zur Navigation springen

Eckernförder Zeitung

05. Dezember 2016 | 17:35 Uhr

Geflügelpest : Tote Vögel an der Schlei

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Kadaver am Holmer Strand / Hühnerhof Wittensee kommt Aufstallpflicht nach

Im Kreis Rendsburg-Eckernförde droht die Ausbreitung der Geflügelpest. Entlang der Schlei sind gestern und schon am Dienstag dem Amt Schlei-Ostsee von aufmerksamen Spaziergängern tote Enten am Götheby-Holmer Strand gemeldet worden. Bei den vier Enten, die am Dienstag eingesammelt und im Landeslabor untersucht wurden, besteht der Verdacht, dass diese an dem Vogelgrippevirus verendet sind. Sollte sich der Verdacht nach einer zweiten Untersuchung bestätigen, würde es eine drei Kilometer große Sperrzone rund um die Fundstellen geben

Gestern war René Hachulla, den das Amt mit dem Einsammeln der toten Vögel beauftragt hat, erneut an der Uferkante der Schlei in Fleckeby und Weseby unterwegs. Drei Enten waren es gestern, zudem noch drei Möwen im Damper Bootshafen. Im Schutzanzug nahm er die Tiere auf. Jedes wurde mit Datum und Fundort dokumentiert. „Auf dem ehemaligen Klärwerksgelände in Fleckeby hat das Ordnungsamt eine Sammelstelle eingerichtet“, so Hachulla. Der Kreis oder das Land würden stichprobenartig die Vögel untersuchen und entsorgen. Angesichts der großen Anzahl an Enten und Gänse, die sich derzeit in der Großen Breite aufhalten, ist es nicht auszuschließen, dass in den nächsten Tagen weitere verendete Vögel aufgefunden werden

Ordnungsamtsleiter René Kinza bittet die Bürger darum, tote Vögel dem Amt unter Tel. 0172/ 4068218 zu melden. „Bitte nicht anfassen und selber entsorgen“, betont er. Hundehalter sollten darauf achten, dass die Vierbeiner nicht die Kadaver anrühren.

Um die Tiere zu schützen, müssen Geflügelhalter, so wie Jürgen Schröder, ihre Hennen jetzt im Stall behalten, so sieht es die Aufstallpflicht, die Landwirtschaftsminister Robert Habeck verhängt hat, vor. „Genau die richtige Entscheidung“, sagte Schröder aus Nachfrage der EZ. Ansonsten könne ein „Flächenbrand“ ausgelöst werden. Denn die Gefahr, dass seine knapp 30  000 Hennen auf der sechs bis sieben Hektar großen Auslauffläche in Kontakt mit infizierten Vögeln geraten, sei natürlich groß. Zum einen könnten herunterfallende Vögel den Virus übertragen, aber auch Greifvögel, die sich jedes Jahr einige hundert Hennen aus Schröders Bestand holen, könnten Überträger sein. Große finanzielle Verluste müssen Jürgen Schröder und seine Frau Bettina Badberg-Schröder nicht befürchten. Aufgrund der behördlichen Anordnung, die Tiere nicht mehr aus dem Stall zu lassen, können die Eier auch weiterhin als Eier aus Freilandhaltung angeboten werden.

Auch für die Tiere bedeutet der Stubenarrest gerade in dieser Zeit keinen großen Komfortverlust, betonte Schröder. „Die Tage sind kurz, gegen 17 Uhr müssten sie sowieso wieder in den Stall“, erklärte er. Würde die Stallpflicht im Sommer greifen, würde die Freiheit der Hennen deutlich mehr eingeschränkt werden. Außerdem dürften die Tiere in den Wintergarten-Auslauf mit einer großen Scharrfläche. Hier würde die Hennen zwar viel Außenlicht sowie eine frische Brise erreichen, aber eben keine tödlichen Keime. 

 

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 10.Nov.2016 | 06:14 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen