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Eckernförder Zeitung

05. Dezember 2016 | 15:39 Uhr

Kurioses Gewächs : Teufelszunge aus heiterem Himmel

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Exotische Blume taucht plötzlich im Vorgartenbeet auf

Ingrid Brüssow redet nicht mit Engelszungen, sie hegt und pflegt ihre Teufelszunge: Als die 76-Jährige im Frühjahr in einem Beet in ihrem Garten Unkraut jätete, stieß sie auf eine Pflanze, deren Blattform sie nicht kannte. „Die lasse ich mal stehen“, dachte sie sich. „Wer weiß, was daraus noch wird.“ Und tatsächlich: Die Pflanze wuchs, die Blätter breiteten sich aus, bis sich im Juli ein einzelnes Blatt in die Höhe reckte. Bei einer Länge von über 50 Zentimetern entfaltete es sich: Knallrot war es von innen und legte einen dunkelroten Kolben frei. Gleichzeitig verströmte die Blüte einen bestialischen Gestank. „Es roch nach Aas und Fisch“, sagt Ingrid Brüssow. Die Fliegen mochten es und schwirrten um die Blume herum, die sich auf diese Weise bestäuben lässt. Nach drei Tagen war der Zauber vorbei, die Blüte fiel in sich zusammen.

„Ich hatte keine Ahnung, was das gewesen sein konnte“, sagt Ingrid Brüssow. „Ich hatte dort nämlich keine Blume gepflanzt.“ Im Internet stieß sie schließlich auf die Teufelszunge als kleine Schwester der Titanwurz, die als größte Blume der Welt gilt. Die Teufelszunge stammt aus Südostasien und bevorzugt feuchte und halbschattige Standorte in den Tropen und Subtropen. Und anscheinend die Lage unter einer Kiefer in der Wilhelm-Lehmann-Straße. Sie blüht nur alle paar Jahre.

Ingrid Brüssow will ihren Exoten hegen und pflegen und freut sich schon auf die nächste Blüte. Die sogenannte Konjakknolle, aus der sich die Blume bildet, muss normalerweise vor Frost geschützt überwintern. Wie sie sich in Ingrid Brüssows Garten verirrt hat und weshalb sie den Winter überlebt hat, wird sich wahrscheinlich niemals klären.

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erstellt am 21.Jun.2016 | 06:28 Uhr

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