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KOSTENLOSES ANGEBOT FÜR MÄDCHEN : Übers gemeinsame Kochen und Essen gibt es Kontakt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Im Mädchentreff Wilde ! Via finden Mädchen Unterstützung, Beratung, Spaß und neue Freundinnen. Auch viele Flüchtlingsmädchen finden den Weg in die Langebrückstraße.

Es ist Mittwochnachmittag und damit Mädchenzeit in der !Via Beratungsstelle für Frauen und Mädchen in der Langebrückstraße 15. Deutsche und arabische Wortfetzen fliegen durch den Raum, dessen Mittelpunkt ein riesengroßer Tisch bildet. Mädchen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Nationalität sitzen an ihm, vor sich Teller und Töpfe mit Essen, das sie zuvor alle miteinander selbst gekocht haben.

Heute ist ein besonderer Tag – es wird Fasching gefeiert. Alle tragen Kostüme oder selbstgebastelte Masken. Als Festmahl gibt es eine Gemüsepfanne mit Tomatensoße sowie Nudeln und Reis. „Das gemeinsame Essen ist ein Ritual, das gehört dazu. Übers Essen gibt es Kontakt und Gespräche“, sagt Carole-Anne Winkelhaus. Die Sozialarbeiterin (27) betreut den Mädchentreff „Wilde  !  Via“. Zweimal in der Woche haben die Mädchen in der Langebrückstraße das Sagen. Jedes Mal wird zu Beginn gemeinsam besprochen, was gekocht wird. Die Mädchen kochen nicht nur, sondern besorgen vorher auch die nötigen Zutaten selbst. Unterstützung zur Selbstständigkeit und Stärkung des Selbstwertgefühls sind zwei wichtige Bausteine in der Arbeit des Mädchentreffs, der als offene kostenlose Einrichtung einmalig im Kreisgebiet ist. „Wir geben Mädchen Unterstützung, Begleitung und Beratung auf ihrem persönlichen Lebensweg“, erklärt Winkelhaus. Das bedeutet auch in Krisenzeiten Unterstützung und Beratung, wenn es gewünscht ist. !Via setzt sich für ein gleichberechtigtes Miteinander und gegen die Unterdrückung und Gewalt gegen Frauen und Mädchen ein.

Emma (12) besucht seit Sommer vergangenen Jahres den Mädchentreff. „Hier kann man einfach abschalten. Es sind keine Eltern hier, die rumnerven“, sagt die Eckernförderin. Dass so viele ausländische Mädchen da sind, findet sie toll. So ergeben sich neue Bekanntschaften. Wie zum Beispiel zu Avan (12), Nishan (11) und Wani (12). Die drei Schwestern sind mit ihrer Familie aus Syrien geflüchtet und wohnen seit 16 Monaten in Eckernförde. „Ich finde es lustig hier. So kann ich mehr Deutsch lernen. Und hier finde ich Freundinnen“, sagt Wani. So hat sie im Mädchentreff Jahit kennen gelernt. Die Elfjährige ist mit ihrer Familie aus Tschetschenien geflüchtet. Mittlerweile sind sie beste Freundinnen.

Mit den Mädchen gemeinsam Vorschläge für Aktionen und Kreativangebote, wie Basteln oder jetzt den Fasching, zu entwickeln ist für Carole-Anne Winkelhaus eine Selbstverständlichkeit. „Wir bieten keine feste Betreuung, bei uns können die Mädchen kommen und gehen, wann sie wollen“, sagt die 27-Jährige. Unterstützt wird sie von drei neuen Kolleginnen, die stundenweise im Mädchentreff arbeiten. Seit Mai 2016 ist Maryam Fiazi dabei. Sie stammt aus Afghanistan und absolviert zurzeit eine Ausbildung zur Sozialpädagogischen Assistentin. Wiebke Schmitz (Diplom Pädagogin) ist seit August 2016 dabei. Ganz frisch im Team ist Nadja Altmeyer. Seit Februar übernimmt sie auch die Vertretung von Winkelhaus.

Rund 20 Mädchen sind regelmäßige Gäste im Mädchentreff, der mittwochs (14 bis 18 Uhr), freitags (14 bis 17 Uhr) und jeden ersten Sonnabend im Monat (13.30 bis 17.30 Uhr) geöffnet ist. Sind alle da, wird ein großer Tisch benötigt, an dem beim Essen auch alle Platz finden. Die Arbeit von !Via wird von Stadt und Kreis gefördert.

Trotzdem ist der Verein „Frauen helfen Frauen“, der den Treff betreibt, auf Spenden angewiesen. Eine Spende von 500 Euro brachte vor kurzem Cornelia Möhring, Bundestagsabgeordnete der Linken und Frauenpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion, bei einem Informationsbesuch mit. Die Förderung von Integration geflüchteter Mädchen, wie in dem Wilde !Via Treff, sei ihr ein großes Anliegen, so Möhring. Dank dieser Spende konnte ein Teil des neuen großen Tisches finanziert werden.

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erstellt am 03.Mär.2017 | 05:24 Uhr

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