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Eckernförder Zeitung

10. Dezember 2016 | 19:42 Uhr

Wie geht’s weiter mit dem Eichhörnchen : Stammgäste zittern um Kultkneipe

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Nach dem Tod des Pächters ist die Zukunft der Kultkneipe„Eichhörnchen“ ungewiss. Es hat sich eine Facebook-Gruppe gegründet: „Ecktown ohne Hörni ist wie Paris ohne Eiffelturm.“

Eckernförde | Es ist Kultkneipe, Trinkhalle und für viele Gäste ein zweites Wohnzimmer: Das „Eichhörnchen“ in der Gaehtjestraße. Seit einigen Tagen ist die traditionsreiche Gaststätte geschlossen. Nach dem Tod von Betreiber Gerd Valentin ist es offen, ob seine Schwester, die die Schankwirtschaft als Wirtin führt und von ihrer Tochter unterstützt wird, weitermacht.

Im „Eichhörnchen“ haben die Fischer am Morgen ihr Feierabendbier getrunken und sind Nachtschwärmer oft länger geblieben als geplant. Das „Eichhörnchen“ besteht seit Jahrzehnten, vor 20 Jahren kaufte Reinke Immobilien das Gebäude. „Wir hatten immer ein Super-Verhältnis zu Gerd Valtentin“, sagt Reinke-Mitarbeiter Martin Spierling. „Er war immer zuverlässig, es gab nie Ärger.“

Das ist auch der Grund, weshalb das Immobilienunternehmen alles daran setzt, dass die Gastronomie weitergeführt wird. „Am liebsten mit dem bisherigen Team“, so Spierling. Bei einem offiziellen Pächterwechsel müsste allerdings der Brandschutz an die neuesten Bestimmungen angepasst werden. Das ist Sache des Vermieters und laut Spierling kein Problem. „Wir würden alle erforderlichen Voraussetzungen für einen weiteren Betrieb schaffen.“ Sollten sich die bisherigen Betreiber gegen eine Fortsetzung entscheiden, würde das Immobilienunternehmen nach einem anderen Pächter suchen. „Anfragen haben wir schon bekommen“, so Spierling. „Aber die Kneipe müsste wie bisher weiterlaufen, auch unter dem selben Namen. Die kann man nicht anders aufmachen.“ Auch Fragen, ob das Gebäude vielleicht abgerissen werden soll, sind bei der Immobilienfirma eingegangen. Spierling: „Hier wird gar nichts abgerissen.“

Das dürfte die Gäste beruhigen, die sich über die von Ela Hall-Schlichter gegründete Facebookseite „Das Hörni muss bleiben!“ austauschen. Sie schreibt: „So sehr wir den menschlichen Verlust bedauern und der Familie alle Kraft der Welt wünschen, wollen wir trotzdem versuchen, das Hörni zu retten! Der Treffpunkt von vielen Alteingesessenen und auch jungen wie älteren Leute! Es war nicht einfach nur eine Kneipe, es war mehr! Viel mehr! Für viele schon vergleichbar mit einem großem Familientreffen!“ Damit trifft sie den Nerv der Gäste. Sabrina Deutschmann schreibt: „Der Gaza-Streifen ist nicht mehr dasselbe ohne euch, Ihr dürft nicht gehen.“ Und Tim Buktu ergänzt: „Bitte bitte bleib.....Herr Gott, nimm uns nicht unser gewohntes Wohnzimmer.“ Denis Janoschek wohnt erst seit acht Monaten in Eckernförde, hat aber schon „viele Leute im Hörni kennen gelernt, und aus den Leuten sind Freunde geworden. Es war immer so harmonisch und eine familiäre Atmosphäre. Das darf nicht enden.“ Und Harald Wagner spricht wohl den meisten aus der Seele: „Wo soll ich denn sonst hingehen zum... Tee trinken???? Ecktown ohne Hörni ist wie Paris ohne Eiffelturm.“

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erstellt am 15.Okt.2016 | 06:53 Uhr

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