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Windkraft : Tüttendorf hat genug von Windenergie

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Kosten für die Kinderbetreuung steigen weiter an / Bürgermeister appelliert an die Bürger, Stellung gegen Windkraft in der Gemeinde zu beziehen

Tüttendorf | Die Gemeinde Tüttendorf produziert sechsmal so viel Energie wie sie verbraucht. Doch das nutzt der Gemeinde wenig. Das Land hat weitere Windkrafteignungsflächen in Tüttendorf vorgesehen. Viel zu viele und viel zu nahe an der Wohnbebauung, klagen viele Bürger, vom Eingriff in die Landschaft ganz zu schweigen. Die Gemeindevertretung beschäftigte sich am Dienstagabend auf ihrer Sitzung erneut mit dem Thema und beschloss einstimmig, 2000 Euro zur Verfügung zu stellen. Diese Mittel sollen für die professionelle Beratung zu einer Stellungnahme zur Windenergie eingesetzt werden.

Da die Gemeinden in der Planung von Windkraftanlagen außen vor sind, appellierte Bürgermeister Wolfgang Kerber an die Bürger, sich mit persönlichen Stellungnahmen an das Land zu wenden sowie an ihre Landtags- und Bundestagsabgeordneten. Die Situation, in der der Willen der Gemeinden ignoriert werde, sei die Folge der Aufnahme der Windenergie als Vorrang in den § 35 Baugesetzbuch, so Kerber. Deshalb sei es wichtig, dass die Politiker möglichst viel Post von den Bürgern erhielten, die auf die Folgen dieses Gesetzespassus aufmerksam macht.

Bereits in der Gemeindeversammlung am 27. Februar hatte sich Amtsdirektor Matthias Meins gewünscht, dass der im Jahr 2004 in den § 35 Baugesetzbuch eingefügten Vorrang „der Erforschung, Entwicklung oder Nutzung der Wind- oder Wasserenergie“ im Außenbereich wieder gestrichen wird. „Das wäre ein gangbarer Weg. Dann müsste die kommunale Willensbildung wieder berücksichtigt werden“, so Meins.

Der Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen steigt auch in Tüttendorf weiter an. Zu den zwei altersgemischten Gruppen in der neuen Kindertagesstätte kommt ab 1. August eine dritte Gruppe dazu. Dazu wird der bisherige Bewegungsraum in einen Gruppenraum umgewandelt. So sollen neun Kinder zusätzlich Platz finden. Weitere drei Kinder sollen in der Tagespflege untergebracht werden. Die Kosten für die Kinderbetreuung sind für die Gemeinde kaum noch zu stemmen. Musste die Gemeinde 2013 knapp 113  000 Euro für die Kinderbetreuung ausgeben, so waren für 2017 bereits 484  900 Euro geplant. Durch die neue Gruppe ab 1. August kommen weitere 35  200 Euro dazu. Für 2018 muss die Gemeinde mit Kosten von insgesamt 587  500 Euro rechnen. Im Vergleich dazu, stellt das Land Schleswig-Holstein 230 Millionen Euro für die Kinderbetreuung in ganz Schleswig-Holstein zur Verfügung. Dabei gab es früher einmal den Plan, dass das Land zu einem Drittel mitfinanziert.

In nichtöffentlicher Sitzung wurde Bürgermeister Wolfgang Kerber einstimmig bevollmächtigt die Verhandlungen zur Biogasanlage Tüttendorf (Durchführungsvertrag zur 1. Änderung und Ergänzung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes Nr. 5 -Erneuerbare Energien) zu führen.

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erstellt am 10.Mär.2017 | 06:02 Uhr

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