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Eckernförder Zeitung

09. Dezember 2016 | 14:36 Uhr

Online Sachen suchen : Stadt eröffnet das digitale Fundbüro

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Suche nach verlorenen Gegenständen jetzt auch online möglich. Zukünftig sollen auch Fundsachen von Privatleuten eingestellt werden können.

Eckernförde | Das Verlieren und Finden von Gegenständen war bislang eine äußerst analoge Angelegenheit – und das wird sie auch weiterhin bleiben. Der Vermittlung von Fundsachen dagegen blüht eine digitale Zukunft. Seit einer Woche ist das Fundbüro im Rathaus nämlich auch online erreichbar: Auf der Homepage der Stadt www.eckernfoerde.de kann in der Hauptnavigation „Für die Bürger“ die Rubrik „Fundbüro online“ angeklickt werden. Hier kann in 13 unterschiedlichen Kategorien (von Technik über Kinderwagen und Räder bis Tiere und Koffer) der verlorene Gegenstand gesucht werden. Mit der Eingabe im Feld „Stichwort“ und im Feld „Datum“ vervollständigt der Suchende die Angaben zum verlorenen Gegenstand.

„Wir wollen den Menschen die Suche nach Fundsachen erleichtern“, sagt Klaus Kaschke, Leiter des Ordnungsamtes. „Mit dem Online-Angebot können sie sich erst einmal einen Überblick verschaffen, ob eine Fundsache, die zu ihrem verlorenen Gegenstand passt, überhaupt abgegeben worden ist. Dadurch ersparen sie sich den Weg ins Rathaus und das Warten im Flur vor dem Bürgerbüro.“ Allerdings nur, solange der gesuchte Gegenstand nicht aufgelistet wird. Sollte es einen Treffer geben, müssen sich die Menschen dann doch persönlich im Fundbüro melden.

Genau beschrieben sind die Fundsachen auf der Online-Seite nicht. Stichworte wie „ein Damenfahrrad“ oder „ein Schlüsselbund“ müssen reichen. Wer Gegenstände dieser Art vermisst, muss sie vor Ort genau beschreiben sowie Zeitpunkt und Ort des Verlierens angeben. Damit wird Missbrauch verhindert, denn wenn die Sachen genau beschrieben würden, könnte sie jeder als verloren angeben und anschließend identifizieren.

Rund 600 Fundsachen werden jährlich im Fundbüro im Rathaus abgegeben. Viele davon stammen vom Stadtverkehr – in den Bussen werden häufig Handschuhe, Schals und Mützen vergessen und auch oft Sportbeutel von Schülern. „Ansonsten sind viele Handys, Schlüssel, Brillen und Portemonnaies dabei“, sagt Dirk Horn vom Bürgerbüro, zuständig für Fundsachen. Als besonders kuriose Fundsachen nennt er mehrere Boote, die angespült wurden, einen Strandkorb und einen Rollstuhl.

Demnächst soll es auch möglich sein, nicht nur nach Fundsachen über den Online-Auftritt zu suchen, sondern auch selbst Fundstücke dort einzustellen. Das Fundbüro würde in solchen Fällen als Vermittler fungieren. Das alte „analoge“ Fundbüro bleibt weiterhin bestehen.

Fundsachen, die nicht wieder abgeholt werden, werden jedes Jahr öffentlich versteigert. Darunter sind stets 40 bis 60 Fahrräder. „Viele der richtig guten Räder kommen gar nicht erst so weit“, sagt Dirk Horn. „Jeder Finder kann nämlich einen Eigentumsanspruch anmelden, wenn der Gegenstand nicht innerhalb eines halben Jahres abgeholt wird.“ Dann kann er den Gegenstand mit nach Hause nehmen und nutzen. Wenn sich der rechtmäßige Eigentümer auch nach weiteren drei Jahren nicht gemeldet hat, gehört die Fundsache offiziell dem Finder.

Einen Anspruch auf Finderlohn gibt es auch: Bei Fundsachen mit einem Wert von bis zu 500 Euro beträgt er 5 Prozent. Alles, was über diesen Wert hinausgeht, schlägt zusätzlich mit 3 Prozent zu Buche. Wurde die Sache in den Räumen einer Behörde, in deren Beförderungsmitteln oder in öffentlichen Verkehrsmitteln gefunden, erhält der Finder allerdings nur den halben Finderlohn und auch das nur, wenn die Sache mehr als 50 Euro wert ist. Ganz fällt die Belohnung für den Finder weg, wenn ein Gegenstand in einem Geschäft gefunden wurde. „Dann“, so Dirk Horn, „geht der Finderlohn an den Geschäftsinhaber.“

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erstellt am 17.Nov.2016 | 06:19 Uhr

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