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Eckernförder Zeitung

05. Dezember 2016 | 13:44 Uhr

Mädelsabend mit Bibi Maaß : Tratschende Frauen leben länger

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Geschlossene Gesellschaft: Mädelsabend mit Bibi Maaß im Römer & Wein

Eckernförde | So einige Herren rieben sich verwundert die Augen, als sie am Sonntagabend die Tür zum Römer & Wein geschlossen vorfanden, obwohl durch die großen Scheiben eindeutig zu sehen war, dass der Gastraum rappelvoll war. Auffällig war die Zusamensetzung des Publikums – ausschließlich Frauen saßen an den Tischen. Unter dem Motto „Mädelsabend“ hatte Bibi Maaß zum Comedy-Abend nur für Frauen eingeladen. Allein Wirt Uwe durfte als einziger Vertreter seiner Art im Raum bleiben. Die Ankündigung von Maaß zu Beginn war Programm: „Mädels, wir ziehen jetzt gemeinsam in den Zickenkrieg.“

Viele Freundinnen wollten Bibi Maaß erleben und amüsierten sich köstlich, als die Komödiantin aus Quickborn in die Vollen griff. Der Wiedererkennungswert war garantiert, als die 56-Jährige die Frauenwelt aufs Korn nahm. Der Frauen liebste Tätigkeit, das Tratschen, wurde von Maaß denn auch mehr als sanktioniert: „Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Frauen, die tratschen, länger leben.“ Gehe es danach, werde sie selbst 110 Jahre alt. Viel geplappert wird auch zu Hause. Seit 26 Jahren ist Maaß mit ein und demselben Mann verheiratet. Mittlerweile habe ihr Gatte wohl ein Schweigegelübde abgelegt: „Und irgendwer muss die entstandene Stille ja füllen.“

Auch wenn wir selbst es vielleicht nicht gern hören, aber auch unter uns Frauen gibt es so ganz spezielle Typen, die Maaß genüsslich skizzierte und sezierte. Jede von uns hat eine Neidi-Heidi im Büro oder in der Nachbarschaft: „Rita hat zwar ein großes schönes Haus, aber hast du mal ihren Mann gesehen?“ Die Nörgel-Bärbel ist eine Frau, die in jeder Suppe ein Haar sucht – die solle am besten dran ersticken. Heftiges Nicken gab’s zum Thema Ordnung. Der Putze-Paula kann Unordnung nicht passieren. „Ihre Stube strahlt die Gemütlichkeit einer Kraft-Möbelausstellung aus.“ In ihrer eigenen Familie habe sie als Mutter – „ich wohne in einer altersgemischten Wohngemeinschaft“ – stets die Verantwortung für alles und jedes – auch für den verschwundenen Lieblingspulli der Tochter. „Ich habe die Dinosaurier ausgerottet, ich habe Kennedy erschossen. Mama hat immer an allem Schuld.“ In wahre Lachsalven brachen die Frauen aus, als Maaß verriet: „In dem Moment, wo ich Mutter geworden bin, da siegte die Tupper-Tante in mir.“ Der Wiedererkennungswert war garantiert!

Steckt in jeder von uns eine Tussi? Jedenfalls scheint es diesen Typ Frau vermehrt bei uns zu geben, glaubt man Maaß. „Die Masse an sauerstoffblondierten Modepuppen hat eindeutig zugenommen“, so die Komödiantin. Beim Bäcker, im Büro, in der Nachbarschaft – Emanzipation sei für diesen Typ Frau ein Fremdwort, so ihre Analyse, bei der frau gar nicht mehr aufhören konnte zu lachen. Die Tussi zeichnet sich durch leere Konten, aber prall gefüllte Schuhschränke aus. Ihr Markenzeichen: High Heels. Ihre Botschaft an die Männerwelt: „Ich kann nicht laufen, ihr müsst mich tragen.“ Und was trägt Maaß selbst? „Wen soll ich denn mit High Heels in der Küche betören?“, so ihre Frage.

Zwei Stunden volles Programm, als Zugabe gab’s ein wundervolles Gedicht über die liebestolle Weihnachtsgans Ludmilla, die sich unsterblich in einen Karpfen verliebt. „Du machst dich nackig ohne Sinn, und er schaut noch nicht mal richtig hin.“ Herrlich!

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erstellt am 05.Okt.2016 | 06:43 Uhr

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