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Eckernförder Zeitung

10. Dezember 2016 | 02:07 Uhr

Alarmübung : Top: Erst Leben retten, dann löschen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

60 Einsatzkräfte aus fünf Wehren meistern dritte Alarmübung in 2016 / Amtsfeuerwehrführung Schlei-Ostsee probte am Gut Bienebek

Thumby | „Das war bilderbuchmäßig und ein voller Erfolg“, musste die Amtsfeuerwehrführung Schlei-Ostsee die Einsatzkräfte loben, die Mittwochabend zu einer Alarmübung an das Gut Bienebek gerufen wurden. Die Meldung „Starke Rauchentwicklung aus einer Scheune und eine vermisste Person“, erreichte um 18.45 Uhr die Alarmmelder der Freiwilligen Feuerwehren in Sieseby, Winnemark, Schuby, Brodersby und Schönhagen. Nach nur sieben Minuten rollte das Einsatzfahrzeug der Siesebyer bereits über den Schleiuferweg zum Gut Bienebek. „Genau das war schon der erste Pluspunkt“, stellte Amtswehrführer Jens Reinhold fest. Gemeinsam mit seinen Stellvertretern Thomas Beerbaum und Siegfried Brien hatten sie das Szenario in der Scheune mit Nebelmaschine und Darstellern vorbereitet.

„Schläuche legen und Wasserversorgung aufbauen, das können die Einsatzkräfte“, sagte Reinhold, das bräuchten sie nicht üben. Daher war das Ziel der Übung, die Kommunikation, die Absprache und Koordination der Einsatzleitung zu trainieren, erklärte er weiter. Und so hatte Thomas Beerbaum Einsatzleiter Uli Erichsen, Wehrführer Sieseby, im Blick. Doch auszusetzen hatten die Amtswehrführer am Ende nichts an der gezeigten Arbeit und dem Vorgehen der rund 60 Einsatzkräfte. „Uli ist ein alter Hase, der hat viel Erfahrung und die Ruhe weg“, stellte Reinhold gestern auf EZ-Nachfrage fest. „Unser Fazit ist sehr positiv. Sie gingen sehr strukturiert vor“, sagte er. Besonders gefiel ihnen, dass sich die Helfer zunächst um die Rettung der Menschen kümmerten, bevor sie die Wasserversorgung aufbauten. Sehr gelobt wurde der Siesebyer Gruppenführer Jörg Albrecht, der als erster am Einsatzort, sich um den aus der verqualmten Scheune rennenden und scheinbar unter Schock stehenden Jugendlichen kümmerte. Trotz allem Stresses, setzte er die Erstmeldung zeitnah ab und übergab den Jugendlichen bis Einsatzende an eine Betreuerin aus seiner Mannschaft. „Hat uns sehr gefallen“, so Reinhold. Erstklassig war auch, dass die Helfer, nach dem Fund einer zweiten Person, auf sie hatte der Jugendliche hin gewiesen – dennoch die gesamte Scheune absuchten und so auch eine dritte Person fanden. Auch die Kommunikation der Einsatzleitung mit den Abschnittsleitern und Gruppenführern, alle trugen ihre vorgeschriebenen farblichen Westen, klappte einwandfrei.

Um 18.45 Uhr war der Einsatz beendet, die Nachbesprechung fand im Siesebyer Gerätehaus statt. Dort dankte Reinhold auch Prinz Christoph zu Schleswig-Holstein und seiner Mutter, Marie-Alix zu Schleswig-Holstein, die den Wehren die Scheune für die Übung zur Verfügung gestellt hatten. Das sei eine große Hilfe, so Reinhold. Dank gebührte auch Jana Koslitzki, Henning Temp und Johannes Daniel Hacker, die als Mitglieder der Löschgruppe Louisenlund die drei Jugendlichen Opfer darstellten. Sie waren von Siegfried Brien in ihre Rolle eingewiesen worden und hatten viel Spaß an der Aktion. „Ich spiele seit drei Jahren Theater“, sagte Hacker, und so war seine Darstellung des verwirrten und unter Schock stehenden Opfers auch sehr realistisch.

Aus Sicht von Einsatzleiter Uli Erichsen sei der Einsatz gut gelaufen, wie er auf EZ-Nachfrage berichtete. Allerdings habe er schon bei der Alarmierung gemerkt, dass die Kombination der fünf Wehren im Ernstfall so nicht erfolgen würde und es daher vielleicht doch eine Übung sei. Wenn die Scheune brenne, dann würden neben Sieseby und Winnemark eher die Wehren aus Zimmert, Söby, Rieseby und Damp alarmiert, so seine Erfahrung. Ungeachtet dessen seien Übungen aber immer sinnvoll.

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erstellt am 30.Sep.2016 | 06:24 Uhr

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