen am Abendhimmel. „Es erscheint immer in der Dämmerung, so gegen 17 Uhr im Moment“, beschreibt sie. Über den Baumwipfeln des Hochseilgartens Altenhof ist es zu sehen. „Es ist plötzlich da. Wie angeknipst“. Koßmann ist amüsiert. Wenn sie in die Küche kommt, kontrolliert sie schon wie selbstverständlich, ob es noch da ist.

Zwei bis drei Stunden bleibt das Objekt, dann wird es wieder „ausgeknipst“. „Manchmal scheint das Licht auch etwas schwächer zu werden“, sagt Koßmann. Aber was verbirgt sich dahinter? „Ein Stern kann es nicht sein, das wüsste ich. Ich bin in diesem Haus aufgewachsen – da war nie ein Stern“, sagt sie. Ihr Lebensgefährte, Walter Bersching (73), bestätigt ihre Beobachtungen. „Eine Drohne kann es auch nicht sein. So lange hält doch kein Akku“, vermutet er. Die Höhe und die Entfernung sind schwer zu schätzen, Fluggeräusche nicht zu hören. Taucht es jeden Tag auf? „Nein, das auch nicht. Manchmal ist es nicht da, aber jetzt seit ein paar Tagen permanent. Weiß der Kuckuck, was das ist“, sagt Koßmann und lacht.

Eine einleuchtende Erklärung für das helle Licht hat Thomas Schröder vom Mediendom und der Sternwarte Kiel. „Das ist unser Nachbarplanet, die Venus“, erklärt er gegenüber der Eckernförder Zeitung. Die Venus ist der Planet, der auf seiner Umlaufbahn der Erdbahn am nächsten kommt. Sie ist nach dem Mond das hellste Gestirn am nächtlichen Himmel und dabei von einer dichten, stets geschlossenen Wolkendecke umgeben. Zur Zeit stehe die halbe Venus am Himmel, erklärt der Experte weiter. „Bis Mitte Februar wird sie, wie man sagt, im größten Glanz am Himmel stehen“, so Schröder. Danach laufe sie zwischen der Sonne und der Erde hindurch und wird für das menschliche Auge unsichtbar. Dann sei die unbeleuchtete Nachtseite zur Erde gerichtet. Bis dahin wird sie zu sehen sein. „Sie wirkt so hell wie ein Landescheinwerfer bei einem Flugzeug“, bestätigt Schröder.

Dass sie Ingrid Koßmann vorher nicht aufgefallen ist, liegt wohl daran, dass es ständig Bewegung am Himmel gibt. „Planet heißt ja so viel wie Wanderer“, sagt Schröder, Verschiebungen seien an der Tagesordnung. Und noch etwas könne man übrigens in einer sehr klaren Nacht beobachten. Links oberhalb der Venus – viel weniger hell – stehe der Mars.

Warum sie wie „angeknipst“ erscheint, das könne an der Fokussierung des Auges liegen, meint der Eckernförder Hobby-Astronom Armin Quante. Wenn das Tageslicht schwächer wird, stelle das Auge scharf und man entdecke plötzlich den Planeten, erklärt er. „Die Venus, die auch Abendstern genannt wird, wandert am Himmel entlang, das Licht wird gen Westen wieder schwächer und dann geht sie unter – wie der Mond auch“. Ausgeknipst!

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erstellt am 18.Jan.2017 | 05:55 Uhr

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