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Eckernförder Zeitung

04. Dezember 2016 | 17:23 Uhr

Umweltausschuss kritisiert großflächige Verteilung unerbetener Telefonbücher

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Themen Müllvermeidung und Schonung der Ressourcen standen am Dienstagabend ohnehin auf der Tagesordnung des Umweltausschusses, da passte die Eingabe von Doris Rautenberg in der Einwohnerfragestunde ins Bild. Die Anwohnerin aus der Rendsburger Straße beklagte sich über die Papierberge, die sich in den vergangenen Tage nach der offenbar großflächigen Verteilung des Branchentelefonbuchs Gelbe Seite vor den Häusern oder in den Fluren aufgetürmt hätten.

Ausschussvorsitzender Edgar Meyn (Die Grünen) konnte die Verärgerung der Anwohnerin nachvollziehen. Es sei „schlimm, dass es so ist und Papier hergestellt wird, was nicht gebraucht wird.“ Aber jeder Bewohner sei selbst verantwortlich, wie es vor seiner Tür aussehe, rief er zu einem eigenverantwortlichen Umgang mit der nicht bestellten, eingeschweißten Fracht auf.

Matthias Huber vom Bürger-Forum appellierte an die Bürger, den Hauptwerbeträger der Bücher und den Verlag anzuschreiben, dass die Belieferung („Die Bücher werden wahllos vor jede Haustür geschmissen“) nicht mehr gewünscht ist. Huber berichtete, dass sich auf Facebook bereits viele Menschen verärgert über die Verteilungsaktion der Gelben Seiten gezeigt hätten. „Überall Pakete, die keiner haben will“, gab er den Tenor der Äußerungen wieder. Er selbst habe dann gepostet, dass man sich direkt an den Verlag und die Hauptwerbefirma wenden möge, um seinem Unmut auf direktem Wege Ausdruck zu verleihen. Hinter der flächendeckenden Verteilung, so Huber, stehe das Ziel, durch hohe Auflagen entsprechende Werbeeinnahmen zu generieren. Offenbar versprächen sich die Inserenten davon eine positive Werbewirkung.

Er fragte, was die Stadt unternehmen können, um den Verlag dazu zu bewegen, so etwas zukünftig zu unterlassen, ob es hilfreich wäre, die werbenden Firmen darüber zu informieren, dass derartige Sendungen bei den meisten Bürgern unerwünscht seien, und wie man als Bürger auf das Zustopfen der Briefkasten durch unerwünschte Sendungen reagieren könne.

Jürgen Neumann (SPD) meinte, dass die Stadtverwaltung den Verursacher auffordern müsse, auf öffentlichen Flächen abgelegte oder zwischengelagerte Telefonbuchstapel abzutransportieren. Geschehe dies nicht, müsse die Stadt „den Müll entsorgen“.

Klaus Kaschke, Leiter des Ordnungsamtes, betonte auf Anfrage unserer Zeitung, dass die Stadt in solchen Fällen versuche, den Verursacher zu ermitteln und ihm dann eine Frist zum Entfernen setze. Sofern die Sendungen allerdings auf privaten Grundstücken abgestellt würden, müssten die Grundstückseigentümer selbst reagieren.

Der Verlag hat sich gestern Nachmittag telefonisch auf Anfrage unserer Zeitung gemeldet. „Wir produzieren nicht für die Tonne“, sagte eine Sprecherin. Die verteilte Auflage werde an die örtlichen Gegebenheiten und Erfahrungswerte angepasst. Es sei durchaus verständlich, wenn die Verteilung hinterfragt werde, der Verlag versuche jedoch, gerade in Wohngebieten einen zu massiven Auftritt zu verhindern. „Wenn in einem Hausflur acht Briefkästen sind, sollten dort nur drei Exemplare ausgelegt werden, verdeutlichte sie das Verhältnis.



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erstellt am 24.Nov.2016 | 06:37 Uhr

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