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Eckernförder Zeitung

05. Dezember 2016 | 21:40 Uhr

Eckernförde : Unheimlicher Besuch von drei Männern im Tattoostudio

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Sie wollen eigentlich nur die Chefin sprechen, doch der ist das Auftreten der drei Männer nicht geheuer – sie ruft die Polizei.

Eckernförde | Freitagmittag, ein Tattoostudio an der Schiffbrücke in eckernförde. Die Inhaberin sitzt mit Kunden im hinteren, nicht einsehbaren Bereich, da geht die Tür auf. Drei Männer (20, 28, 31 Jahre alt) treten ein, sagen den Kunden im Eingangsbereich, sie wollten mit der Chefin reden. Bedrohlich wirkt ihrer Meinung nach ihr Auftreten: einer von ihnen ein Zwei-Meter-Hüne und muskelbepackt, ein anderer mit Glatze, ein dritter mit Vollbart. Eindeutige Tätowierungen lassen für einen der Kunden nur den Schluss zu, dass es sich um Mitglieder aus der Rockerszene handelt. Er weist darauf hin, dass die Chefin im Gespräch ist, doch mit jemand anderem wollen die Männer nicht sprechen. Sie warten vor der Tür.

Für die Inhaberin ist klar: Hier soll es um Schutzgeld gehen. Und verständigt die Polizei. Als die Kunden im vorderen Bereich das Studio verlassen, erscheint wieder einer der Männer, doch die Inhaberin hat noch immer Kundschaft – der Mann verschwindet wieder. Nach einiger Zeit erscheint zum dritten Mal ein Mann. „Fünf Minuten. Es ist wichtig“, raunt er und verschwindet wieder.

Dann erscheint die Polizei mit drei Streifenwagen. Die Männer werden festgehalten und durchsucht. Keiner von ihnen wehrt sich, aber auch keiner scheint überrascht oder verdutzt. Still lassen sie die Durchsuchungen der Polizei über sich ergehen. Einer sieht die Studio-Inhaberin an, formt stumm mit den Lippen das Wort "Tod" - so schildert sie es. Der Hüne muss sein Auto (Lübecker Kennzeichen) öffnen, die Polizisten durchsuchen es. Sie nehmen die Personalien der Männer auf, sprechen ihnen einen Platzverweis aus.

Laut Pressemitteilung der Polizei heißt es: „Die Hintergründe des Auftretens der drei Männer dort werden zurzeit noch ermittelt.“ Doch dass sie nicht gekommen sind, um sich tätowieren zu lassen, steht für die Inhaberin fest.

Der Polizei in Eckernförde ist nicht bekannt, dass in Eckernförde Schutzgelder eingetrieben werden. Und aus rechtlicher Sicht ist den drei Männern wohl kaum ein Vorwurf zu machen. Schließlich ist es nicht verboten, tätowiert zu sein, ein grimmiges Gesicht zu machen und nach der Chefin zu fragen. Auch nicht die Vorliebe, im scharfen Ostwind zu warten statt in der warmen Bude. Dennoch nimmt die Polizei den Vorfall ernst und wird vermehrt ein Auge auf den Hafenbereich haben.

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erstellt am 15.Okt.2016 | 05:56 Uhr

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