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Eckernförder Zeitung

30. März 2017 | 12:52 Uhr

Leitartikel : Unfassbare Entwicklung

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Geburtshilfe in Existenzgefahr

Die Verunsicherung ist groß. Was geschieht, wenn die Kinderstation der Imland Klinik Eckernförde nicht wieder eröffnet wird? Und vermutlich wird sie es tatsächlich nicht, wie man zwischen den Zeilen aus den Antworten der Kreispolitiker heraushören kann, die darüber am 27. März zu entscheiden haben. Aber: Es wird weiterbehandelt. Aufsichtsratschef Thorsten Schulz sieht die kindgerechte Aufnahme und Versorgung junger Patienten weiterhin als gegeben an, auch wenn es offizielle keine Kinderstation in Eckernförde mehr geben sollte. Es gibt nach Auskunft der Geschäftsführung eine Vormittagspräsenz und eine Rufbereitschaft der Kinderärzte, Behandlungsmöglichkeiten auf allen übrigen Stationen und in Notfällen geht es nach Rendsburg oder Kiel, wie bisher auch. Das soll für Eckernförde reichen. Hoffentlich. Die Verantwortlichen sind in jedem Fall beim Wort zu nehmen.

Nicht zu fassen ist allerdings die erneute Überlebensfrage der Geburtshilfe. Riesennachfrage, über 800 Geburten, und jetzt wie aus dem Nichts die erneute Existenzfrage nach wohltuend ruhigen und erfolgreichen Jahren. Das legt die Vermutung nahe, dass es hinter den Kulissen keineswegs immer so ruhig und harmonisch zugeht. Das wirft Fragen auf.

Der Frust und die Verärgerung über die immer noch ungelösten Probleme auf der Geburtsstation Eckernförde sind verständlich. Es ist eigentlich unfassbar, dass diese Vorzeigestation erneut um ihre Existenz bangen muss. Die Zahlen stimmen und sollten mit einer landesweiten Marketingkampagne auch weiterhin steigen. Es ist ja nicht so, dass man sich in Eckernförde für etwas zu schämen bräuchte – ganz im Gegenteil. Diese Botschaft muss unter die künftigen Eltern.

Es gibt einiges aufzuarbeiten. Dabei dürfte auch das interne Klinik-Gutachten eine Rolle spielen, in dem die Stärken und Schwächen der Standorte aufgeführt sind. Es wird Zeit für transparente Prozesse und dauerhafte Entscheidungen, sonst prägen Kritiker wie die FDP Eckernförde, die gleich alle Verantwortungsträger mehr oder weniger zum Teufel jagen möchte, die öffentliche Debatte. Etwas bizarr klingt bei aller verständlichen Vehemenz der Vorwurf der Vorsitzenden der Elterninitiative, Alexandra Bruns, Geschäftsführer Johannsen habe von all dem gewusst, alles sei nur Berechnung, „um der Klinik größtmöglichen Schaden zuzufügen“. Wie man auf solche abwägigen Gedanken kommt, ist nicht nachvollziehbar und erschwert die sachliche Diskussion.

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erstellt am 12.Mär.2017 | 18:17 Uhr

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