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Eckernförder Zeitung

05. Dezember 2016 | 09:32 Uhr

Kultur : Überzeugendes Chaos

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Beim Kulturabend in Ascheffel begeistert Helmut Hagge aus der Laienspielgruppe des SV Hüttener Berge als Pastor in Nöten

Um dem plattdeutschen Theaterstück der Laienspielgruppe des SV Hüttener Berge einen noch größeren Rahmen bieten zu können, wurde die Aufführung am Sonnabend in ein buntes Programm eingebettet. Viel Musik und ein Vortrag bildeten die weiteren Punkte des Abends. Herzstück blieb jedoch die Aufführung von „Awer Herr Paster“.

Die Laienspielgruppe hatte ein Stück geprobt, das mit viel Witz die Geschichte eines Pastors erzählt, der nach dem Dorffest mit einer Frau in seinem Bett aufwacht. Zusammen mit seiner Haushälterin versucht er nun das Problem zu lösen, denn angeblich soll der Pastor die Frau sogar von ihrem Vater abgekauft haben. Um die verzwickte Situation noch weiter zu verkomplizieren, hat sich auch noch der Superintendent angekündigt, um seinem Kollegen einen Besuch in Ascheffel abzustatten. Und um das Chaos perfekt zu machen, kommt auch der Bürgermeister zu Besuch und berichtet, der Pastor habe sich am Vorabend mit seiner Tochter verlobt. Helmut Hagge, der den Pastor spielt, konnte einem leid tun. Er verkörperte seine Rolle mit einer derartigen Überzeugungskraft, dass man fast dachte, das Chaos wäre bei ihm wirklich ausgebrochen. Am Ende löste sich jedoch alles in Wohlgefallen auf, und die 120 Gäste honorierten die Aufführung mit viel Applaus.

Vor dem Stück hatte Telse Stoy, Kulturausschussvorsitzende, einen Vortrag über die Geschichte des alten Bahnhofs von 1904 bis heute gehalten. Anhand von alten Zeitungsartikeln und Dokumenten konnte sie die Geschichte nahezu lückenlos rekonstruieren. Viele der Informationen, die Stoy herausgefunden hatte, waren auch den Gästen nicht bekannt gewesen. „Es ist hier ein Stück Zeitgeschichte. Und ein spannendes noch dazu“, sagte Stoy. Der alte Bahnhof stellt für die Bürger in Ascheffel ein Zentrum dar, dessen Geschichte den Gästen des Abends dennoch recht unbekannt zu sein schien. Telse Stoy konnte viele Wissenslücken füllen. Besondere Aufmerksamkeit erregten die Porträtaufnahmen aus früheren Zeiten. „Oh mein Gott, das ist mein Onkel“, war bei einem Bild aus dem Publikum zu hören.

Auch für musikalische Untermahlung war gesorgt. Flotte Tangorhythmen zauberten Dörte Paulsen an der Blockflöte und Rainer Dähling, genannt „SaitenHauch“, an der Gitarre aus ihren Instrumenten. Das Quartett „Vierspurig“, bestehend aus Hanno Grallert, Nicole Eiben, Martin Paulsen und Dörte Paulsen, sang einige Lieder. Etwas ruhiger ließen es zum Abschluss des Abends Imke Schipper und Philipp Merkelbach angehen. Die beiden unterhielten die Gäste mit stimmungsvoller Arkordeonmusik.


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