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Eckernförder Zeitung

10. Dezember 2016 | 21:34 Uhr

Camping : Ute Sievers fühlt sich auf dem Campingplatz zu Hause

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Kielerin betreibt seit 60 Jahre Dauercamping in Surendorf / Kinder und Enkel folgen ihr

Schwedeneck | Zwischen dem ersten April und dem 30. September verbringt Ute Sievers jede freie Minute auf dem Campingplatz in Surendorf. Vor 60 Jahren begann ihre Begeisterung für das Übernachten in der Natur. „Damals haben wir noch in einem Zelt am Strand geschlafen“, erinnerte sich die 80-Jährige.

Im Jahr 1956 war sie aktive Kanutin und zusammen mit ihrem damaligen Team in Surendorf. „Das war mit dem Bus gut zu erreichen und es ist so schön hier, da bin ich dann jedes Jahr wieder gekommen“, sagte die Kielerin. Als dann der Campingplatz entstand, durften Ute und ihre Familie sich als erstes einen Platz aussuchen. Sie entschieden sich für die Ecke mit Blick auf die Ostsee. „Die Kinder waren damals noch so unruhig und wild. Da wollten wir lieber an den Rand“, sagte sie lachend. Mit der Zeit wich das Zelt einem Wohnwagen.

Auch Norbert Ehrich, Leiter Schwedeneck-Touristik, freut sich jedes Jahr, wenn Ute Sievers anreist. „Zu den langjährigen Campern hat man ein inniges Verhältnis und Ute gehört ja schon fast zum Inventar“, sagte er. Für sie Kielerin liegt ihr Lebensmittelpunkt auf dem Campingplatz. Auch ihre Kinder und Enkelkinder besuchen sie regelmäßig in Surendorf. Zusammen gehen sie dann schwimmen und genießen den Sonnenuntergang. „Das ist einfach wunderschön, wenn die Enkel da sind“, sagte sie. Mittlerweile hat sie neun Enkel. Morgens werde sie durch die aufgehende Sonne geweckt und abends kann sie trotzdem die letzten Strahlen genießen.

Was sie etwas vermisst sind ihre alten Freunde, mit denen sie täglich in die Ostsee gegangen ist. „Das ist leider etwas eingeschlafen“, bedauerte die Rentnerin. Für sie ist es sehr wichtig, sich fit zu halten. Deshalb sind täglicher Sport und Kurse an der Volkshochschule Kiel eine willkommene Ablenkung für sie. Aber abends geht es zurück zu ihrem Wagen.

Das aktuelle Modell hat sie mit ihrem ältesten Sohn gekauft, der auch ihren Platz auf Dauer übernehmen wird. „Er campt ja auch schon seit 57 Jahren “ sagte die gelernte Industriekauffrau lachend. Doch bis es soweit ist, und sie ihren Platz aufgibt, wird sie ihren Platz hegen und pflegen. „Das ist mein zuhause. Das muss man pflegen“.

Erlebt hat sie auf dem Platz schon einiges. Vor 23 Jahren kam sie im April auf den Platz, da war die Ostsee noch gefroren. Viele ihrer alten Freunde sind schon gegangen. Nur eines verändert sich nie – am ersten April steht Ute Sievers vor dem Tor und will wieder zu ihrem Wagen.

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erstellt am 08.Aug.2016 | 06:02 Uhr

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