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Eckernförder Zeitung

30. Juni 2016 | 07:06 Uhr

Kinderstadt : Stürmischer Auftakt in Ecktown City

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

168 Kinder bevölkern in dieser Woche zum dritten Mal die Kinderstadt Ecktown City. Sturm und Regen haben zum Auftakt für Einbrüche auf dem Arbeitsmarkt gesucht. Die Agentur für Arbeit suchte händeringend nach neuen Jobs.

Sturm und Regen haben gestern in Ecktown City für einen Einbruch auf dem Arbeitsmarkt gesorgt. Händeringend suchten Sebastian Jenz (11), Pia Thomsen und die übrigen Mitarbeiter der Arbeitsagentur nach Ausweicharbeitsplätzen in der Kinderstadt am Schulzentrum Süd. „Durch die Wetterunbillen sind einige Firmen in Bedrängnis gekommen und konnten ihren Beschäftigten keine Arbeit geben“, sagte die Betreuerin. Unter anderem ist das Zelt der Funkstation zusammengebrochen, allein das kostete vier Arbeitsplätze. Wie gut, dass die Auszubildende vom Amt Schlei-Ostsee Fritz Geruschkat von der Feuerwehr einen Arbeitsplatz aus den Rippen schneiden konnte. Ihr junger Kollege Sebastian war auch erfolgreich: die Ortspolizei, die Holz- und Fahrradwerkstatt und auch die Sparkasse konnten Arbeitskräfte gebrauchen, weil sie gut zu tun haben. Und so pendelte sich die Arbeitslosenquote gestern um die sechs Prozent ein - fast wie im richtigen Leben.

Der Auftakt von Ecktown City war gestern in der Tat ein sehr stürmischer und feuchter. Einige der 15 Großzelte mussten zum Teil mehrfach wieder gerichtet werden. Bei der Müllabfuhr war aus bislang ungeklärter Ursache ein Feuer ausgebrochen, die Feuerwehr konnte den Brand zwar löschen, aber ein Mitarbeiter musste mit Verdacht auf Rauchvergiftung ins Krankenhaus abtransportiert werden. Nach Information der Redaktion der Ecktown City News soll er sich aber wieder auf dem Weg der Besserung befinden.

Auch Polizei und Ordnungskräfte hatten an Tag 1 der Kinderstadt reichlich zu tun: So beklagten die Sparkasse und die Eckernförder Bank gleich mehrere Überfälle. „Wir haben eine Belohnung ausgesetzt“, sagte Bankdirektor Dietmar Woyth. Die Täter konnten gefasst werden und sehen nun ihrer gerechten Strafe entgegen. Nicht ohne Folgen blieben auch ungehörige Ausdrücke und Beleidigungen wie „Arschgesicht“. Zwei „Eckis“ musste Yannik für diese unflätige Wortwahl bei der Polizei berappen, bei der er nach der Mittagspause selbst anheuerte und auf Ganovenjagd ging.

Euro und Cent konnten die acht- bis zwölfjährigen Kinder in Ecktown City getrost zuhause lassen, bezahlt wurde mit einer eigenen Währung, dem „Ecki“. Und das geht so: Für jede geleistete Arbeitsstunde bekommen die Kinder zehn Eckis, von denen bei der Geldausgabe in den Kreditinstituten gleich 20 Prozent Steuern abgezogen werden – netto also acht Ecki pro Stunde. Mit diesem Verdienst konnten die Kinder dann nach Herzenslust shoppen und Dienstleistungen einkaufen. Manche nutzten das Geld auch als Eigenkapitalbasis für Kredite, die ihnen die Bank für gute Unternehmensideen gewährte. Nur müssen auch dort am Ende die Einnahmen abzüglich der Steuern die Ausgaben, Zinsen und Tilgung übersteigen, sonst droht die Zahlungsunfähigkeit. Die Eckis wieder loszuwerden, ist auch in Ecktown City kein Problem. Es gibt einen Kaufmann mit Obst, Getränken und Süßigkeiten, ein Fotostudio, in dem man für einen Ecki ein professionelles Porträtbild bekommt und nebenbei noch viel Spaß hat, einen Friseur mit scharfen Scheren und bunten Farben, eine Fahrrad- und Holzwerkstatt, in Reparaturen erledigt und Nützliches für die eigenen vier Wände gebastelt werden kann oder einen Kreativshop, in der die Kinder kleine Kunstwerke herstellen und dann als „fahrende Händler“ verkaufen wie Anni und Niklas.

Das Leben ist ungemein vielseitig, turbulent und bunt in Ecktown City . Das weiß auch die Redaktion der Ecktown City News, die von Jens Stender, Ina Reinhardt und Julia Buchmüller von der Kindernachrichten-Redaktion (KiNa) des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags sowie den Mitgliedern des Fotoclub Eckernförde betreut wird. Die Reporter und Fotografen schwirren übers Gelände und sind überall dort, wo etwas passiert. Jeden Morgen wird eine aktuelle Ausgabe produziert, gedruckt und verkauft. Neben dem aktuellen Geschehen, Hintergrundreportagen und Interviews finden sich dort auch Geschäftsanzeigen, die den Verkauf der Einzelhändler ankurbeln. Aufmacher heute: Der Sturm und seine Folgen.

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erstellt am 19.Aug.2014 | 06:02 Uhr

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