zur Navigation springen

Amphibienschutz : Überlebenshilfe für Frösche und Kröten

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Auf dem Weg zum Gewässer werden die Tiere überfahren / Naturschützer errichten Krötenzaun in Fleckeby

Fleckeby | Sie sind faustgroß, von grünbrauner Farbe und bewegen sich zurzeit wieder auf der Suche nach Gewässern. Die Erdkröte hat nach langer Winterstarre ihr Quartier verlassen und kriecht behäbig in Richtung Tümpel und Teich, um dort zu laichen. Auf ihrem Weg zum Laichplatz überqueren die Amphibien auch befahrene Straßen und werden doch gerade bei Dunkelheit übersehen und überfahren.

In Fleckeby kümmern sich daher eine handvoll Helfer um die Tiere. Jedes Jahr errichten sie im Appeljord auf einer Länge von rund 100 Metern die grüne kniehohe Barriere für die Amphibien, damit sie nicht unter die Räder kommen. Mehrere Stunden dauert der Aufbau des Zauns, „der Abbau geht dann etwas schneller“, sagt Hans-Jürgen Simon, der jetzt gemeinsam mit Manfred Bach, Gernot Lausen sowie Sabit Orakhel und Habibullah Mohammadi angepackt hat. „Dafür, dass der Zaun nur 100 Meter lang ist, werden sehr viele Tiere gerettet“, betont Bach. Über 1200 Tiere seien es, die jedes Jahr von den Helfern über die Straße zu den Regenrückhaltebecken getragen werden oder durch den Krötentunnel, der von der Bingo-Lotterie finanziert wurde, sicher auf die andere Seite gelangen – etwa 800 Kröten, 400 Grasfrösche und einige Molche. Sie werden vom Zaun entlang abgesammelt oder fallen in einen der beiden Fangeimer.

„Die milden Temperaturen und Regen lassen die Amphibien wandern“, sagt Manfred Bach. Bei frostfreiem Boden und Temperaturen um 7 Grad in Verbindung mit Regen gibt es für sie kein Halten mehr. Allerdings seien sie noch klamm vom Winterschlaf und verharren auf der Straße. Auf dem Rückweg überqueren sie die Straße mit ein paar Sprüngen deutlich schneller.

Seit dem Jahr 2000 gibt es den Krötenzaun im Appeljord, 2005 wurde ein Provisorium durch eine stabilere Konstruktion ersetzt. Im vergangenen Jahr hatten die Naturschützer bei der Gemeinde beantragt, eine fest installierte Amphibienleitanlage zu errichten. Finanziert werden könnte dieses Projekt durch so genannte Kompensationsgelder. Geld, das Betreiber von Windkraftanlagen als Ausgleich für den Eingriff in Natur und Landschaft zahlen und dem Naturschutz zugute kommen sollen. Der Eigenanteil der Gemeinde würde sich darauf beschränken, die Anlage in Schuss zu halten.

Mehrfach beraten wurde dieser Antrag schon, entschieden ist aber noch nichts. Die technische Umsetzung ist noch nicht ganz geklärt, da ein Teilstück aufgrund einer Koppelzufahrt freigehalten werden muss. Außerdem plant Fleckeby gerade die weitere bauliche Entwicklung und die Fläche zwischen Lehmberg und Appeljord ist als Potenzialfläche ausgewiesen.

 

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 17.Mär.2017 | 06:07 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert